WATTWIL: Sechs Monate Vorsprung erarbeitet

Der Erweiterungsbau des Spitals Wattwil kann voraussichtlich ein halbes Jahr früher als geplant eröffnet werden. Gestern fand die Aufrichtefeier statt. Der bewilligte Kredit dürfte eingehalten werden.

Martin Knoepfel
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Neu (links) und Alt in friedlicher Koexistenz beim Spital Wattwil. (Bilder: Martin Knoepfel)

Neu (links) und Alt in friedlicher Koexistenz beim Spital Wattwil. (Bilder: Martin Knoepfel)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch

Die Erweiterung und Erneuerung des Spitals Wattwil ist die grösste Baustelle im Toggenburg. Das gilt zumindest, wenn man von der Zahl der Beschäftigten ausgeht. Es sind gut 200 Personen, war von Sacha Vaucher, einem der Projektleiter, zu erfahren.

Gestern Vormittag fand im künftigen Restaurant die Auf­richte­feier für den Neubautrakt statt. Das Restaurant hat auf der einen Seite raumhohe Fenster, die ihm viel Licht verschaffen. Die weitgehend mit Holz verkleideten Wände versprechen eine gemütliche Atmosphäre, während der bunte Kabelsalat an der Decke irgendwann hinter Abdeckungen verschwinden wird.

Bauarbeiten bisher unfallfrei

Dass auf der Baustelle viel los ist, sah man auf dem Weg zur Feier am regen Verkehr mit Last- und Lieferwagen und an den vielen Autos, die auf dem Areal parken. Durch die Unter- und Obergeschosse des Neubaus wuselten Arbeiter mit T-Shirts zahlreicher verschiedener Unternehmen, wobei das Ganze dennoch durchorganisiert wirkte. «Die Patienten werden schöne Zimmer mit Aussicht erhalten. Das Personal erhält schöne Räume, die gute Abläufe ermöglichen», sagte der CEO der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT), René Fiechter, an der Feier. Er wies darauf hin, dass die Eröffnung, die für November 2018 geplant war, ein halbes Jahr früher stattfinden wird. Das zeige, dass die Bauleute einen sehr guten Job machten.

Bisher habe es keine Unfälle gegeben, betonte Gesamtprojektleiter Stefano Ghisleni von der Ghisleni Partner AG. Der Vorsprung auf den Zeitplan sei der guten Vorbereitung durch die SRFT und Wetterglück zu verdanken. Die Arbeit bei laufendem Betrieb sei eine besondere Herausforderung. «Bei den Kosten sind wir sehr gut unterwegs», sagte Stefano Ghisleni. Er geht davon aus, dass der Kreditrahmen eingehalten werden kann.

Das Hauptdach sei fast fertig, und die Fenster seien eingebaut. «Der Innenausbau des neuen Traktes ist etwa zur Hälfte fertig», erläuterte Sacha Vaucher. Am weitesten ist die neue Küche, sie ist aber noch nicht in Betrieb. In der neuen Küche werden künftig Speisen, die man leicht aufbereiten kann, fürs Spital Wil gekocht. Sie werden durch Schockgefrieren haltbar gemacht. Das Zügeln der Küche wird eine besondere Herausforderung sein, denn auch der heutige Herd der Küche wird gezügelt. Man kaufe nicht alles neu, sagte Sacha Vaucher. Man baue auch keine unnötigen Räume. Was jetzt leer aussehe, sei auf den Plänen voll.

Weit ist der Innenausbau der Physiotherapie-Kojen im Untergeschoss des Neubaus. Im ersten Stock sind in einigen der Patientenzimmer schon Schreiner am Werk. Alle Patientenzimmer sind als Doppelzimmer verwendbar, einige erhalten aber nur ein Bett.

Im Keller stehen in einem Raum schon Kessel. In anderen Räumen liegen Kabel und Rohre herum. An den Decken hängen Halterungen für Kabel und in den Wänden sieht man Durchbrüche für Rohre. Der Neubau wird mechanisch belüftet. Die Fussbodenheizung und die Lüftung sollen im Sommer für Kühlung sorgen. In der Haustechnik gibt es für ­jedes Medium – die Lüftung ausgenommen – im ganzen Komplex nur eine Zentrale.