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WATTWIL: In der Gemeindekasse liegt genügend Geld

Die Gemeinde hat Schulden ab- und ein Vermögen aufgebaut. Für die vorgesehenen Investitionen wie die Gestaltung Orts- zentrum, Sport- und Schulinfrastruktur ist die finanzielle Ausgangslage perfekt. Einzig der Hangrutsch im Rumpf schlägt negativ zu Buche.
Im Frühjahr 2017 rutschte im Gebiet Rumpf die Fahrbahn und viel Wiesland ab. Die Instandsetzungsarbeiten und die Schadensbehebung kosteten die Gemeinde Wattwil 38 (Bild: Urs M.Hemm)

Im Frühjahr 2017 rutschte im Gebiet Rumpf die Fahrbahn und viel Wiesland ab. Die Instandsetzungsarbeiten und die Schadensbehebung kosteten die Gemeinde Wattwil 38 (Bild: Urs M.Hemm)

Die Jahresrechnung 2017 der Gemeinde Wattwil schliesst mit einem Überschuss von rund 1,6 Millionen Franken ab. Das schreibt der Wattwiler Gemeinderat gestern in einem Pressecommuniqué. Der Gemeinderat lege für das laufende Jahr ein ausgeglichenes Budget mit gleichbleibendem Steuerfuss von 139 Prozent vor, heisst es.

In den vergangenen zehn Jahren habe die Gemeinde Wattwil ihren Steuerfuss kontinuierlich von 162 auf 139 Prozent auf historisch tiefes Niveau gesenkt. Gleichzeitig wurden Schulden ab- und ein Vermögen aufgebaut. Der Gemeinderat schreibt, dass die Planwerte für die kommenden Jahre aufgrund der vorgesehenen Investitionen wie Gestaltung des Ortszentrums, Sport- und Schulinfrastruktur sowie Arealentwicklungen einen ansteigenden Abschreibungsbedarf aufzeigen. «Die positiven Abschlüsse der Vorjahre und die gesunde finanzielle Ausgangslage bilden eine solide Basis für die anstehenden Investitionsentscheide», zeigt sich Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner überzeugt. Der Gemeinderat beantragt der Bürgerversammlung vom 21. März denn auch, den Überschuss mehrheitlich in eine Vorfinanzierung für die Umgestaltung der Post- und Bahnhofstrasse zu legen.

Hangrutsch Rumpf kostet 385000 Franken

Der Voranschlag 2017 der Politischen Gemeinde Wattwil ging von einem ausgeglichenen Ergebnis aus. Die Rechnung schliesst nun mit einem Überschuss von 1619040 Franken positiv ab. Das gute Ergebnis basiert im Wesentlichen auf Mehrerträgen bei den Grundbuchgebühren, Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern von über 900000 Franken, die alle auf Rekordstand angestiegen sind. Gleichzeitig resultierte ein geringerer Finanzbedarf der Schulgemeinde und Besserstellungen in den Bereichen Asyl- und Flüchtlingswesen, Kinder- und Jugendschutz sowie Gewässerverbauungen. Dagegen schlug die Behebung des Hangrutsches Rumpf mit 385000 Franken negativ zu Buche. Wiederum mussten laut Gemeinde grössere budgetierte Investitionen wegen laufenden Einsprachen oder weiteren Abklärungen aufgeschoben werden.

Schulgemeinde: Deutlich tieferer Personalaufwand

Die Schulgemeinde Wattwil-Krinau, deren Finanzbedarf rund 40 Prozent des Aufwands der laufenden Rechnung ausmacht, schloss um 490000 Franken besser ab als budgetiert. «Deutlich tiefer als erwartet fiel vor allem der Personalaufwand aus», fasst Schulratspräsident Norbert Stieger zusammen. «Aufgrund der schwankenden Schülerzahlen ist unsere Personalplanung immer eine grosse Herausforderung und kann jeweils erst im Mai abgeschlossen werden. Im laufenden Schuljahr konnten wir schliesslich auf eine budgetierte Oberstufenklasse verzichten.» Insgesamt gehört die Schulgemeinde Wattwil-Krinau im kantonalen Vergleich nach wie vor zu den kostengünstigsten Schulen.

Die Steuererträge der Politischen Gemeinde Wattwil im Jahr 2017 entsprechen weitgehend den Erwartungen und übertreffen den budgetierten Betrag um 248415 Franken. Aussergewöhnlich haben sich die Erträge bei den Grundstücksgewinnsteuern und den Handänderungssteuern entwickelt. Die Einnahmen aus Einkommens- und Vermögenssteuern liegen aufgrund geringerer Nachzahlungen um 452078 Franken tiefer als budgetiert.

Das Gemeindesteueramt hat im Jahr 2017 total 40499337 Franken bezogen und mit den Körperschaften abgerechnet. Ertrag aus den Kantonssteuern: 15172185 Franken; Ertrag aus den Bundessteuern: 3820902 Franken; Einkommens- und Vermögenssteuern: 19080578 sowie Kirchensteuern: 2425670 Franken. Im Vorjahr betrug der gesamthafte Betrag 41096376 Franken.

Der Gemeinderat beantragt der Bürgerschaft, den Überschuss wie folgt zu verwenden: 1.5 Millionen Franken für die Vorfinanzierung «Umgestaltung Post-/Bahnhofstrasse» sowie 119040 Franken für die Zuweisung ins Eigenkapital.

Volksabstimmung im Herbst

Zur Krediterteilung für die Umgestaltung der Post- und Bahnhofstrasse findet im kommenden Herbst eine kommunale Volksabstimmung statt. «Die Umgestaltung zu einer verkehrsberuhigten Zone ist das ‹Filet-Stück› der Massnahmen, mit denen wir die Aufenthaltsqualität des Zentrums im Hinblick auf die Eröffnung der Umfahrungsstrasse steigern können», führt Alois Gunzenreiner aus. Der Strassenzustand erfordere ohnehin in den nächsten Jahren eine Sanierung; diese werde deshalb anteilmässig mit einer Vorfinanzierung abgedeckt. Der ausgeglichene Voranschlag 2018 ist auf der Grundlage eines gleichbleibenden Steuerfusses von 139 Prozent ermittelt worden und liegt bei 46393300 Franken. Der Voranschlag rechnet, den Prognosen entsprechend, mit leicht steigenden Steuererträgen und beinhaltet ein geringes Ausgabenwachstum von 1.7 Prozent gegenüber dem Budget 2017. Dabei steige der Aufwand des Zivilschutzes durch die Regionalisierung der vier bisherigen Organisationen überproportional an. Das budgetierte Gesamtvolumen der Investitionsrechnung entspreche jenem der Vorjahre.

Gezielt ins Regionalzentrum investieren

Mit einem denkwürdigen Ja-Anteil von 90 Prozent haben die Wattwiler Stimmberechtigten im Mai 2017 der Gesamtsportanlage Rietwis zugestimmt. Das Projekt wurde seither weiter konkretisiert. Aktuell werden die Schnittstellen mit der geplanten Sanierung des Schwimmbades geklärt. Für die Überbauung «Bahnhof Süd» hat die Gemeinde der privaten Bauherrschaft die Baubewilligung erteilt. Der Baubeginn sei im Frühjahr vorgesehen. Die kantonalen Projekte Campus, Thursanierung, Umfahrung und Spitalsanierung – die bereits läuft – wurden weiter vorangetrieben. Sie bieten für die Entwicklung Wattwils als regionales Zentrum für Einkauf, Gewerbe, Dienstleistung, Bildung und Gesundheit Chancen, die der Gemeinderat konsequent nutzen will. In direkter oder indirekter Abhängigkeit entstehen laufend neue Entwicklungsprojekte wie Arealaufbereitungen oder die Arbeiten für ein «Innovationszentrum Holz».

Deshalb treibe der Gemeinderat das Projekt «Post-/Bahnhofstrasse» für die Umgestaltung des öffentlichen Raumes im Zentrum weiter voran. «Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir weiter gezielt in die Zukunft unserer Gemeinde investieren können», fasst Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner zusammen und betont: «Die verbesserte Finanzlage ermöglicht diese Investitionen, welche die Attraktivität der Gemeinde steigern.» (gem/lim)

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