WATTWIL: Gemecker in Markthalle

Die zwölfte nationale Geissenshow vom Samstag lockte viele Aussteller und Besucher in die Markthalle. Beliebt sind die Gemsfarbigen.

Patricia Wichser
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Sind die beiden sauer aufeinander? Nein. Denn Minuten später stehen sie gemeinsam auf der Bühne.

Sind die beiden sauer aufeinander? Nein. Denn Minuten später stehen sie gemeinsam auf der Bühne.

Patricia Wichser

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Die Organisatoren vom Verein Ziegenfreunde hatten alle Hände voll zu tun. 770 Ziegen mussten eingestellt und bewertet werden. An der Tierschau am Vormittag wurden die Tiere auf der Bühne präsentiert. «Es wurden mehr Tiere als letztes Jahr ausgestellt», erklärte Bruno Hagmann, Vorstandsmitglied Verein Ziegenfreunde und OK-Expertenchef.

Die Ziegenvielfalt ist enorm: braune, schwarze, weisse, gescheckte, unifarbige, langhaarige, kurzhaarige, kleinere oder grössere. Die Aussteller sind Hobbyzüchter, aber auch Landwirte, die einen Ziegenmilchbetrieb halten. «Man trifft hier alles, vom Professor bis zum Hilfsarbeiter, welche Ziegen ausstellen», gab Bruno Hagmann Auskunft. Die beliebteste Rasse, vor allem bei Milchbetrieben, ist die Gemsfarbige Gebirgsziege. Mit ihrem Kurzhaarfell, ihrer Robustheit und dem guten Milchwert (Eiweiss-/Fettgehalt) kann sie punkten. In der Ostschweiz sind die Appenzeller und die Toggenburger Ziege heimisch. Die traditionellen Rassen mögen ihre Zuchttieranzahl im Herdebuch halten. Nebst den einheimischen Rassen gelten die weniger bekannten Rassen als Highlight, so die Saanenziegen, Bündner Strahlenziegen, Nera Verzascaziegen, Walliser Schwarzhalsziegen, Pfauenziegen, Burenziegen, Capra Grigia Ziegen, Kupferhals Ziegen, Tauernschecken Ziegen und Stiefelgeissen Ziegen. Und da sind noch die drei einsamen Böcke zu erwähnen: Otti, einziger Capra Sempione Bock, von Alois Graf aus Kirchberg, sowie Polo von Anna Roesti, Wimmis, und Goldwyn von Alois Graf – beides Grüenochten Böcke.

Lieber keinen Zweikampf mit dem Bock

Der imposanteste Auftritt folgte am Nachmittag. Die erstrangierten Böcke jeder Rasse präsentierten sich zusammen. Mit grossen Kalibern wie dem Bündner Strahlenbock möchte man lieber keinen Zweikampf. Wobei er ganz charmant in die Kamera schauen kann. Beim Mutter/Tochter-Wettbewerb stieg die Spannung nochmals. Konnte die Tochter die gute Genetik des Muttertiers übernehmen oder sogar verbessern? Und mag das Duo gegen die anderen Konkurrentinnen überzeugen? Bei den Appenzellerziegen holte sich Hanspeter Koch aus Mosnang den zweiten Rang mit Andrina (M) und Amanda (T). Auf dem dritten Platz punktete Hansueli Näf aus Necker mit Velina (M) und Viamala (T). Der Titel der schönsten Toggenburgerziege-Gruppe ging übrigens in die Innerschweiz: Die Gebrüder Herger aus Seeslisberg siegten mit Merli (M) und Feli (T). Den Wettbewerb verfolgten zahlreiche Besucher, welche die Möglichkeit hatten, Ziegenprodukte von Culinarium-Käsern und -Metz­gern zu degustieren. Am Mittag konnten die Kinder einen Parcours mit Gitzi absolvieren – dies unter kundiger Begleitung. Nach ersten Schätzungen konnte auch die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Da gibt es nichts zu meckern.