Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

WATTWIL: Hüberli bezwingt die Eigernordwand

Matthias Hüberli hat sich mit der Durchsteigung der Eigernordwand einen Kindheitstraum erfüllt. Die Wand stellte den erfahrenen Hobby-Alpinisten vor seine bisher grösste Kletterherausforderung.
Rino Hosennen
Matthias Hüberli in der Spinne, einem bis zu 80 Prozent steilen Eisfeld im oberen Teil der Wand. (Bilder: PD)

Matthias Hüberli in der Spinne, einem bis zu 80 Prozent steilen Eisfeld im oberen Teil der Wand. (Bilder: PD)

Rino Hosennen

rino.hosennen@toggenburgmedien.ch

«Schon dazumal als Kind, als wir nach Grindelwald in die Ferien fuhren, war ich beeindruckt von dieser mächtigen Wand», erzählt Matthias Hüberli. Seit vielen Jahren ist der 32-jährige Freizeit-Bergsteiger aktiv in den Schweizer Bergen unterwegs und konnte den Eiger (3970 Meter über Meer) über den Mittellegigrat, den Ostgrat des Eigers, bereits bezwingen. Doch nun trat er mit der Nordwand des Eigers, einer der längsten und anspruchsvollsten Klettertouren der Alpen, vor seine bisher anspruchsvollste Kletteraufgabe.

Die Gesamtschwierigkeit wird als «äusserst schwierig» eingestuft. «Grundvoraussetzung ist viel Erfahrung im alpinen Bereich.» Die Tour stellt ausserdem grosse technische Anforderungen und verlangt eine sehr gute Grundkondition im Ausdauerbereich. Ein Jahr lang hat er sich zielgerichtet mit viel Konditions-, Technik- und Eisklettertraining vorbereitet. Teil des Ausdauertrainings war auch die anspruchsvolle Alpinwanderung über die Bergkette der sieben Churfirsten an einem Tag. «Aber ein gewisses Restrisiko bleibt», gibt Hüberli zu bedenken. Die Gefährdung durch Steinschlag ist gross, stabile Wetterverhältnisse sind Voraussetzung. «In der ersten Dezemberwoche des vergangenen Jahres hat dann alles gepasst, das Wetter stimmte und es lag genügend Schnee.»

Körperliche und mentale Grenzen

Für seine Erstbesteigung wählte er die klassische Heckmair-Route. «Anderl Heckmair wurde als einer der vier Erstbesteiger der Eigernordwand 1938 weltberühmt», weiss Hüberli, der sich im Vorfeld auch mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt hat. Durch die vielen Dramen, die sich in dieser Wand abspielten, liess er sich aber nicht abschrecken. Gemeinsam mit dem erfahrenen Bergführer Denis Burdet, bekannt als Leiter des SAC-Expeditionsteams aus der SRF-Sendung «Hoch hinaus», war er zwei volle Tage unterwegs. «Die Route ist permanent sehr steil und schwierig. Man muss immer mit dem Kopf bei der Sache sein.» Die Nordwand ist über 1800 Meter hoch, aber aufgrund der vielen Quergänge beträgt die gesamte Kletterdistanz vier Kilometer. Bei dieser ausserordentlich langen Tour stösst man an körperliche und mentale Grenzen.

Als eine Grenzerfahrung beschreibt Hüberli auch die Nacht im Biwak nach rund zwei Dritteln des Aufstiegs. «Mitten in der praktisch senkrechten Wand auf einem etwa einen halben Meter breiten Schneebrett zu liegen, war ein sehr spezielles Erlebnis.»

«Erleichtert, stolz und bereits etwas müde», so beschreibt Hüberli seine ersten Gefühle auf dem Gipfel. Doch die Gedanken richteten sich bald auf den Abstieg. Denn dieser war lang und nicht zu unterschätzen. «Man hat es erst geschafft, wenn man wieder heil unten ist», betont Hüberli. Da auf der normalen Abstiegsroute über die Westflanke zu wenig Schnee lag, musste auf eine Variante über die Eigerjöcher zum Jungfraujoch ausgewichen werden. Trotz der längeren und anstrengenderen Strecke lief alles rund. Darüber freute sich auch die Familie. «Mein Vater, der selber gerne in die Berge geht, hat zwei Tage mit dem Fernglas in der Kleinen Scheidegg gestanden und mitgefiebert.»

Fokus auf neue Projekte

Für dieses Jahr sind weitere Touren in der Schweiz geplant. Doch er will es etwas ruhiger angehen und freut sich auf gemütliche Touren mit Freundin und Kollegen. Im Zentrum steht für den gebürtigen Wattwiler dieses Jahr der Bau des eigenen Einfamilienhauses in der Schomatten. In einem Vortrag wird Matthias Hüberli mit vielen fotografischen Eindrücken vom Abenteuer der Durchsteigung der Eigernordwand berichten. Der Anlass findet am Donnerstag, 30. März, 19.30 Uhr, im grossen Saal des Thurparks Wattwil statt und ist gratis.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.