WATTWIL: «Es Schololo uf üsi Maturande»

Der langersehnte Tag ist da, und das Lernen an der Kantonsschule hat ein Ende. An der Abschlussfeier durften die Gymnasiasten und die Schüler der Fachmittelschule ihre Zeugnisse entgegennehmen.

Delia Hug
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Die besten von jeder Klasse: Klara Brunner, Julia Jacober, Tatjana Kühne, Joy De Filipis, Julia Brunner, Jana Tinner, Andrea Kaiser, Anina Baumgartner, Natalie Müller, Marino Kühne (von links). (Bild: Delia Hug)

Die besten von jeder Klasse: Klara Brunner, Julia Jacober, Tatjana Kühne, Joy De Filipis, Julia Brunner, Jana Tinner, Andrea Kaiser, Anina Baumgartner, Natalie Müller, Marino Kühne (von links). (Bild: Delia Hug)

Wenn sich Eltern und Schüler bei über 30 Grad in Schale werfen, muss ein besonderer Anlass vonstatten gehen. Für über 160 Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Wattwil war das überreichte Abschlusszeugnis am 5. Juli der Startschuss für die Karriere, das Erwachsenwerden und Weltentdecken. Auf der Empore der evangelischen Kirche Wattwil konnten die stolzen Eltern und Grosseltern den Blick auf ihre erwachsenen Sprösslinge geniessen.

Das Jugendorchester Il Mosaico, unter der Leitung von Hermann Ostendarp, begleitete mit Violine, Cello und Bass durch den Abend. Für den ganz speziellen Ton sorgte die Marimba, gespielt von Maturand Oliver Rutz. Rektor Martin Gauer eröffnete die Abschlussfeier nach den ersten gespielten Tönen mit seiner Rede – kurz und bündig. Er scherzte über Konjunktiv und barometrische Formeln, die den Schülern offenbar in wenig guter Erinnerung bleiben. «Selbstverständlich haben Sie alle Tipps der Lehrer beherzigt», meinte Gauer mit einer Prise Ironie. Der Rektor legte den Schülern nahe: «Bleiben und denken Sie kritisch und stehen Sie dazu.» Ebenfalls sei es wichtig, stets wissbegierig und lernfähig zu sein.
 

Vor acht Jahren Maturand, heute Kantonsratspräsident

Es sollte schnell gehen, die Maturanden hatten nicht viel Geduld, wollten endlich ihre Zeugnisse und raus in die Welt. Dementsprechend knapp hielt sich Ivan Louis bei der Festrede. Für ihn war es ein Heimspiel, vor genau acht Jahren stand er am gleichen Ort und hielt sein Zeugnis in der Hand. Er konnte sich sehr gut mit den Schülern identifizieren. Seine Rede war gespickt mit Anekdoten.

Einige Maturanden betraten die Kirche bereits in Uniform, für all diejenigen, welche das Militär noch vor sich haben, meinte er ein wenig schadenfroh: «Wie würs mi, nein, kleiner Scherz.» Er gab den Jugendlichen Erkenntnisse und Erfahrungen aus seinem Leben auf den Weg mit. Sie sollen nicht allzu viel Wert auf die Meinung anderer legen und in jungen Jahren Wurzeln schlagen, so bleibe man auf der richtigen Bahn. Zum Abschluss gab es vom Kantonsratspräsidenten für alle noch ein «Schololo», und der ganze Saal sang die Hymne mit. Es war ein Moment wie im Stadion.

Die beste Maturitätsprüfung des Jahrgangs legte Jana Tinner aus Kirchberg ab. Mit einem Notendurchschnitt von 5,69 liess sie alle hinter sich. Folglich auch in ihrer Klasse mit Schwerpunktfach Musik war sie die Beste. Sie erhielt Preise des Kantonsschulvereins Toggenburg-Linth und der Gemeinde Wattwil. Gesamthaft zehn Schulklassen durften ihre erbrachte Leistung feiern.

Nachdem die Schüler mit einer Rose und dem Abschlusszeugnis beschenkt und geehrt worden waren, konnten die guten Leistungen beim anschliessenden Apéro mit Freunden und Verwandten in der Kantonsschule begossen werden.

Weitere Bilder finden Sie unter: www.kantiwattwil.ch