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WATTWIL: Die Gemeinde Wattwil ist für die Zukunft vorbereitet

Die Gemeinde fährt eine vorsichtige Finanzpolitik, da verschiedene grosse Projekte anstehen. Über diese, aber auch über die Rechnung 2017 hat Alois Gunzenreiner an der Vorgemeinde informiert.
Sabine Schmid
Die Rietsteinhalle, der daneben geplante Campus und damit verbundene weitere Projekte beschäftigen den Wattwiler Gemeinderat. (Bild: Anina Rütsche)

Die Rietsteinhalle, der daneben geplante Campus und damit verbundene weitere Projekte beschäftigen den Wattwiler Gemeinderat. (Bild: Anina Rütsche)

Die gute Nachricht vorneweg: Die Gemeinde Wattwil hat im Jahr 2017 einen Überschuss von fast 1,62 Millionen Franken erwirtschaftet. Dies sei aber weder auf einen ausserordentlichen Ertrag bei den Einkommens- und Vermögenssteuern noch auf eine falsche Budgetierung zurückzuführen, erklärte Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner an der Vorgemeinde. Vielmehr schenkte der rege Handel von Grundstücken und Liegenschaften ein und generierte hohe Einnahmen.

Trotz des guten Ergebnisses verzichtet der Gemeinderat auf eine Senkung des Steuerfusses. «Wir sind bezüglich der Finanzpolitik vorsichtig», sagte Alois Gunzenreiner. Denn es sei ungewiss, wie sich die Steuereinnahmen entwickeln und in naher und mittlerer Zukunft stehen grössere Themen an, die finanziert sein wollen (siehe Zweittext). Ein Beispiel ist die Umgestaltung der Post- und Bahnhofstrasse. Dafür soll mit 1,5 Millionen Franken des 2017 erzielten Gewinnes eine Vorfinanzierung gebildet werden. Der Gemeindepräsident stellte in Aussicht, dass in ein paar Jahren aufgrund eben dieser Investitionen die Verschuldung je Einwohner ansteigen werde.


Ältere Menschen in Wattwil sind zufrieden

In den verschiedenen Bereichen, die Alois Gunzenreiner detailliert ausführte, bewegen sich die Ausgaben für das Jahr 2017 im Rahmen des Budgets. Die Kosten für die Pflegefinanzierung, die seit 2014 von den Gemeinden getragen werden, sind gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. Dies entgegen dem Schweizer Trend, nach dem die Kosten stetig steigen, betonte Alois Gunzenreiner.

In diesem Zusammenhang informierte er über eine Befragung von älteren Menschen, die zum Start der Überarbeitung des Alterkonzeptes durchgeführt wurde. Die Befragten beurteilen die ambulanten und stationären Angebote als gut bis sehr gut und loben das grosse Engagement in der Freiwilligenarbeit. Hingegen fehlen ihnen Entlastungsangebote und Alterswohnungen mit Service. Der Trend zeigt zudem, dass die Zahl der über 65-Jährigen und der über 80-Jährigen zunimmt, aber unterdurchschnittlich. Diese Resultate werden in das neue Alterskonzept einfliessen.

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident Wattwil. (Bild: Serge Hediger)

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident Wattwil. (Bild: Serge Hediger)

Alois Gunzenreiner informierte ausserdem, dass das Sanierungsprojekt des Alters- und Pflegeheims Risi vorerst gestoppt werde, dies obwohl die Bürgerschaft im vergangenen Jahr einen entsprechenden Kredit erteilt hat. Man habe in den Vorbereitungen festgestellt, dass die Kosten deutlich höher wären. Darum habe man sich entschieden, das Projekt noch einmal vertieft anzuschauen und es neu aufzugleisen. Der Bürgerschaft wird ein neues Kreditbegehren vorgelegt.


Hausaufgaben bei der Raumplanung machen

Unter dem Titel Verkehr berichtete Alois Gunzenreiner über ein nicht alltägliches Ereignis, die Hangrutschung der Rumpfstrasse. Rund 385000 Franken hat dieser die Gemeinde gekostet. Die Arbeiten seien abgeschlossen worden, ist im Amtsbericht zu lesen. Noch offen seien aber die Staats- und Bundesbeiträge, die rund 80 Prozent der Ausgaben abgelten sollen. In Zusammenhang mit Bauprojekten von Dritten hat die Gemeinde einige Gewässerprojekte angestossen.

Die Renaturierung des Gerenbachs und ein Wasserbauprojekt am Rickenbach sollen zusammen mit dem Cluster 2019 der SOB realisiert werden. Einen weiteren Cluster der Bahn im Jahr 2021 soll genutzt werden, um beim Hagtobelbach Durchlässe zu erneuern. In diesem Zeitrahmen soll auch das Wasserbauprojekt Sedelbach realisiert werden. Dabei werden mehrere Bäche in der Brendi und in der Bleiken zusammengefasst und in die Thur geführt. Die Gemeinde verspricht sich von diesem Projekt mehrere Vorteile: die alten Bauwerke werden erneuert, der Hochwasserschutz wird verbessert und es gibt aus raumplanerischer Sicht eine bessere Bebaubarkeit der Grundstücke in diesen Quartieren.

Im Vorfeld des neuen Planungs- und Baugesetzes, das seit dem 1. Oktober 2017 in Kraft ist, hat die Gemeinde mehrere Teilzonenpläne revidiert. Die Gemeinde, führte Alois Gunzenreiner aus, habe nun zehn Jahre Zeit, um die Ortsplanung zu revidieren. 2018 gehe es nun darum, den geltenden Richtplan zu analysieren und eine Strategie für die Entwicklung des Dorfes und der Quartiere festzulegen. Anschliessend werden die Grundlagen für Arealentwicklungen erarbeitet. Nach der Überarbeitung des kommunalen Richtplans werde über die Schutzwürdigkeit der Gebäude diskutiert und eine entsprechende Verordnung erlassen. Alois Gunzenreiner stellte in Aussicht, dass der Zonenplan und das Baureglement bis spätestens 2021 revidiert sein werden.

Die Bürgerversammlung findet am Mittwoch, 21. März, um 20 Uhr im Thurpark Wattwil statt.

Zahlreiche Projekte in die Wege geleitet

Der Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner nutzte die Vorgemeinde, um den Stand der Dinge von zahlreichen anstehenden Projekten vorzustellen. Zentral für die Gemeinde sind der Bau des Campus der Kantonsschule und des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZT). Der Gemeinderat rechnet damit, dass der Kantonsrat in der zweiten Hälfte dieses Jahres das Geschäft in erster Lesung behandelt. Die benötigte Volksabstimmung im Kanton könnte dann 2019 angesetzt werden. Zusammenhängend mit diesem Geschäft plant die Gemeinde den Bau der Gesamtsportanlage, zu dem die Bevölkerung im vergangenen Mai mit 90 Prozent zugestimmt hat. Die Ausarbeitung der Projektstudie, die aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist, sei im Gange, sagte Alois Gunzenreiner.

Der Campus tangiert auch die Thursanierung, die der Kanton St. Gallen in Angriff genommen hat. Zwischen dem bestehenden BWZT und dem Riet-stein-Areal soll ein Steg für Fussgänger gebaut werden.

Die Gemeinde Wattwil wappnet sich bereits jetzt für die Zeit nach der Eröffnung der Umfahrungsstrasse. Es werde weniger Durchgangsverkehr geben, sagte Alois Gunzenreiner. Dennoch soll man als Zentrumsgemeinde attraktiv bleiben. Um die verschiedenen Interessen zu bündeln, wurde der Verein Zentrum Wattwil gegründet. Parallel dazu laufen die Projektierungsarbeiten für die Umgestaltung der Bahnhof- und Poststrasse.

Der Gemeindepräsident stellte in Aussicht, dass die Bevölkerung im November dieses Jahres über den entsprechenden Baukredit abstimmen könne. In diesem Projekt falle der Postbrücke als Verbindung zwischen dem «alten» und dem «neuen» Dorfteil eine zentrale Bedeutung zu. Hier will die Gemeinde im Rahmen der Thursanierung die Aufenthaltsbereiche attraktiver gestalten und die Zugänglichkeit zum Gewässer verbessern.
Abgeschlossen und rechtskräftig sind die Vorarbeiten für die Verlegung der Austrasse.

Der Anschluss zur Bahnhofstrasse wird in Zusammenhang mit den Bauarbeiten der Überbauung Bahnhof Süd provisorisch erneuert. Die definitive Strassenführung kann erst gemacht werden, wenn der Durchlass des Hagtobelbachs erneuert ist, was in Zusammenhang mit Bauarbeiten am Bahnhof Wattwil erfolgt. Diese sind gemäss Alois Gunzenreiner 2021 vorgesehen.

An der Austrasse ist schliesslich ein Gebäude mit Kursräumen und Werkstätten geplant, der von der Holzbaubranche realisiert wird. Dafür wurde vor kurzem der Säntis Innovations-Cluster Holz als Verein gegründet. (sas)

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