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WATTWIL: Spielerisch Basis-Deutsch lernen

Wattwil führt ein neues Angebot für Migranten ein. Sie sollen so weit Deutsch lernen, dass sie sich in Alltagssituationen zurecht finden. Der Kurs soll auch helfen, Beziehungen zu Einheimischen zu knüpfen. Wattwil zählt zu den Pilotgemeinden im Kanton.
Martin Knoepfel
Die Schülerinnen und Schüler der Quartierschule sprechen der Kursleiterin im Chor einfache Sätze nach. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Schülerinnen und Schüler der Quartierschule sprechen der Kursleiterin im Chor einfache Sätze nach. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Trainerinnen sagen «wir warten», und die Schülerinnen und Schüler drehen Däumchen und treten an Ort. Sie wirken dabei und auch später an diesem Vormittag fröhlich und motiviert. Sie besuchen die Quartierschule im Obergeschoss des Mehrzweckgebäudes an der Hofjüngerstrasse in Wattwil, wo sie Deutsch nach einer von Liechtenstein Languages entwickelten spielerischen Methode lernen.

Dabei sprechen die Kursleiterinnen und Kursleiter den Schülern deutsche Worte oder kurze Sätze vor, illustriert durch Zeichnungen oder Gesten. Die Schüler sprechen das nach. Später wechseln alle in den vorderen Teil des Raumes, wo auf dem Boden mit Klebebändern und Fotos ein Plan einer fiktiven Stadt aufgezeichnet ist. Die Schüler müssen einander nach dem Weg zu verschiedenen Gebäuden fragen, etwa dem Spital oder der Apotheke, respektive diesen erklären. Das gelingt recht gut, und es wird viel gelacht.

Die Schüler, das ist ein gutes Dutzend Migrantinnen und Migranten. Sie kommen laut Gerda Züger von den Sozialen Diensten Wattwil aus Eritrea, Afghanistan, Syrien, dem Irak oder der dominikanischen Republik. Die Gruppe besteht etwa je zur Hälfte aus Männern und Frauen. Wattwil führt das Angebot als eine der 16 Pilotgemeinden im Kanton ein.

Lob für Organisation in Wattwil

Migranten wie Kursleiter haben für den Kurs Pseudonyme erhalten. Martin Beck von den Liechtenstein Languages erklärt das damit, dass viele Asylbewerber nicht über ihre Familie sprechen wollen. So könne man Lernbarrieren überwinden. In der Fragerunde werden die Pseudonyme als Zeichen fehlender Wertschätzung kritisiert. Wohl als Seitenhieb gegen die SVP heisst eine Kursteilnehmerin Blocher. Daniela Graf-Willi ist beim Verband St. Gallischer Gemeindepräsidenten Ansprechperson für Gemeinden, die sich für die Quartierschule interessieren. Sie sagt, rund 50 Gemeinden wollten mit dem Angebot starten, im Januar 2018 unter anderem Lichtensteig. Offenbar ist auch Oberhelfenschwil interessiert. Wattwil habe den Kurs von allen Gemeinden am besten begleitet, sagt Daniela Graf-Willi. In Wattwil kümmern sich zum Beispiel zwei Frauen um Kleinkinder, deren Mütter in der Quartierschule sind.

Für Daniela Graf-Willi ist es kein Nachteil, dass die Kursleiter viel weniger lang ausgebildet sind als Lehrer. Einerseits gebe es unter den Kursleitern Lehrer, sagt sie. Andererseits hätten Kursleiter in der Quartierschule eher eine Moderatorenrolle, sagt sie. Und dann seien die meisten Menschen, mit denen die Migranten zu tun hätten, ja keine Lehrer.

www.quartierschulen.ch

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