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WATTWIL: Mitten in die Passionszeit geführt

Das Herz des Konzerts zur Passionszeit, welches zwei ständige Ensembles der DomMusik der Kathedrale St. Gallen in der evangelischen Kirche unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Gut aufführten, war «Der Gerechte kommt um».
Peter Küpfer
Kimberly Brockman, Sopran; Sonja Leutwyler, Alt; Andreas Gut, Leitung; Raphaël Favre, Tenor, sowie Richard Helm, Bass (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Kimberly Brockman, Sopran; Sonja Leutwyler, Alt; Andreas Gut, Leitung; Raphaël Favre, Tenor, sowie Richard Helm, Bass (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Auf dem Programm standen das «Stabat Mater» von Joseph Haydn sowie zwei Motetten zur Sterbethematik. Eine von Johann Sebastian Bach («O Jesus Christ, meins Lebens Licht») sowie eine aus der Hand von Bachs Amtsvorgänger Johann Kuhnau, welche aller Wahrscheinlichkeit nach von Bach bearbeitet wurde. Sie trägt den Titel, der mitten in die Passionszeit führte: «Der Gerechte kommt um».

Haydns dramatische Komposition als Hörerlebnis

Der zentrale Programmteil des Passionskonzertes mit dem Collegium instrumentale und Collegium vocale der Kathedrale St. Gallen unter der Leitung von Andreas Gut war Joseph Haydns «Stabat Mater dolorosa». Als Solistinnen konnten Kimberly Brockman (Sopran) und Sonja Leutwyler (Alt) gewonnen werden, als Solisten Raphaël Favre (Tenor) und Richard Helm (Bass). Beim von zahlreichen Komponisten vertonten Text handelt es sich auch bei Haydn um das aus dem Hochmittelalter stammende liturgische Gedicht, das Marias Schmerz, am Kreuze ihres sterbenden Sohnes weinend und klagend, zum Inhalt hat.

Musikalisch war alles da, was Haydns dramatische Komposition zum Hörerlebnis machte. Das Instrumentalensemble war besetzt mit einer eindrücklichen Zahl von Streichinstrumenten, zu deren klagendem Klangteppich –in historischer alter Stimmung – sich das Orgelpositiv, ein Fagott und zwei Oboen gesellten, wechselnd als Barockoboen oder Oboe da caccia gespielt. Seufzende Violinen und schluchzende Holzblasinstrumente schufen ein Klageszenario, dem sich der Kammerchor und die Solistenstimmen zugesellten oder sich davon abhoben. Sonja Leutwylers Mezzosopran atmete ganz das mütterliche Empfinden Marias, Raphaël Favres Tenor gab einen, gerade auch in leisen Tönen, mitleidenden Augenzeugen. Die volle Bassstimme von Richard Helm klang warmherzig, entsetzt oder beschwörend. Einen besonderen Glanz verlieh dem dramatischen Geschehen Sopranistin Kimberly Brockman mit ihrem, die Schmerzausbrüche Marias immer wieder durchbrechenden, Jubel. Ihre Stimme insistierte überzeugend auf der Verheissung und Erlösung, welche dem Musik gewordenen Leiden innewohnen. In solch jubelnden Schlussklängen wurde das Finale «Paradisi gloria» zur musikalischen Vorwegnahme von Ostern.

Zwei barocke Motetten umrahmten das «Stabat Mater». Sie variierten die düstere Sterbe-Thematik, wiesen aber beide in Text und Musik auch auf das verheissene, selige Sterben hin. Gerade die abschliessende Motette «O Jesus Christ, meins Lebens Licht» spendete diese versöhnenden Momente auch musikalisch, vom Chor tragend gestaltet. Das Publikum bedachte die engagierte Aufführung mit einem langen Schlussapplaus, welcher über Lücken in seinen Reihen hinwegtröstete.

Peter Küpfer

redaktion@toggenburgmedien.ch

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