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WATTWIL: Pro Natura will breiteres Flussbett

Pro Natura will die Thur ober- und unterhalb des Zentrums von Wattwil stärker ausweiten, als es der Kanton plant. Der Präsident der Fischer sorgt sich, weil die Bauarbeiten an der Thur im Winter erfolgen sollen.
Martin Knoepfel

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch

Die Thursanierung ist zwar nicht das grösste Bauprojekt, das der Kanton im Raum Wattwil realisieren will. Sie ist aber in Bezug auf die Vermeidung von Sachschäden zweifellos das Wichtigste. Zugleich ist sie umstritten. An den vier Informationsabenden, die für die Wattwilerinnen und Wattwiler abgehalten wurden, sowie in Leserbriefen ans «Toggenburger Tagblatt» übten verschiedene Anwohner der Thur teils scharfe Kritik am Landbedarf für das Projekt.

Zufrieden mit dem Projekt im Siedlungsgebiet

Auf der anderen Seite gibt es auch gegensätzliche Forderungen, zum Beispiel von Umweltorganisationen. Das «Toggenburger Tagblatt» erkundigte sich deshalb bei der Pro Natura St. Gallen – die Organisation ist berechtigt, gegen Projekte Verbandsbeschwerde einzureichen – und beim Fischereiverein Thur nach den Wünschen in Bezug auf die Ausgestaltung der Thursanierung in Wattwil.

Christian Meienberger ist Geschäftsführer von Pro Natura St. Gallen-Appenzell. Er zeigt sich zufrieden mit dem Projekt, soweit es das Siedlungsgebiet von Wattwil betrifft. Die technischen Rahmenbedingungen seien hier sehr eng, räumt er ein.

Zu viel Rücksicht auf die Bauern?

«Weniger zufrieden» ist Christian Meienberger mit den Plänen des Kantons für den Projektteil ober- und unterhalb des Siedlungsgebiets. Hier tue man zu wenig und nehme zu viel Rücksicht auf die Bauern, sagt der Vertreter der Pro Natura. Er fordert, das Entwicklungspotenzial der Thur voll auszuschöpfen.

Das benötigt allerdings mehr Land, das bisher landwirtschaftlich genutzt wird. «Das eidgenössische Gewässerschutzgesetz verlangt, bei der Verbauung von Flüssen den ursprünglichen Flusslauf möglichst wiederherzustellen. Das ‹möglichst› meint das technisch Machbare. Im Naturzustand hatte die Thur viel mehr Platz.»

«Werden Einsprache sehr genau prüfen»

Christian Meienberger räumt zwar ein, dass man heute nicht genau weiss, wie breit die Thur im Naturzustand war und wo genau sie verlief, zumal sie ihr Bett möglicherweise mehrmals verlegt hat. Man könne aber heute berechnen, wie breit das Bett der Thur sein müsse. Wenn die Forderungen von Pro Natura St. Gallen-Appenzell nicht erfüllt würden, werde die Organisation eine Einsprache gegen das Projekt «sehr genau» prüfen, sagte Christian Meienberger.

Die Opposition von Grundeigentümern entlang des Flusses gegen die Thursanierung kann der Geschäftsführer von Pro Natura St. Gallen-Appenzell nicht nachvollziehen. «Das Projekt ist zwingend notwendig, wegen des heutigen Zustands der Verbauungen und wegen der zu kleinen Abflusskapazität der Thur. Wenn die Gemeinschaft den Schaden bei Überschwemmungen bezahlen muss, müssen die Anwohner der Thur etwas Land abgeben. Ihre Grundstücke werden aufgewertet, wenn sie hochwassersicher sind».

Grundsätzlich immer für die Aufwertung

Der Zuzwiler Markus Brunner ist Präsident des Fischereivereins Thur. Die Pachtstrecken des Vereins erstrecken sich von der Mündung des Geren- und des Mettlenbachs bei Scheftenau über rund 42 Kilometer bis zur st. gallisch-thurgauischen Grenzen in der Nähe von Bischofszell.

Er sei grundsätzlich immer für die Aufwertung von Gewässern, sagt Markus Brunner. Aus Sicht der Fischerei sei die Aufwertung positiv. Mit Rücksicht auf die Wassertemperatur dürfe das Flussbett aber nicht zu stark verbreitert werden, sagt Markus Brunner. «Hohe Temperaturen in der Thur sind schon heute ein grosses Handicap für die Fische. Bei mehr als 23 Grad wird es für die Äschen heikel.» Wichtig ist für Markus Brunner deshalb, dass es Vertiefungen im Flussbett gibt, weil in diesen das Wasser kälter bleibt, und dass Bäume am Ufer für den nötigen Schatten sorgen. Solche Vertiefungen sind nach heutigem Stand geplant.

«Bei den Seitenbächen genau hinschauen»

Ein grosses Anliegen des Präsidenten des Fischereivereins ist auch, dass die Seitenbäche, die in die Thur münden, für die Fische gut zugänglich sind. Diese Bäche seien für die Naturverlaichung wichtig, sagt Markus Brunner. «Wenn das Projekt konkret wird, werden wir bei den Seitenbächen genau hinschauen.» Die Naturverlaichung sei aus der Sicht der Fischerei gegenüber einer Aufzucht in der Hälteranlage vorzuziehen. Der Präsident des Fischereivereins zweifelt nicht an der Notwendigkeit der Thursanierung. «Sorgen bereitet mir die Bauzeit. Geplant ist ja, vor allem im Winter zu arbeiten». Nun seien die Monate November respektive Februar und März die Zeit, in der die Bachforellen und die Äschen laichen, gibt Markus Brunner zu bedenken. Er fragt sich auch, wie das mit den Bauarbeiten in einem Winter wie diesem klappen soll.

Informationen über das Projekt aus der Sicht des Kantons

www.thursanierung-wattwil.ch

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