WATTWIL: Premiere bei der Dorfkorporation Wattwil

Die Korporationsbürger von Wattwil genehmigten die Rechnung 2016 und das Budget 2017. Zudem sprachen sie Kredite für die Sanierung des Werkhofs und für einen Leitungsersatz in der Schomattenstrasse.

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Thomas Grob, Urs Lenherr, Elisabeth Gensmer, Christoph Keist und Pascal Wiget (von links). (Bild: Martin Knoepfel)

Thomas Grob, Urs Lenherr, Elisabeth Gensmer, Christoph Keist und Pascal Wiget (von links). (Bild: Martin Knoepfel)

Bei der Korporationsversammlung der Dorfkorporation Wattwil gab es dieses Jahr eine Premiere. Erstmals stimmte die Dorfkorporation in einer Versammlung innerhalb der Versammlung darüber ab, wie der Vertreter der Dorfkorporation an der Generalversammlung (GV) der Thurwerke AG votieren muss.

Da die Thurwerke AG eine 100-Prozent-Tochter der Dorfkorporation ist, nahm das die Abstimmungen an der GV der Thurwerke vorweg. Dieses Vorgehen hatte der Verwaltungsratspräsident der Dorfkorporation und der Thurwerke, Thomas Grob, in der Ausgabe des Toggenburger Tagblatts vom letzten Dienstag angekündigt. Es soll die Kritik entkräften, dass der Verwaltungsrat der Thurwerke sich selber kontrolliert. Personell sind die Verwaltungsräte der Dorfkorporation und der Thurwerke identisch.

Die Versammlung der Dorfkorporation fand am Mittwochabend im Thurpark, Wattwil, statt. 46 von 3332 Stimmberechtigten waren gekommen. Sie hiessen alle Anträge des Vorstands diskussionslos – und mit einer Ausnahme auch einstimmig – gut. Damit passierten der Jahresbeicht und die Rechnungen 2016 sowie das Budget 2017 der Dorfkorporation. Die Dorfkorporation erwirtschaftete letztes Jahr bei Einnahmen von 1,77 Millionen Franken einen Gewinn von 210942 Franken, fast dreimal so viel wie budgetiert. Die Versammlung sprach Kredite in Höhe von 361000 und 458000 Franken. Der erste dient zur Sanierung des Inneren und der Elektroinstallationen im Werkhof Wenkenrüti. Der zweite ist für die Erneuerung von 780 Metern Wasserleitung in der Schomattenstrasse bestimmt. Die knapp 50-jährige Wasserleitung sei in schlechtem Zustand, hiess es. Die Arbeiten erfolgen koordiniert mit dem Bau der Fernwärmeleitung.

Sodann wurde Christoph Keist neu in den Verwaltungsrat der Dorfkorporation gewählt. Er ist in Ebnat-Kappel aufgewachsen und lebt in Wattwil. Er ist Ingenieur und ersetzt den langjährigen Verwaltungsrat Urs Lenherr. In der GPK gab es ebenfalls einen Wechsel, von Elisabeth Gensmer zu Pascal Wiget.

Zudem beauftragten die Korporationsbürger den Vertreter in der GV der Thurwerke, deren Jahresbericht und Rechnung 2016 gutzuheissen. Der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat der Dorfkorporation soll zudem auch als Verwaltungsrat der Thurwerke fungieren.

«Meilenstein für die Versorgungssicherheit»

Schliesslich orientierte Thomas Grob über die stärkere Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die geprüft wurde. Von vier Varianten favorisiert der Verwaltungsrat die Eingliederung der Dorfkorporation in die Politische Gemeinde. Auch der Gemeinderat bevorzugt diese Lösung. Die Aktien der Thurwerke würden dabei der Gemeinde übertragen, sagte Thomas Grob. Es gebe aber in dieser Sache keinen Handlungsdruck.

Geschäftsführer Alex Hollenstein sagte, dass die Dorfkorporation auch im trockenen Jahr 2016 immer genug Wasser gehabt habe. Der Verbindungsschacht zur Wasserversorgung Lichtensteig bei der Städtli-Garage sei ein Meilenstein für die Versorgungssicherheit, da nun ein Verbund von Ebnat-Kappel bis ins Neckertal existiere. Die Thurwerke hätten letztes Jahr erneut den Strom günstig einkaufen können und die Ersparnis weitergegeben, sagte er.

Thomas Grob bestätigte, dass der Wärmeverbund ab 2018 schwarze Zahlen schreiben soll. Die Investitionen würden 13 Millionen Franken erreichen, die Bauvorhaben des laufenden Jahres eingeschlossen. Am Ende dieses Jahres will Thomas Grob Abnahmeverträge über 8,75 Gigawattstunden im Jahr unter Dach und Fach haben. Verhandlungen liefen für die Abnahme von einer weiteren Gigawattstunde.

Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch