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Wattwil: Jenes im Zürcher Wehntal

Wattwil gilt als Toggenburger Zentrumsgemeinde mit 8500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Vom Zentrum ist jenes Wattwil, das im Zürcher Wehntal liegt, hingegen sehr weit entfernt. Der Weiler, der zur Gemeinde Oberweningen gehört, liegt weit ausserhalb.
Beat Lanzendorfer
Der Weiler Wattwil in der Zürcher Gemeinde Oberweningen ist weit abgelegen und nur durch einen Waldweg erreichbar. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Der Weiler Wattwil in der Zürcher Gemeinde Oberweningen ist weit abgelegen und nur durch einen Waldweg erreichbar. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Wattwil gilt als Toggenburger Zentrumsgemeinde mit 8500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Vom Zentrum ist jenes Wattwil, das im Zürcher Wehntal liegt, hingegen sehr weit entfernt. Der Weiler, der zur Gemeinde Oberweningen gehört, liegt weit ausserhalb. Er ist nur durch eine ungeteerte, rund zwei Kilometer lange Waldstrasse erreichbar. Die Zufahrt ist lediglich Berechtigten erlaubt.

Die Geschichte dieses Gemeindeteils beginnt vor über 1200 Jahren. Damals hat ein alemannischer Oberweninger mit Namen Watto ein Waldstück gerodet und darauf einen Hof erbaut. Später ging das Grundstück in den Besitz des Klosters Pfäfers über. Auf der Besitzbestätigung durch Papst Gregor V. erscheint bereits der Name «Wattwile». Weitere Eigentümer waren das Kloster Selnau, ein Badener Bürger namens Niklaus Aerzli sowie ein einheimischer Bauer mit Namen Meier. Durch die Wirren der Reformation im 16. Jahrhundert fanden Verfolgte in seinem Weiler oft Unterschlupf. Ein späterer Besitzer verkaufte den Hof 1568 für 850 Gulden den Gemeinden Oberweningen und Schöfflisdorf, die damals das Gebiet auf der Egg noch als gemeinsamen Besitz verwalteten. Nicht mehr bekannt ist, wann der Hof in die zwei noch heute bestehenden Bauerngewerbe aufgeteilt worden ist. Als sicher gilt, dass seit dem 18. Jahrhundert immer von zwei Besitzern die Rede ist. Heute lebt und wohnt in Wattwil rund ein Dutzend Personen.

Schmuckstück Heimatmuseum

Nachzulesen ist dies in den Räumlichkeiten des Heimatmuseums in Oberweningen. Der Museumsspeicher, von der Gemeinde renoviert, liegt direkt hinter dem Gemeindehaus. Er ist ein wahres Schmuckstück. Gehegt und gepflegt durch die Mitglieder des 1936 gegründeten Zürcher Unterländer Museumsvereins, wird in Küche, Stube, Kammer und Keller das bäuerliche Leben früherer Tage dargestellt. Die aktuelle Ausstellung «Rund ums Schreiben» passt ausgezeichnet zur Sommerserie des Toggenburger Tagblattes.

Das Heimatmuseum, das jeden ersten Sonntag von April bis Oktober zwischen 14 und 17 Uhr kostenlos besichtigt werden kann, finanziert sich durch Spenden und Mitgliederbeiträge (www.zumv.ch). Es steht unter der Leitung von Präsident Hansruedi Rast. Er war es auch, der zusammen mit den Sammlungsbetreuern Jörg Schaub und Felix Meier die benötigten Informationen zusammentrug und den Gast aus dem Toggenburg vor Ort betreute. Dies alles, nachdem dieser nur zwei Stunden vorher seinen Besuch ankündete. Eine Dienstleistung, die ihresgleichen sucht.

Die Gemeinde heute

Nebst Oberweningen mit seinen rund 1700 Einwohnern gehören zum Wehntal die Gemeinden Niederweningen, Schleinikon und Schöfflisdorf. Ein Grossteil der Einwohner arbeitet in der Agglomeration Zürich, zu der auch Teile des Kantons Aargau mit Baden und Wettingen gehören. Die S-Bahn verkehrt regelmässig und hat zum Aufschwung des Tales beigetragen. Auf schulischer Ebene ist die Oberstufe in Niederweningen untergebracht. Politisch haben sich die vier Dörfer noch nicht gefunden, Fusionsverhandlungen, seit Jahren im Gang, führten bisher noch zu keinem Ergebnis. Mit Gottlieb Duttweiler hat Oberweningen einen berühmten Sohn hervorgebracht. Der Gründer der Migros ist am 15. August 1888 in Zürich geboren worden und 1962 auch dort gestorben. Der Schweizer Wirtschaftspionier und Politiker war aber in Oberweningen heimatberechtigt.

Das Heimatmuseum in Oberweningen. Früher ein Speicher, zeigt es auf zwei Etagen das bäuerliche Leben früherer Tage.

Das Heimatmuseum in Oberweningen. Früher ein Speicher, zeigt es auf zwei Etagen das bäuerliche Leben früherer Tage.

Wer nach Wattwil möchte, braucht eine Bewilligung. So abgelegen ist der Weiler in der Zürcher 1700-Seelen-Gemeinde Oberweningen.

Wer nach Wattwil möchte, braucht eine Bewilligung. So abgelegen ist der Weiler in der Zürcher 1700-Seelen-Gemeinde Oberweningen.

Einst ein Bauernhaus, ist hier nach umfangreichen Renovations- arbeiten die Verwaltung der Gemeinde Oberweningen untergebracht.

Einst ein Bauernhaus, ist hier nach umfangreichen Renovations- arbeiten die Verwaltung der Gemeinde Oberweningen untergebracht.

Dieser Raum im Heimatmuseum in Oberweningen ist einer Schusterwerkstatt nachempfunden.

Dieser Raum im Heimatmuseum in Oberweningen ist einer Schusterwerkstatt nachempfunden.

Werktagstracht im Wehntal. Ausgestellt im Heimatmuseum.

Werktagstracht im Wehntal. Ausgestellt im Heimatmuseum.

Jörg Schaub, Sammlungsbetreuer, Hansruedi Rast, Präsident Zürcher Unterländer Museumsverein, und Felix Meier, Sammlungsbetreuer, drücken noch einmal die Schulbank im Heimatmuseum in Oberweningen (von links).

Jörg Schaub, Sammlungsbetreuer, Hansruedi Rast, Präsident Zürcher Unterländer Museumsverein, und Felix Meier, Sammlungsbetreuer, drücken noch einmal die Schulbank im Heimatmuseum in Oberweningen (von links).

Bild: Beat Lanzendorfer

Bild: Beat Lanzendorfer

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