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WATTWIL: Die Psychiatrie sucht das Gespräch

Die Psychiatrie St. Gallen Nord feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen an ihren vier Standorten in Wil, St. Gallen, Rorschach und Wattwil. Kommenden Samstag findet deshalb ein Tag der offenen Tür statt.
Martina Signer
Der Standort Wattwil der Psychiatrie St. Gallen Nord liegt oberhalb des Dorfes an der Hembergerstrasse. Am Samstag stehen Parkplätze bei der Sportanlage Rietstein zur Verfügung. Zu Fuss dauert der Weg via Ebnaterstrasse, Hofstattstrasse und Sonnenrainstrasse rund zehn Minuten. (Bild: Martina Signer)

Der Standort Wattwil der Psychiatrie St. Gallen Nord liegt oberhalb des Dorfes an der Hembergerstrasse. Am Samstag stehen Parkplätze bei der Sportanlage Rietstein zur Verfügung. Zu Fuss dauert der Weg via Ebnaterstrasse, Hofstattstrasse und Sonnenrainstrasse rund zehn Minuten. (Bild: Martina Signer)

Was passiert hinter den Türen der Psychiatrie St. Gallen Nord in Wattwil? Welche Angebote gibt es für psychisch kranke Menschen, wie können Angehörige zur Genesung beitragen und was sagen Fachleute? Mit dem Tag der offenen Tür, der übermorgen Samstag stattfindet, feiert man am Standort Wattwil nicht nur das Jubiläum der Psychiatrie St. Gallen Nord, sondern will auch in den Dialog mit der Bevölkerung treten, Hemmschwellen für Betroffene und Angehörige abbauen und allen Interessierten einen Einblick in die Arbeit der Psychiatrie ermöglichen.

Es bestand Bedarf an einem regionalen Angebot

Die Fachärztin Visnica Vincic leitet die Psychiatrie St. Gallen Nord in Wattwil, die in dieser Form seit 2011 am Standort an der Hembergerstrasse besteht. Zuvor befand sich dieses Angebot mit ambulanter Erwachsenenpsychiatrie seit 1973 an der Lindenhofstrasse. Neu hinzugekommen ist die Tagesklinik, wo sich psychisch kranke Menschen wieder eine Tagesstruktur aufbauen können, abends aber nach Hause gehen. Dies insbesondere zwischen einem stationären Aufenthalt und dem Wiedereinstieg ins Berufsleben oder wenn Einzelgesprächstherapien nicht ausreichen. Ziel ist aber nicht nur die berufliche, sondern auch die soziale Reintegration. Die Tagesklinik wurde im September 2011 eröffnet. «Wir haben festgestellt, dass das Bedürfnis nach einem regionalen Angebot gross ist», sagt die leitende Oberärztin. Die Therapie im Mutterhaus in Wil zu beanspruchen, falle aufgrund der grossen Distanz manchmal schwer. In der Tagesklinik erwartet die psychisch Kranken eine Vielfalt an Angeboten von Einzel- und Gruppengesprächstherapien, Aromatherapie und Ohrakupunktur über Entspannungstechniken bis zu gestalterischen Therapieformen im Kreativ-Atelier und der Werkstatt. «Es ist von allergrösster Bedeutung, dass wir den Menschen dort abholen, wo er gerade steht», sagt die Psychiaterin Visnica Vincic. Dies könne auch in Form von Hausbesuchen geschehen. «So lernen wir das soziale Umfeld kennen und können die Situationen, in denen sich die Patienten befinden, besser verstehen.»

Individuell angepasste Therapieformen

Auch ein Sozialdienst ist der Psychiatrie St. Gallen Nord in Wattwil angegliedert. Bei längeren Krankheitsverläufen tauchten oft Probleme finanzieller Natur auf, bei denen der Sozialdienst Hand bieten könne. «Wir wollen auch dafür sensibilisieren, dass wir immer in Kooperation mit dem Patienten arbeiten. Die Therapien passen wir individuell auf die Patienten an.» Sei dies nun während des Aufenthalts in der Tagesklinik, die Patienten von Montag bis Freitag besuchen, oder in der ambulanten Erwachsenenpsychiatrie, wo die Krankheit in einzelnen Gesprächen aufgearbeitet wird. Behandelt werden dabei Störungsbilder des psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Spektrums. «Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit den Betroffenen und den Angehörigen», führt die Leiterin des Standorts Wattwil aus. Manchmal sei es für das Umfeld der psychisch Erkrankten nicht einfach, mit der Situation umzugehen. Man wisse nicht, wie man mit der Krankheit umgehen solle. «Wir wollen am Tag der offenen Tür auch Wissen vermitteln, Ängste abbauen und Verständnis schaffen.» Die Besucher dürfen einen Blick hinter die Kulissen werfen, sehen, was in den Kunst-Ateliers entsteht und wie und wo die unterschiedlichen Therapieformen ansetzen und zum Heilungsprozess beitragen.

Tag der offenen Tür

Die moderne Psychiatrie sucht das Gespräch – mit den Betroffenen, mit Angehörigen, Fachleuten und allen, die zur Genesung psychisch kranker Menschen beitragen. Deshalb ist der Dialog das Leitmotiv der Psychiatrie St. Gallen Nord. Ein Leitmotiv, das sich auch am Tag der offenen Tür in Wattwil widerspiegelt: Zeit zum Reden.

Rahmenprogramm

11 bis 13 Uhr: Zeit zum Geniessen mit einem gemeinsamen Mittagessen

11 bis 14 Uhr: Livemusik mit dem Vomukultra-Quartett

Vorstellung der Angebote

13 bis 16 Uhr:

• Komplementärmedizin:

Aromatherapie und Akupunktur

• Kunstatelier: Beeinflussen Farben die Psyche? Farbpsychologie und -symbolik kennen lernen.

• Achtsamkeitsparcours: Im Hier und Jetzt leben, mit allen Sinnen wahrnehmen, bewusst atmen, entschleunigen und mehr

• Werkstatt: Im Kreativ-Atelier mehr über die Methoden der unterschiedlichen Interventionen erfahren

Ausstellung

11 bis 16 Uhr: Highlights der Jubiläumsausstellung mit historischen Kunstschätzen aus 125 Jahren Psychiatrie St. Gallen Nord. (masi/pd)

Anfahrt

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Auto. Parkplätze bei der Sportanlage Rietstein. Von dort 10 Minuten Fussweg.

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