WATTWIL: Ufersanierung mit Holzwolle-Faschinen

Mit dem Anfang Jahr ausgeführten Projekt auf ihrem Grundstück zeigt die Holzwolle-Manufaktur Lindner Suisse aus Wattwil neue Wege der ökologischen Ufersanierung auf. Faschinen aus Holzwolle sichern die steile Uferböschung auf dem Firmengelände zuverlässig vor Erosionsschäden und Rutschungen.

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Die Q-Faschinen werden entlang des Ufers verlegt und befestigt. (Bild: pd)

Die Q-Faschinen werden entlang des Ufers verlegt und befestigt. (Bild: pd)

WATTWIL. Der Rickenbach entwässert ein Einzugsgebiet von rund 16 Quadratkilometern. Das Fliessgewässer mündet vom Ricken her in nordöstlicher Richtung fliessend bei Wattwil in die Thur. Dabei führe sein Weg vorbei an der Parzelle der Holzwolle-Manufaktur Lindner Suisse GmbH in Wattwil, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.

Erosionsschutz mit Holzwolle

Auf einem rund 25 Meter langen Abschnitt zeige sich die bestehende Verbauung der Uferzone in einem zunehmend schlechteren Zustand. Die Böschung weise starke Erosionsschäden auf, die bestehenden Mauern seien hinterspült. Entlang der Böschungskrone, die unweit des Betriebsgebäudes verlaufe, hätten sich Anzeichen von Rutschungen und erste Anrisse bemerkbar gemacht. Eine Sanierung des Uferbereichs sei unumgänglich, schreibt Lindner. Thomas Wildberger, Geschäftsführer der Lindner Suisse GmbH und Grundeigentümer der betroffenen Parzelle, beschloss, die Sanierung mit einem Produkt aus dem eigenem Hause anzugehen. In seiner Holzwolle-Manufaktur produziert Lindner auch die Howolis-Q-Faschinen, die eigens für die Ufersicherung im Wasserbau entwickelt wurden. Ein Zweierteam verbaute vor Ort bis zu drei Lagen der vorfabrizierten Holzwolle-Faschinen, welche nun die Böschung entsprechend der früheren Neigung terrassieren. Die quadratischen Faschinen bestehen aus verdichteter Holzwolle, die von einer Hülle aus Baumwolle ummantelt ist. Gemäss Mitteilung seien vergleichbare Produkte in den USA seit Jahrzehnten erfolgreich im Einsatz. Für die Fertigung der Howolis-Q-Faschinen verwende Lindner Suisse ausschliesslich FSC-zertifiziertes Holz aus der Region, was zu einer guten Ökobilanz beiträgt.

Natürlich und nachhaltig

Die Befestigung der Faschinen im Gelände erfolgte mit eingeschlagenen Holzpfählen und einer Sisalverschnürung. Als zusätzlicher Erosionsschutz diene ein auf der Böschung befestigtes Vlies, das ebenfalls aus Holzwolle gefertigt sei, ist zu lesen. Die Faschinen seien gut formbar und erlauben es, variable Uferlinien zu modellieren. Bestehende Strukturen wie Wurzelstöcke täten sich problemlos in die Gestaltung mit einbeziehen lassen. Mittels quereingelegter Faschinen lassen sich bei Bedarf auch Kleinbuhnen zur Erhöhung der Uferrauigkeit einbauen.

Mit dem Projekt auf dem Firmengelände in Wattwil wolle man die Funktionstüchtigkeit der neu entwickelten Q-Faschinen aufzeigen, schreibt Lindner. Der Standort diene als Referenz für Begehungen mit Fachleuten und ebenso für Langzeitbeobachtungen. Gemäss Medienmitteilung sei der Einsatz der Q-Faschinen bei der Revitalisierung von Gewässern eine ökologische Alternative zu harten Verbauungsmethoden, und die Holzwolle-Faschinen täten sich nach dem Einbau mit Gehölzstecklingen ergänzen lassen. «Diese schlagen aufgrund des günstigen Mikroklimas schnell Wurzeln, indem sie sich die im Kern der Faschine gespeicherte Feuchtigkeit zunutze machen», steht erklärend. Weiter heisst es: «Mit ihrem Wurzelwerk tragen die Gewächse zur ingenieurbiologischen Stabilisierung der Uferböschung bei. Durch zusätzliches Ausbringen einer auf die lokalen Verhältnisse abgestimmten Saatgutmischung bildet sich eine dichte Grasnarbe.» (pd)

www.lindner.ch