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WATTWIL: Die Orgel ins Leben zurückholen

Um Filmmusik ging es auch in einem weiteren Konzert. In der evangelischen Kirche spielte der Zürcher Organist Christian Gautschi von ihm für Orgel arrangierte Kostproben aus bekannten Filmen.
Peter Küpfer
Faszinierende Orgel: Die Gelegenheit, sie näher kennen zu lernen, wurde rege benützt. (Bild: Peter Küpfer)

Faszinierende Orgel: Die Gelegenheit, sie näher kennen zu lernen, wurde rege benützt. (Bild: Peter Küpfer)

Das vielfältige Programm des von O-Ton organisierten Konzerts demonstrierte die Vielseitigkeit der Orgel. Dabei nahm man zur Kenntnis, dass dieses Instrument nicht nur im Bereich der sakralen Musik zu Hause ist. Alle Titel waren ursprünglich für Orchester komponiert. «Es ist schade», sagte Christian Gautschi nach dem Konzert im Kreis interessierter Fragesteller, «dass die Orgel ein oft so distanziertes Leben auf den Kirchenemporen fristet. Ich möchte beitragen, das Instrument vermehrt in die Welt zurückzuholen.»

Vom Gassenhauer zum grossen Orchester

Das ist gar nicht so einfach. Man reagierte zunächst etwas überrascht, Gassenhauer der 30er-Jahre wie zum Beispiel «Lili Marlen» vom ehrwürdigen Podium der Kirche herab zu vernehmen. Dann aber erinnerten gewisse Tonfärbungen an Karussell-Tingeltangel, wie er noch in den 50er-Jahren an Chilbis ertönte, aus kolossalen mechanischen Orgeln heraus. Ein anderes Erlebnis machte man bei einem Titel, der aus der südamerikanischen Welt stammte: Ibrahim Ferrers «De camino al la vereda» aus Wim Wenders Kultfilm, der unter anderem diesem kubanischen Sänger gewidmet war. Natürlich kann die Orgel nicht die Stimmung einer iberischen Band imitieren. Aber man bewunderte die rhythmische Gelenkigkeit des Instruments und seines Interpreten. Mehr bei sich zu Hause war die grosse Wattwiler Orgel bei Stücken, in welchen Gautschi grosse Orchester arrangiert hatte. In John Williams Opening Theme aus dem «Weissen Hai» imitierten die gurgelnden Bässe das beängstigende Nahen des Ungetüms aus dunklen Tiefen unüberbietbar bedrohlich. Und im Hauptthema von «Star Trek» aus der Feder von Jerry Goldmann hörte man die endlosen Weiten des Weltalls als Sphärenklänge. Das und noch viel mehr leistete die Orgel - und ihr Arrangeur. Der vielseitige Orgelvortrag von Christian Gautschi weckte offensichtlich das Interesse des Publikums am Instrument. Seine Einladung, nach dem Konzert das Wunderwerk auf der Empore näher zu bestaunen und Fragen zu stellen, wurde rege benutzt. Geduldig erklärte der Organist die Funktionsweise einer modernen Orgel und ihre Eigenheiten. Gautschi erinnerte an die populären Ausprägungen des Instruments. Gerade im Toggenburg hatte sie als volkstümliche und viel genutzte Hausorgel eine grosse Vergangenheit. In Pionierzeiten des Films waren neben dem begleitenden Klavier auch Kino-Orgeln verbreitet, von denen ein schönes Exemplar beispielsweise im evangelisch-reformierten Kirchgemeindehaus St. Georgen in St. Gallen zu sehen ist.

Peter Küpfer

redaktion@toggenburgmedien.ch

Nächstes Konzert von O-Ton: Kaspar Wagner spielt Werke von Händel, Gustav Merkel und Naji Hakim. Am Sonntag 4. März, 17.30 Uhr, in der evangelischen Kirche, Wattwil.

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