Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WATTWIL: Hauptversammlung SP Toggenburg: Sparen für den nächsten Wahlkampf

Die SP Toggenburg blickt an der Hauptversammlung auf ein ruhiges Jahr zurück, denkt aber bereits an die nächsten Wahlen. Als weniger ruhige Zeit beschreibt Historiker Max Lemmenmeier den Generalstreik von 1918.
Ruben Schönenberger
Max Lemmenmeier referierte zum Generalstreik, der sich zum 100. Mal jährt (Bild: Ruben Schönenberger)

Max Lemmenmeier referierte zum Generalstreik, der sich zum 100. Mal jährt (Bild: Ruben Schönenberger)

Wenn keine Kantonsratswahlen auf dem Programm stehen, ist der Alltag der Wahlkreisparteien unaufgeregt. Das widerspiegelte sich auch an der Hauptversammlung der SP Toggenburg im Café am Dorfbach in Wattwil. In der Rechnung für das Jahr 2017 tauchen deshalb gerade mal Ausgaben von rund 600 Franken auf, die zum grössten Teil der Kategorie «übrige Ausgaben» zugeordnet wurden. Das müsse aber auch so sein, erklärte Kassier Hans-Peter Nef. «Zwischen den Wahlen müssen wir möglichst viel sparen.»

Ähnlich unaufgeregt verlief die restliche Versammlung. Präsident Hansheiri Keller blickte auf ein Jahr zurück, das vor allem von Veranstaltungen geprägt war. Besonders erwähnte er die Tagung «Toggenburger Spitzen», die die Partei im September im Zeltainer in Unterwasser durchführte. Den Betreiber des Kleintheaters, Martin Sailer, konnte Keller auch zum ersten Mal als SP-Mitglied an einer Versammlung begrüssen. Bisher war Sailer zwar Teil der SP-Grünen-Fraktion im Kantonsrat, nicht jedoch SP-Mitglied. Das habe er nun vor etwa drei Wochen geändert.


Regierungsrat besucht das Toggenburg

Auch das kommende Jahr dürfte mangels kantonaler Wahlen von Veranstaltungen geprägt sein. Keller erwähnte vor allem den Frühlingsanlass vom 17. Mai, zu dem der Regierungsrat Fredy Fässler ins Toggenburg reisen werde. Der St. Galler SP-Politiker ist aktuell Präsident der Kantonsregierung.

Eine Reise der anderen Art unternahm im Anschluss an den offiziellen Teil der SP-Kantonsrat und Präsident der Kantonalpartei Max Lemmenmeier. Der Historiker referierte zum landesweiten Generalstreik, der sich zum 100. Mal jährt. Seine Reise startete er indes ein paar Jahre früher, vor dem Ersten Weltkrieg. Damals habe eine gewisse Kriegsbegeisterung in der Bevölkerung geherrscht. Auch die Sozialdemokratie stand zu Beginn hinter der militärischen Landesverteidigung. Der Krieg führte aber zu immer höherer Arbeitslosigkeit, die Preise stiegen an, gleichzeitig machten Industriefirmen grosse Gewinne. Erschwerend kam hinzu, dass das nationale Parlament noch nicht im Proporz-, sondern im Majorzverfahren gewählt wurde. Das führte dazu, dass nur die grössten Parteien Einsitz im Nationalrat nahmen. Im Oktober 1918 wurde das Proporzsystem zwar beschlossen, jedoch wurden keine Neuwahlen angesetzt

Heberlein arbeitete aktiv gegen Gewerkschaften

Der Unmut führte schliesslich zum landesweiten Generalstreik Mitte November 1918. Lemmenmeier präsentierte historische Dokumente aus jener Zeit. So habe sich die Firma Heberlein damals aktiv gegen gewerkschaftliche Proteste engagiert. Während des Landesstreiks zahlte das Unternehmen gar den doppelten Lohn. Da aber auch die Eisenbahn bestreikt wurde, zeigten sich die Auswirkungen des Landesstreiks trotzdem auch im Toggenburg. Das dürfte vor allem jene Einwohnerinnen und Einwohner des Thur- und Neckertals gefreut haben, die sich den neuen sozialdemokratischen Parteien angeschlossen hatten. In Wattwil beispielsweise gründete sich am 19. Mai 1917 eine 75-köpfige Sektion. An einem 1.-Mai-Umzug im Jahr 1919, der von Wattwil nach Lichtensteig führte, beteiligten sich gar rund 300 Personen.

Gemäss Lemmenmeier hatte der Landesstreik durchaus Erfolg, obwohl er wegen der drohenden Gefahr eines Bürgerkriegs schnell abgebrochen worden sei. So habe der Streik zur schnellen Einführung des Acht-Stunden-Tages geführt. Lemmenmeier schloss mit der Aufforderung, dass man den grundlegenden Anliegen des Generalstreiks auch heute noch Rechnung tragen müsse.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.