WATTWIL: Tanz um die Pyramide

Vor dem Gemeindehaus steht seit kurzem eine Installation in Form einer Pyramide, gestaltet von Mädir Eugster. Der Künstler macht damit auf das 40-jährige Bestehen des von ihm gegründeten «Rigolo» aufmerksam.

Anina Rütsche
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Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner lässt das Schwemmholz tanzen (rechts), Mädir Eugster von «Rigolo» hält das Geschehen mit seiner Handykamera fest. (Bilder: Anina Rütsche)

Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner lässt das Schwemmholz tanzen (rechts), Mädir Eugster von «Rigolo» hält das Geschehen mit seiner Handykamera fest. (Bilder: Anina Rütsche)

«Tanz durch vier Jahrzehnte» hat Mädir Eugster sein Werk genannt, das derzeit vor dem Vorplatz des Gemeindehauses Wattwil zu sehen ist. Es besteht aus einer grossen Pyramide mit der Aufschrift «Wings», weiss auf pink, darunter ragen vier Schwemmholzstücke in die Höhe. «Jedes von ihnen steht für eines der vergangene Jahrzehnte», sagt der Gründer und Leiter des Rigolo Swiss Nouveau Cirque, während er sich am Dienstagmorgen gemeinsam mit zwei Helfern um den Aufbau kümmert. Immer wieder dreht der Künstler an einer Kurbel, und sogleich bewegen sich die Hölzer bedächtig um die eigene Achse. «Wer möchte, darf dies selbst ausprobieren», fügt Mädir Euster an.

Vor allem aber lohnt es sich, den «Tanz durch vier Jahrzehnte» ganz aus der Nähe zu betrachten. Dabei erkennt man sofort: Die aufgeklebten Fotos und Prospekte sind Zeitzeugen, die einiges zu erzählen haben. Man schrieb das Jahr 1978, als Mädir Eugster gemeinsam mit seiner Partnerin Lena Roth den Strassenzirkus «Rigolo» ins Leben rief. Mittlerweile ist «Rigolo» zum Familienbetrieb geworden, dessen Sitz sich seit den 80ern in Wattwil befindet. Auch die drei mittlerweile erwachsenen Töchter von Lena Roth und Mädir Eugster sind daran beteiligt. «Als lebendiges Experiment strebt Rigolo mit seinen Produktionen eine Ganzheit von Tanz, Artistik, bildender Kunst und Musik in raffinierter Ausstattung an», präsentiert sich «Rigolo» auf seiner Internetseite.

«Wattwil in die Welt hinaustragen»

Die Installation vor dem Wattwiler Gemeindehaus ist nicht die einzige ihrer Art. Insgesamt 40 weitere Pyramiden machen seit Mitte September an diversen Standorten in der Ostschweiz auf die Jubiläumsaufführungen aufmerksam. Demnächst und vor allem im Jubiläumsjahr 2018 steht nämlich eine Tournee mit der Bühnenproduktion Wings an. Damit gastiert «Rigolo» vom 16. November bis zum 17. Dezember in der Olma-Halle 1.1. in St Gallen. Die Aufführungen, für die derzeit die Proben laufen (siehe Zweittext), gehen jeweils von Donnerstag bis Sonntag über die Bühne.

Jede Rigolo-Pyramide ist einzigartig, denn an der Gestaltung haben verschiedene Künstlerinnen und Künstler mitgewirkt (das «Toggenburger Tagblatt» berichtete). Begonnen hatte die Pyramiden-Aktion in Flawil, Winterthur, Arbon und Kreuzlingen. «Nun ist mit Wattwil endlich auch das Toggenburg an der Reihe, die Heimat von ‹Rigolo›», sagt Mädir Eugster. Folgen werden dieser Tage auch Ausstellungsorte in St. Gallen, St. Margrethen und Wattwil. Die vom Rigolo-Gründer gestaltete Pyramide, die einige Wochen stehen bleibt, wird übrigens bald Gesellschaft bekommen. Ab nächsten Montag wird nämlich auf dem Bräkerplatz eine Arbeit von Angelika Kuttruff zu sehen sein. Die Floristikdesignerin aus dem Thurgau, «La femme fleur» genannt, lässt vorwiegend Naturwerkstoffe in ihre Kunst einfliessen.

Neben einigen Schaulustigen liess es sich auch der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner nicht nehmen, die erste der beiden Toggenburger Pyramiden zu bestaunen. «Ich gratuliere zum vierzigjährigen Bestehen von ‹Rigolo›», sagte er in seiner kurzen Ansprache. Es sei nicht selbstverständlich, so lange und so erfolgreich im Geschäft zu sein. «Dank ‹Rigolo› wird immer wieder ein Stück Wattwil in die Welt hinausgetragen. Das freut mich als Vertreter der Gemeinde natürlich sehr.»