WATTWIL: Nur beteiligen oder ganz integrieren?

Die Gemeinde könnte sich an der Thurwerke AG beteiligen oder die Dorfkorporation vollständig in die Politische Gemeinde integrieren. Ideen sind vorhanden, denn man will verstärkt miteinander arbeiten.

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In der Gemeinde Wattwil beliefern mehrere örtliche Korporationen oder überregionale Versorger die Haushalte mit Wasser oder Strom. Die Versorgung mit Strom und Wasser ist eine öffentliche Aufgabe, welche die Politische Gemeinde von Rechts wegen gewährleisten. In Wattwil tut dies grösstenteils die Thurwerke AG, ein Unternehmen der Dorfkorporation Wattwil.

Thurkwerke brauchten unternehmerische Flexibilität

Die Thurwerke AG hat sich als Dienstleister für Elektrizitäts-, Wasser-, Kommunikations- und Wärmeversorgung erfolgreich positioniert. Das Unternehmen sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region und profiliert sich auch als Produzentin von erneuerbarer Wärme und erneuerbarem Strom. Dies soll die Thurwerke AG auch weiterhin auszeichnen, erklärt Verwaltungsratspräsident Thomas Grob: «Die Entwicklung seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2001 zeigt, dass die Organisation in einer privatrechtlichen Aktiengesellschaft richtig war. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen braucht die Thurwerke AG unternehmerische Flexibilität.»

Zusammenarbeit intensivieren

Diese Flexibilität sei am besten mit der Eigenständigkeit des Unternehmens gegeben. Zugleich wurde die bestehende Struktur mit der Dorfkorporation als Spezialgemeinde und Eigentümerin der Thurwerke AG aber wiederholt in Frage gestellt. Wie die Gemeinde Wattwil in einer gestrigen Mitteilung schreibt, hätten der Verwaltungsrat der Dorfkorporation und der Gemeinderat Wattwil eine gemeinsame Arbeitsgruppe damit beauftragt, Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Thurwerke AG und der Politischen Gemeinde Wattwil zu prüfen. «Die Arbeitsgruppe hatte zwei Kooperationsvarianten vertieft zu prüfen», führt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner aus. «Einerseits eine Beteiligung der Gemeinde Wattwil an der Thurwerke AG, andererseits eine vollständige Inkorporation der Dorfkorporation in die Politische Gemeinde.» Bereits heute erbringt die Thurwerke AG auch weitere Leistungen für die Gemeinde. So erstellt sie Abwasserrechnungen und führt den Schwimmbadbetrieb. «Der Gemeinderat und der Verwaltungsrat der Dorfkorporation beurteilen aktuell eine Integration der Dorfkorporation in die Politische Gemeinde als die am besten geeignete Lösung, um die Strukturen zu vereinfachen und so die Eigenständigkeit der Thurwerke AG zu stärken», erklären Alois Gunzenreiner und Thomas Grob. «Für den definitiven Beschluss über eine Inkorporation in die Politische Gemeinde sind allerdings noch zahlreiche, teils komplexe Fragen zu klären.»

Kein Zeitdruck für den Fahrplan

Gegenwärtig arbeitet eine gemeinsame Expertengruppe von Gemeinde und Dorfkorporation mit externen Fachspezialisten an der Klärung der offenen Fragen. Namentlich ist das Optimierungspotenzial bei einer Inkorporation zu klären. Des Weiteren sind der Umgang mit den Liegenschaften und Rechten sowie eine Eignerstrategie und -vertretung für die Thurwerke AG zu definieren. Auch die Regeln für eine mögliche künftige Beteiligung anderer Gemeinden oder juristischer Personen aus der Region an der Thurwerke AG sind auszugestalten, und es sei ein «Fahrplan» für das weitere Vorgehen festzulegen. «Für die Klärung der Fragen besteht kein Zeitdruck, es geht um die langfristige Sicherung der Kontinuität», führt Alois Gunzenreiner aus. Die rechtliche Basis für eine allfällige Inkorporation bildet das Gemeindevereinigungsgesetz des Kantons St Gallen. Die Arbeitsgruppe soll den beiden Räten im laufenden Jahr einen Bericht unterbreiten. Auf dieser Basis werden dann die weiteren Beschlüsse gefasst.

Ob, mit welchen Rahmenbedingungen und zu welchem Zeitpunkt die Bürgerschaften allfällige Entscheide zu fällen haben, wird im Rahmen der laufenden Abklärungen erarbeitet. Die Dorfkorporation Wattwil und die Thurwerke AG, ihr operatives Unternehmen, sind finanziell und strategisch gut aufgestellt.

Ausgerichtet auf die Vision, als bereichsübergreifende technische Betriebe der öffentlichen Hand im mittleren Toggenburg einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Region mit Elektrizität, Wasser, Kommunikation und Wärme zu leisten, strebt die Thurwerke AG an, die diesbezüglichen Tätigkeiten im mittleren Toggenburg zu betreiben. Das bedingt professionelle Service- und Dienstleistungen, Projektentwicklungen und -umsetzungen in allen Bereichen. Die Thurwerke AG profiliert sich auch als Produzentin von erneuerbarer Wärme und erneuerbarem Strom.

Die Entwicklung seit der Gründung der Energie Wattwil AG – seit 2010 Thurwerke AG – im Jahr 2001 zeigt, dass die Organisation des Betriebs in einer privatrechtlichen Aktiengesellschaft richtig war. Das Unternehmen hat sich mit seiner Strategie als professioneller Dienstleister für Elektrizitäts-, Wasser-, Kommunikations- und Wärmeversorgung im mittleren Toggenburg erfolgreich im dynamischen Markt positioniert. Damit sichert es Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region. Seit seiner Gründung 2001 hat das Unternehmen rund ein Dutzend neue, qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. (pd/lim)