WATTWIL: Geballte Ladung bäuerlicher Ideen

Der Bauernmarkt war einmal mehr ein geselliges Familienfest mit vielen Attraktionen. Über das ganze Wochenende präsentierten bäuerliche Anbieter eine geballte Ladung Ideen.

Adi Lippuner
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Corina und Sonja Kläger (von links) präsentieren die bunten, aus Lastwagenblachen nach eigenen Ideen hergestellten Taschen. Die beiden waren mit diesen Kreationen zum ersten Mal am Markt. (Bilder: Adi Lippuner)

Corina und Sonja Kläger (von links) präsentieren die bunten, aus Lastwagenblachen nach eigenen Ideen hergestellten Taschen. Die beiden waren mit diesen Kreationen zum ersten Mal am Markt. (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

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Hausgemachte Konfitüren, Zöpfe, aber auch verschiedene Käse, Wurst und Fleischprodukte gehören genau so zum Bauernmarkt wie Hochprozentiges, Süssmost und Handarbeiten. Alljährlich gibt es auch Anbieter, die mit ihren Ideen, die sie mit viel Herzblut umsetzen, überraschen. Ein Bummel zwischen den Markständen bietet nicht nur die Möglichkeit, direkt vom Produzenten einzukaufen und sich über die Herkunft der Angebote zu informieren. Meist führt der Marktbesuch auch zu spontanen Begegnungen oder zum Treffen mit Freunden oder Bekannten.

Beton einmal ganz anders als auf der Strasse

Fast jeden Dekorationswunsch aus Beton können Jeanette Oppliger und Sandra Amacker aus Ebnat-Kappel umsetzen. Nach ersten Gehversuchen mit Betongiessen machten sich die beiden Frauen daran, eigene Wege zu gehen. Dank der Negativformen aus Styropor entstehen, ganz nach Wunsch der Kundschaft, Kühe, Esel, Geissen oder was das Herz begehrt. «Wir werden immer wieder mit neuen Wünschen konfrontiert und freuen uns über die damit verbundenen Herausforderungen», sind sich die zwei Frauen einig. Mit der Präsentation ihrer Werke am Bauernmarkt ging es erstmals aus ihre «Beton-Deko-Garage» hinaus zur Kundschaft. «Die bisherigen Reaktionen sind äusserst positiv und wir werden darin bestätigt, unseren eingeschlagenen Weg weiterzugehen», sagen Jeanette Oppliger und Sandra Amacker.

Bunte Gebrauchsgegenstände aus Lastwagenblachen

Sonja Kläger wohnt mit ihrer Familie hoch über dem kleinen Dorf Libingen, am Weg zur Meiersalp. «Kein idealer Platz, um einer Tätigkeit ausser Haus nachzugehen», so die Erkenntnis der Bäuerin. «Doch ich wollte einfach ein eigenes Standbein und damit einen kleinen Nebenerwerb haben», blickt sie bei ihrem ersten Auftritt am Bauernmarkt zurück.

Versuche, aus Stoff kleine Gebrauchsgegenstände zu nähen, seien vor knapp vier Jahren gescheitert. «Erst mit dem Material Lastwagenblachen ist meine Kreativität wach geworden und es entstanden immer mehr und ganz verschiedene Taschen. Inzwischen kann ich diese ab Hof verkaufen und habe deshalb auch den Schritt an den Bauermarkt gewagt», sagt Sonja Kläger. Unterstützt wurde sie bei diesem Engagement in Wattwil von Tochter Corina.

Spiel und Spass – sowohl aktiv als auch passiv

Der Basteltisch für die Kinder gehört genau so zum Bauernmarkt wie das Rösslitaxi vom Bahnhof zur Markthalle. Vor Ort war auch «energietal Toggenburg». An deren Stand konnten aus gebrauchten Sachen Dekorations- und Gebrauchsartikel gebastelt werden. Nebst Spiel und Spass für Klein und Gross wird alljährlich einiges fürs Auge und das Gemüt geboten. Am Samstag überzeugte die Akrobatikgruppe Herkules aus dem Kanton Thurgau mit ihren Darbietungen. Was die sieben Männer, alles ehemalige Kunst- und Geräteturner, an Akrobatik, gepaart mit Witz, Charme und Musik bieten, riss das Publikum mit. Ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag, ­bereichert durch das Schmittechörli Necker, der Auftritt verschiedener Tanzgruppen aus den Bereichen Volksmusik und Country sowie die musikalische Unterhaltung mit Jugendgruppen rundeten das Programm am Sonntag ab. OK-Präsidentin Sibylle Kläger war mit dem Marktverlauf und dem Publikumsaufmarsch zufrieden und freut sich bereits auf das nächste Jahr.