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WATTWIL: Die Frau, die Rat weiss

Zum Team der Beratungsstellen Familienplanung gehört seit vergangenem Sommer Heidi Bühler. Die 52-Jährige leitet die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität in Wattwil – eine anspruchsvolle und spannende Aufgabe.
Anina Rütsche
Heidi Bühler leitet seit vergangenem Sommer die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität an der Bahnhofstrasse in Wattwil. Die Fachfrau hat unter anderem eine Ausbildung in Sozialer Arbeit absolviert. (Bild: Anina Rütsche)

Heidi Bühler leitet seit vergangenem Sommer die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität an der Bahnhofstrasse in Wattwil. Die Fachfrau hat unter anderem eine Ausbildung in Sozialer Arbeit absolviert. (Bild: Anina Rütsche)

Geplant war ein fliessender Übergang, über die Bühne gegangen ist das Ganze aber als fliegender Wechsel. Anfang Juli hat Heidi Bühler aus Winterthur ihre Teilzeitstelle bei der Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität in Wattwil angetreten. Bereits im August wurde sie zu deren selbstständiger Leiterin. Jutta Ahlke, die Vorgängerin, hatte bereits einige Monate zuvor die Operative Leitung aller vier kantonalen Beratungsstellen dieser Art übernommen. Den beiden Frauen blieben nur wenige gemeinsame Tage am Standort Wattwil. «Die Zeit war knapp bemessen, reichte aber für einen guten Start», sagt Heidi Bühler nun rückblickend.

An zwei Tagen pro Woche pendelt die 52-Jährige seither per Bahn ins Toggenburg, jeweils dienstags und freitags. Die Tätigkeit als Beraterin gefällt ihr gut, auch wenn sie dabei manchmal auf belastende Situationen treffe. «Ich gehe von einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen aus», sagt Heidi Bühler. «Alles, was im Menschen vorgeht, geschieht aus einem guten Grund. Diesen möchte ich erkennen, begreifen und als Entscheidungsgrundlage herbeiziehen.»

Eine grosse Palette an Ausbildungen

Heidi Bühler setzt nicht bloss dann auf Vielfalt, wenn sie sich mit den Lebenswegen anderer Menschen befasst. Auch für sich selbst hat sie dieses Motto gewählt. So verfügt die gebürtige Aargauerin über mehrere Ausbildungen in unterschiedlichen Sparten. Zunächst hat sie Kauffrau gelernt, und nach einem Au-Pair-Jahr in Irland entschied sie sich für die Arbeit im Sozialbereich. Es folgten Praktika und schliesslich eine Ausbildung in Sozialer Arbeit und Soziokultureller Animation. Bis zu ihrem Stellenantritt in Wattwil arbeitete Heidi Bühler primär mit weiblichen Jugendlichen und deren Familien.

Zu Heidi Bühlers Repertoire gehören zudem verschiedene Zusatzqualifikationen, unter anderem in systemischer Beratung und Therapie, in Multifamilienarbeit, Konfliktmanagement und Naturheilkunde. Vor einigen Jahren hat sie ausserdem das Masterstudium in Sozialmanagement abgeschlossen. Vor ihrem Einsatz im Toggenburg hat Heidi Bühler während neun Jahren das Sozialpädagogische Zentrum der Stiftung Hirslanden in Zürich geführt, wie ihrem Lebenslauf zu entnehmen ist. «All diese Erfahrungen kommen mir nun im Toggenburg zugute», sagt Heidi Bühler während sie in ihrem Büro in einem Geschäftshaus an der Wattwiler Bahnhofstrasse sitzt. Sie hat die Möbel von ihrer Vorgängerin übernommen, diese jedoch umgestellt. Den Schreibtisch hat sie am hellsten Ort im Raum platziert, von dem aus ein direkter Blick auf die Türe möglich ist. «Die Leute auf diese offene Weise zu empfangen, ist mir wichtig», sagt die Fachfrau.

Unterstützen – persönlich und organisatorisch

Im Toggenburg hat sich Heidi Bühler bereits gut eingelebt. Sie ist überzeugt: «Das Leben ist hier auf dem Land geerdeter als jenes in der Stadt, damit kann auch ich mich identifizieren.» Die Aufgabe, ihre Klientinnen und Klienten zu unterstützen, empfindet Heidi Bühler als sinnstiftend. Dies auch, weil die Arbeit äusserst vielseitig sei. «Sie umfasst sowohl organisatorische als auch persönliche Aspekte», sagt die Fachfrau. «Das Persönliche steht allerdings klar im Zentrum.»

In der Regel werden die Gespräche mit den Ratsuchenden auf Deutsch geführt. Tauchen bei eingewanderten Frauen und Familien sprachliche Barrieren auf, gelingt die Verständigung dank Kreativität in der Kommunikation. Da es aber wichtig ist, dass auch nicht deutschsprachige Frauen ihre Entscheidungen gut informiert treffen können, wird insbesondere bei der Verhütungsberatung regelmässig ein Übersetzungsdienst aufgeboten. «Die Menschen, die aus ihrem Land geflüchtet sind, haben meist traumatische Biografien», hebt Heidi Bühler hervor. «Mein Auftrag besteht darin, dafür zu sorgen, dass auch diese Frauen und Männer im Bereich Schwangerschaft, Sexualität und Familienplanung gut beraten und unterstützt sind. Und dass ihre Kinder in einem möglichst gesunden Umfeld aufwachsen dürfen.»

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