Wattwil mit Steuerfuss auf Kurs

Eine ruhige Bürgerversammlung erlebten die 127 Stimmberechtigten am Mittwochabend in der evangelischen Kirche. Diskussionslos und einstimmig genehmigten sie Rechnung und Budget. Der Gemeindesteuerfuss sinkt auf 145 Prozent.

Hansruedi Kugler
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Die Badi Wattwil soll in den nächsten Jahren umfassend saniert werden. (Bild: pd)

Die Badi Wattwil soll in den nächsten Jahren umfassend saniert werden. (Bild: pd)

WATTWIL. Seit 2007 sinkt der Wattwiler Gemeindesteuerfuss kontinuierlich – von 162 auf 148 Prozent im letzten Jahr. Nun ist sogar eine Senkung auf 145 Prozent möglich. Damit habe der Gemeinderat den oberen Rand seiner Zielbandbreite erreicht, sagte Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner an der Bürgerversammlung. Eine solche Bandbreite habe der Gemeinderat zu Beginn als Legislaturziel festgelegt. Er habe dabei die historische Steuerfussentwicklung Wattwils, die aktuelle Finanzlage sowie die Steuerfüsse der Regionsgemeinden und ähnlich gelagerter Gemeinden im Kanton berücksichtigt. Der Mittelwert der Gemeinden mit Zentrumsfunktion lag bei 136 Prozent, der Mittelwert in der Region lag bei 145 Prozent.

Steuerfuss bleibt stabil

Alois Gunzenreiner wagte trotz wirtschaftlich unwägbaren Faktoren wie der Euroschwäche die Prognose, dass Wattwil die 145 Steuerprozente über die nächsten Jahre hinweg halten könne. Die Schuldenlast ist gesunken und Vorfinanzierungen in künftige Investitionen hätten realisiert werden können. So zum Beispiel letztes Jahr für den Thurpark, in diesem Jahr 1,5 Millionen Franken für die umfassende Sanierung des Freibads.

«Wattwil ist Nettozahler»

Die Jahresrechnung 2014 der Politischen Gemeinde Wattwil schliesst mit einem Aufwand von 42,56 Millionen Franken und einem Ertrag von 44,21 Millionen Franken. Für das Jahr 2014 wurden gesamthaft Finanzausgleichsmittel von 8,848 Millionen Franken bezogen. Gleichzeitig wurden in der Gemeinde Wattwil Kantonssteuern in der Höhe von 14,039 Millionen Franken erhoben. «Man kann sagen, wir sind für den innerkantonalen Finanzausgleich eine Nettozahler-Gemeinde», so Gunzenreiner.