WATTWIL: «Letzte Chance für Sportanlagen»

Der Gemeinderat und der Schulrat erläuterten die Vorlage für den Bau von Sportanlagen auf dem Rietwis-Areal. Sie betonten die Synergien mit dem Campus Wattwil und mit weiteren Projekten der Schule Wattwil.

Martin Knoepfel
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Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch

«Wenn wir hier nicht Ja sagen, müssen wir über die Kanti Wattwil nicht mehr abstimmen.» Das sagte ein Votant an der Informationsveranstaltung am Mittwochabend. Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner räumte ein, dass die Abstimmung über die Sportanlage Rietwis ein politisches Signal aussenden werde. Am Mittwoch warben er und Schulpräsident Norbert Stieger an der Information im Thurpark für drei Ja der Stimm- und Schulbürger bei der Gemeindeabstimmung vom 21. Mai. Rund 70 Personen waren gekommen, darunter Vertreter der Ortsparteien und – nach den Jacken zu urteilen – von Sportvereinen. Gegner der Vorlage meldeten sich nicht zu Wort.

Der Gemeindepräsident erläuterte die Vorgeschichte der Vorlage mit den einzelnen Etappen der Debatte um den Neubau der Kanti Wattwil. Der Regierungsrat hält an Wattwil als Standort der Kanti fest. Für einen Neubau favorisiert er das Areal, auf dem jetzt die Aussensportanlagen der Kanti liegen. Zugleich soll eine Campus-Lösung mit dem BWZT realisiert werden und Synergien bringen. Für die heutigen Aussensportanlagen soll die Gemeinde Ersatz auf dem Rietwis-Areal schaffen. Die Planung des Campus sei davon abhängig, was in Wattwil in Bezug auf die Bereitstellung der Sportanlagen geschehe, sagte der Gemeindepräsident. Zugleich könne man auf dem Rietwis-Areal Ersatz für den Sportplatz Bunt schaffen, der der Thursanierung zum Opfer falle. Die Sportanlagen auf dem Rietwis-Areal seien ohne Erhöhung der Steuern realisierbar.

Schulpräsident Norbert Stieger wies auf Synergien für die Schule hin. Die Grüenau-Halle sei übernutzt. Die Schulanlage Hochsteig sei mit Ausnahme der Turnhalle ausser Betrieb, könne aber nur verkauft werden, wenn die Turnhalle frei sei, sagte Norbert Stieger. In der Schulanlage Risi fehle eine Aula. Die günstigste Lösung für den Einbau der Aula sei die Umwandlung des Gymnastikraums, der als Mehrzweckraum konzipiert worden sei. Ein Annexbau für die Aula sei rund 650000 Franken teurer. Die Abstimmungsvorlage sei die letzte Chance für den Bau von Sportanlagen in Wattwil, sagte Norbert Stieger. Sportanlagen brauchten nun einmal viel Platz.

Eventuell Verlegung der Minigolfanlage

In der Diskussion wurde nur eine Frage gestellt. Ein Besucher wollte unter anderem wissen, ob die Beach-Volleyball-Felder in die Badi verlegt werden, wenn sie auf dem Rietwis-Areal keinen Platz haben. Zudem fragte er, ob die Minigolfanlage verlegt wird. Norbert Stieger sagte, man habe bisher nur geprüft, ob die vom Kanton geforderten Anlagen auf dem Rietwis-Areal Platz hätten. Alois Gunzenreiner betonte, dass die folgenden Planungen sich im Rahmenkredit bewegen müssten. Eventuell werde die Minigolfanlage verschoben. Die Lage der Infrastrukturgebäude und der Becken der Badi sei fix.

Kantonsrat Christoph Thurnherr (SP) rief dazu auf, so für die Sportanlage Rietwis zu fighten, wie die Wattwiler für den Erhalt des Spitals gekämpft hätten. René Buri (CVP) sagte, dass er schon 1994 mit der Frage der Sportstätten konfrontiert wurde. Das Thema sei lange genug pendent. Frédéric Schiess (FDP) forderte dazu auf, ein Zeichen für den Bildungsstandort zu setzen. Auch Hansueli Hofer (SVP) lobte den Gemeinderat. Zugleich zeigte er sich enttäuscht ob der für ein wichtiges Geschäft geringen Besucherzahl. Er rief dazu auf, für die Vorlage zu mobilisieren.

Die Vertreterin des TSV Wattwil sagte, dass der Verein rund 250 Kinder und Jugendliche betreue und zum Sport hinführe. Der Fussballclub Wattwil Bunt sei in einer ähnlichen Lage. Ein Anwohner der Rietwisstrasse lobte die Behörden, weil sie die Nachbarn der künftigen Anlage von Anfang an ins Boot geholt hätten.