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WATTWIL: Jungunternehmer: «Fehler zu machen ist okay, Fehler zu wiederholen nicht»

Vom Kantischüler, der sein Geld mit Putzen verdiente, bis zum schweizerischen Marktführer für KMU-Unternehmenssoftware in 13 Jahren – Jeremias Meier, Gründer und CEO von Bexio, hat viel erreicht.
Sascha Erni
Jeremias Meier, Gründer und CEO von Bexio. (Bild: Sascha Erni)

Jeremias Meier, Gründer und CEO von Bexio. (Bild: Sascha Erni)

Die Fachgruppe Wirtschaft und Recht der Kanti lud den Wattwiler Jeremias Meier am 26. März zu einem öffentlichen Vortrag ein und über hundert Gäste, vor allem Schülerinnen und Schüler, folgten dem Ruf. Das lag sicher an Meiers Biografie: Wenn jemand referiert, der in genau diesen Hallen die Matura gemacht hat, hört man als Gymnasiast genauer hin.

Von der internen Lösung zum Produkt

«Ich bin nie der grosse Theoretiker gewesen», eröffnete Jeremias Meier seinen Vortrag in der Aula der Kantonsschule Wattwil. Entsprechend hatte er parallel zum HSG-Studium auch verschiedene Jobs. Hinter der Bar des Clubs «Kraftwerk» kam er mit einem Gast ins Gespräch. Daraus entwickelte sich eine Geschäftsbeziehung, Meier stiess als dritter Partner zum frisch gegründeten Internet-Dienstleister «Ibrows» mit Sitz in Wattwil.

Aber von Anfang an störte der Papierkram, erinnerte sich Meier. «Wir hatten oft viel Arbeit, aber Ende Monat trotzdem keine Einnahmen.» Nicht, weil die Kunden sich um Zahlungen gedrückt hätten. Sondern weil der Rechnungsversand manchmal vergessen ging. So entstand die Idee, eine eigene Business-Software speziell für die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen zu entwickeln. Nach vielen Umwegen entstand daraus Bexio.

Später lagerten Meier und sein Team Bexio als eigene Firma aus und setzten voll auf die Karte «Cloud». Heute, nur fünf Jahre nach diesem Entschluss, hat Bexio über 10'000 KMU-Kunden, jeden Monat kommen zwischen 500 und 700 Neukunden hinzu. Meier erklärte in seinem Vortrag, welche Punkte für den Erfolg besonders wichtig waren. Im Zentrum stehe das Team: Ohne gute Mitarbeitende und die optimale Arbeitsumgebung brächten die besten Ideen oder die schnellsten Reaktionen auf veränderte Marktbedingungen wenig. Nicht zuletzt würde es ohne ein eingeschweisstes Team schwierig, mit Fehlern und Rückschlägen umzugehen. Und die gehörten zum Geschäft. «Fehler zu machen ist okay, aber Fehler zu wiederholen nicht», sagte Meier.

Rapperswil als Kompromiss

Das Büro in Wattwil musste Bexio vor einigen Jahren aufgeben – vorwiegend wegen der Mitarbeitersuche. «Es ist schwierig, gute Leute für eine solche Technologiefirma zu finden, im Toggenburg ist es noch schwieriger», bedauerte Meier. Rapperswil, der heutige Hauptsitz von Bexio, habe sich als idealer Kompromiss erwiesen: Nahe genug an Zürich, dass sich die dortigen Talente bewerben mochten, aber auch nahe genug an Wattwil, so dass die bestehenden Mitarbeitenden bleiben konnten.

Jeremias Meiers Vortrag sprach die Sprache der Anwesenden. Das zeigte sich auch in der abschliessenden Fragerunde, in der die Zuhörerschaft engagiert Themen diskutierte, die wohl jeden jungen Erwachsenen beschäftigen. Jemand fragte beispielsweise nach der idealen Ausbildung für diesen Geschäftsbereich, eine andere Schülerin, weshalb Bexio nach all den Problemen der Gründerjahre nicht aufgegeben hatte. Am nahesten ging den Anwesenden wohl Meiers Antwort darauf, wie er es geschafft hatte, Studium und Beruf unter einen Hut zu bringen. «Nun ja, ich habe nur den Bachelor gemacht. Und das hat fünf Jahre gedauert», lachte Meier, und der Saal lachte mit.

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