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WATTWIL: Keine Lust auf weitere Verzögerungen beim Campus

Der Gemeinderat fordert die St. Galler Regierung auf, das Projekt "Campus Wattwil" prioritär und mit Nachdruck voranzutreiben. Schliesslich hat die Regierung dem Gemeinderat Wattwil das verzugslose Vorgehen versprochen.
Mit 90 Prozent Ja-Stimmen setzte die Bevölkerung Wattwils im Mai 2017 ein starkes Signal für den Campus. (Bild: Martin Knoepfel)

Mit 90 Prozent Ja-Stimmen setzte die Bevölkerung Wattwils im Mai 2017 ein starkes Signal für den Campus. (Bild: Martin Knoepfel)

Er begrüsse die laufenden Arbeiten des Kantons für den «Campus Wattwil», schreibt Wattwils Gemeinderat in einem Communiqué. Er fordert aber im selben Schreiben zugleich die St. Galler Regierung dazu auf, das Projekt mit Nachdruck prioritär voranzutreiben. Er schreibt weiter, dass der Gemeinderat, um das Projekt zusätzlich zu unterstützen, für eine Fussgängerbrücke über die Thur 600'000 Franken zu Lasten der Investitionsrechnung ins Budget 2018 einstelle.

Ein Blick zurück: Im Mai vor einem Jahr hat die grosse Mehrheit der Stimm- und Schulbürger von Wattwil und Krinau die drei Vorlagen für die Gesamtsportanlage Rietwis gutgeheissen. Es handelte sich um Kredite für den Bau einer Dreifachsporthalle und einer Aussensportanlage. Die Planung der Gesamtsportanlage und die dementsprechende Abstimmung in der Gemeinde soll nicht nur bestehende und künftige Platzprobleme bei der Sportinfrastruktur beheben, sondern erfolgte auch im Hinblick auf den Campus Wattwil.

Die Behörde betont im gestrigen Schreiben, dass im Rahmen der Verhandlungen über die Gesamtsportanlage Rietwis seitens des Kantons der Gemeinde eine verzugslose Bearbeitung des Geschäftes «Campus» versprochen worden sei. Schon im März 2015 hatte die St. Galler Regierung die Projektskizze für das Vorhaben «Campus Wattwil» genehmigt, in welchem der Neubau der Kantonsschule Wattwil und die Erneuerung des BWZT zusammengefasst werden sollen. Im August 2016 stellte die Regierung dann in Aussicht, dass sie in der ersten Jahreshälfte 2017 über die Projektdefinition entscheiden und in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Botschaften dem Kantonsrat zuleiten werde. Im Dezember nun kommunizierte die Regierung in ihrer Antwort auf einen Vorstoss von Kantonsrat Karl Brändle weitere Verzögerungen. Diese wird voraussichtlich in der Februarsession behandelt. Diese beginnt nächste Woche.


Verzögerungen nicht nachvollziehbar

Der Gemeinderat Wattwil habe mit grösstem Befremden zur Kenntnis genommen, dass fast drei Jahre nach dem Regierungsbeschluss noch immer keine Projektdefinition vorliege. Bereits 2010 hatte das Bildungsdepartement das Baudepartement eingeladen, die Planung zur Sanierung der Kantonsschule Wattwil an die Hand zu nehmen. In einer Interpellationsantwort im Juli 2013 hiess es, die Raumbedürfnisse seien geklärt. Trotzdem werden aktuell Abklärungen dazu als Verzögerungsgrund genannt. «Die Verzögerungen sind für uns nicht wirklich nachvollziehbar», erläutert Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. «Wir haben als Standortgemeinde alles dafür getan, dass es rasch vorwärtsgehen kann.» Er erinnert daran, dass die Wattwiler Stimmberechtigten bereits am 21. Mai 2017 den Bau der Gesamtsportanlage Rietwis, die durch die kantonalen Schulen mitgenutzt werden soll, mit 90 Prozent Ja-Stimmen genehmigt und damit ein starkes Signal für den Campus Wattwil gesetzt haben. Der Gemeinderat habe deshalb das Gespräch mit Regierungsrat Marc Mächler gesucht.


Weitere Signale der Gemeinde

«Regierungsrat Marc Mächler hat uns zugesichert, dass das Campus-Projekt nun mit der nötigen Priorität vorangetrieben wird», zeigt sich Alois Gunzenreiner im Schreiben zuversichtlich. «2019 sollen die Stimmberechtigten im Kanton St. Gallen darüber abstimmen können», wird er zitiert. Um das Campus-Projekt zusätzlich zu unterstützen, hat der Gemeinderat beschlossen, über das Investitions-Budget 2018 einen Kredit von 600'000 Franken für den Bau einer Fussgängerbrücke über die Thur einzuholen. Eine solche Verbindung ermögliche nicht nur einen engen räumlichen Bezug von Kantonsschule und BWZT auf dem Campus, sondern diene auch der innerörtlichen Verbindung, wie sie im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zur Thursanierung thematisiert wurde. «Mit dem Kreditantrag wollen wir die Realisierung der Fussgängerverbindung verbindlich machen», erklärt Alois Gunzenreiner in der Mitteilung.

Wenn die Bürgerversammlung den Kredit genehmige, könne eine Brücke in Abstimmung mit dem Campus- und/oder dem Thur-Projekt gebaut werden – je nachdem, welches Projekt zuerst realisiert werde. Ebenso habe der Gemeinderat die Projektierung zur Verlegung des Hofstattbachs ausgelöst und er sei bereit, Parkplatzfläche zur Erweiterung des BWZT abzutreten.

In Wattwil hängen mehrere Projekte direkt mit dem hängigen Campus-Entscheid zusammen. Sie sind blockiert. Für den Gemeinderat sei klar, dass es unter keinen Umständen zu weiteren Verzögerungen kommen darf. «Die Gemeinde Wattwil hat alles getan, tut alles und wird auch weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, damit der Campus Wattwil realisiert wird», betont Alois Gunzenreiner. «Wir erwarten mit Nachdruck eine rasche Bearbeitung des Geschäftes, damit es die Bezeichnung «priorisiertes Projekt» auch verdient.»

Der Gemeinderat erwarte, dass zumindest der Fahrplan, den die Regierung in der Antwort auf die Interpellation Karl Brändle skizziert hat, eingehalten werde und der Kantonsrat die Campus-Botschaften in diesem Jahr beraten kann. «Ansonsten ist eine Volksabstimmung erst 2020 möglich», erklärt Alois Gunzenreiner. «Das wäre für uns nicht akzeptabel. Aus unserer Sicht sollte die Abstimmung im Mai 2019 möglich sein. Gemeinde und Kanton brauchen dringend Klarheit für unsere weiteren Projekte in Wattwil.» (pd/lim)

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