WATTWIL: Katerstimmung und Einzeltriumph

Die schönsten Brown-Swiss-Kühe stiegen am Mittwoch in der Markthalle Wattwil in den Ring. Wer ist die Schönste und wer wird Betriebsmeister mit den besten drei Kühen?

Patricia Wichser
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Ulrich Wickli (links) überzeugte mit Wicklis Brookings Wendy auf Platz zwei beim Schöneuter-Wettbewerb. (Bild: Patricia Wichser)

Ulrich Wickli (links) überzeugte mit Wicklis Brookings Wendy auf Platz zwei beim Schöneuter-Wettbewerb. (Bild: Patricia Wichser)

Patricia Wichser

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Die Markthalle war gerammelt voll. Die Schweizer Betriebsmeisterschaft wird auch vom nichtbäuerlichen Publikum geschätzt. Wo eine gute Stimmung, viel «kennigs» Volk und eine gute Bar auszumachen ist, da sind auch die geselligen Toggenburger Partygänger nicht weit. Weiter im Vormarsch ist die internationale Bekanntheit der Ausstellung: Braunviehzüchterkreise aus Österreich und Deutschland besuchen die Top-Schau.

Pro Abteilung zeigten sich je 15 Kühe im Ring. Aus den 150 Tieren galt es, die Siegerin pro Abteilung, in der Sparte «Schöneuter» und den Grand Champion zu ermitteln. Die grösste Spannung herrschte aber darüber, wer den Titel «12. Betriebsmeister» holen würde. Betriebsmeister wird, wer die höchste Punktzahl in der Einzelrangierung und die höchste Summe des Milchwertes seiner drei ausgestellten Tiere hat. Richter des Abends war Markus Mock aus Deutschland. «Er ist international einer der besten Richter», erklärt Emil Zwingli, OK-Präsident der 12. Betriebsmeisterschaft in Wattwil. Er hat nicht nur Erfahrungen mit Holstein-Kühen, sondern auch mit Brown Swiss.

Harte nationale Konkurrenz

Klar, dass das Toggenburger Publikum mit den elf einheimischen Landwirten mitfieberte. Doch irgendwie wollte es nicht recht laufen. Nach den Abteilungsrangierungen machte sich bei einigen Züchtern emotionale Katerstimmung breit. Für Hans-ueli Huser aus Neu St. Johann, welcher in den vergangenen Jahren mehrmals in der Sparte Milchwerte gewann, reichte es dieses Jahr nur für Platz 15.

Zwei Töchter der mehrfach prämierten H. U. Huser’s Jolden Patrizia nahmen am Wettbe-werb teil. H. U. Huser’s Fantastic Peppina-ET erreichte in der Abteilung 3 den dritten Platz, H. U. Huser’s Vigor Palmira den zwölften Platz in der Abteilung 6. Auf der Betriebsmeisterschaftliste sind Husers auf dem 16. Platz zu finden. Die Konkurrenz ist hart, die Qualität hoch. Trotzdem lassen sie den Kopf nicht hängen. «Das kann nächstes Jahr wieder besser sein», weiss Andrea Huser. Auch Andreas Wittenwiler aus Nesslau hatte im ersten Moment mit Enttäuschung zu kämpfen. Eine seiner Kühe, Laura, gewann vor einem Monat in Gais die 9. Braunvieh-Eliteschau – in Wattwil plazierte sie sich auf dem achten Platz. «Es kommt auch auf die Tagesverfassung der Kuh an», weiss der erfahrene Züchter. Er ist eine Toggenburger Frohnatur und meint zu seinen Top-Kühen: «Ich nehme sie gerne wieder mit nach Hause und würde sie auch niemals tauschen.» Zufrieden ist Andreas Kurath aus Libingen. Er nahm zum zweiten Mal an der Betriebsmeisterschaft teil. Seine Dorina klassierte sich in der Abteilung 6 auf dem vierten Platz. Vor zwei Jahren wurde sie Erste. Daisy, die Tochter von Dorina, war die Jüngste in der Abteilung 1 und landete auf dem achten Platz. «Wenn man sich in der Hälfte klassiert, ist das sehr gut», erklärt er.

Die Toggenburger Braunviehzüchter sorgten aber auch für einheimische Glanzmomente. In der Sparte «Schöneuter» überzeugte Ulrich Wickli aus Ennetbühl mit Wickli’s Brookings Wendy auf Platz zwei. In der Kategorie Milchwerte brillierte Andreas Kurath aus Libingen auf Platz drei (MIW Total 369), gefolgt von Marcel Jud aus Wolfertswil mit Platz sechs (MIW Total 359) und Emil Zwingli aus Wattwil auf Platz sieben (MIW Total 358). Bester Toggenburger auf der Betriebsmeister-Rangliste ist Karl Alpiger aus Alt St. Johann auf Rang sieben mit einer Total-Punktzahl von 40,0. Im Vergleich: Der Sieger WTS Genetics, Menznau, erreichte 48,2 Punkte. In die Championrunde schafften es: Alpiger’s Top Salomon Marina von Karl Alpiger und Zwingli Fantastic Fligflag von Emil Zwingli (beide Abteilung 2).

Andreas Kurath konnte einen guten Tierbestand übernehmen.

Andreas Kurath konnte einen guten Tierbestand übernehmen.

Die blau-grüne Arena gehörte den schönsten Brown-Swiss-Kühen.

Die blau-grüne Arena gehörte den schönsten Brown-Swiss-Kühen.