WATTWIL: Der Schüler steht im Zentrum

Die Kampfkunst-Akademie Skema an der Rickenstrasse organisiert am Samstag, 20. Mai, in der GrüenauHalle die Prüfung Ostschweiz. Der 35-jährige Schulleiter Marcel Züger erklärt, was darunter zu verstehen ist.

Beat Lanzendorfer
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Marcel Züger hat die Skema-Schule in Wattwil gegründet und leitet sie seit acht Jahren. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Marcel Züger hat die Skema-Schule in Wattwil gegründet und leitet sie seit acht Jahren. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

Herr Züger, erklären Sie uns den Begriff Skema?

«SK» steht für Suny Kamay. Er ist ein Schweizer, der auf den Philippinen lebt und vor 40 Jahren die Kampfschule gegründet hat. Den Namen erhielt er von seinem einstigen Lehrer. Suny Kamay heisst mit bürgerlichem Namen Roland Krauer. Das «E» steht für den energetischen Teil der Kampfkunst. Das «MA» bedeutet «Martial Arts», es ist der Selbstverteidigungsteil.

Wie sind Sie zu Skema gekommen?

Angefangen habe ich vor 18 Jahren in Wil. Während eines Jahrzehnts habe ich dort trainiert und selber Trainings erteilt. Irgendwann tauchte der Gedanke nach meiner weiteren beruflichen Laufbahn auf. Als gelernter Maurer war mir klar, dass ich diesen Beruf nicht bis zu meiner Pensionierung ausüben möchte. Die Option war eine Weiterbildung auf dem erlernten Beruf oder auf jenem Weg, den ich jetzt eingeschlagen habe, etwas zu probieren.

Wie ging es dann weiter?

Ich erkundigte mich bei der Skema-Organisation nach den Möglichkeiten. Weil das Toggenburg noch nicht erschlossen war, haben wir uns vor acht Jahren entschlossen, die Schule in Wattwil zu gründen.

Wie lange dauert die Ausbildung, bis man so weit wie Sie ist?

Die Ausbildung umfasst elf Schülerprüfungen. Ich habe angefangen mit den Prüfungen zur waffenlosen Selbstverteidigung. Es folgten Escrima, der Stockkampf und Tai Chi, die chinesische Kampfkunst.

Was gibt es nach der Ausbildung für Möglichkeiten?

Irgendwann hiess es, wie weiter? Ich verspürte den Wunsch, mein Wissen weiterzugeben. Mein damaliger Lehrer hat meine Trainings beobachtet, griff korrigierend ein, bis er der Meinung war, dass meine Schüler so weit ausgebildet sind, um an den Prüfungen gut abzuschliessen. Dieser Prozess dauert mehrere Jahre.

Wie wird man Instruktor?

Man ist nicht automatisch In­struktor, wenn man die elf Prüfungen abgelegt hat. Die ersten sechs Prüfungen gelten als Anfängertraining. Die folgenden fünf sind jene für die Fortgeschrittenen. Das Credo lautet: Das Wissen, das man erlernt hat, soll man weitergeben. Wer sich auf den Weg des Instruktors begibt, wird zusätzlich noch vom Schulleiter unterrichtet. Skema ist sehr familiär aufgebaut, es gibt keine festen Richtlinien, wie man Instruktor wird. Irgendwann war mein Schulleiter in Wil der Meinung, ich sei nun bereit, mein Wissen als Instruktor weiterzugeben. Letztlich geht es darum, dass der Schüler im Zentrum steht. Der Lernprozess ist aber nie fertig, man wächst mit den Schülern mit.

Für welche Alterskategorien bieten Sie Kurse an?

Meine jüngsten Schüler sind fünf Jahre alt. Nach oben ist es offen. Wir bieten verschiedene Trainings an. Zum einen das Kinder- Kung-Fu, das auf die körperliche, geistige und soziale Entwicklung für Kinder zwischen 5 und 10 abzielt. Zu den weiteren Ausbildungen gehören die Jugendselbstverteidigung oder die waffenlose Selbstverteidigung (Stock- und Messerkampf).

Wie verbreitet ist Skema in der Schweiz?

Auf die 25 Schulen in der Schweiz verteilt hat die Skema-Organisation rund 3000 Mitglieder.

Wie ist die Entwicklung?

Die ist sehr positiv, vor allem in der Ostschweiz, wo einzelne Schulen einen Mitgliederstopp verfügten und sogar eine Warteliste führen müssen. Das Ziel ist aber nicht, immer weiter zu wachsen, sondern eine überschaubare Organisation zu haben. Mir ist wichtig, alle Schulleiter in der Schweiz zu kennen. Das schafft Vertrauen und wir können gemachte Erfahrungen untereinander austauschen.

Wie viele Lehrer und Schüler gibt es in Wattwil?

Hier im Toggenburg werden in neun wöchentlichen Lektionen rund 50 Schülerinnen und Schüler von mir und meiner Frau Regula ausgebildet.

Ist die Arbeit an der Schule ein Vollzeitjob?

Bei mir nicht. Ich arbeite noch zu siebzig Prozent als Plattenleger, bin aber praktisch jeden Nachmittag und jeden Abend hier in der Schule an der Rickenstrasse anzutreffen.

Nun organisieren Sie am kommenden Samstag die Skema- Prüfung Ostschweiz. Was bezweckt der Anlass in der Grüenauhalle?

Wir verfolgen drei Ziele: 1. Wie es der Name schon sagt, es ist eine Prüfung. Schülerinnen und Schüler der Ostschweizer Skema-Schulen in Wil, St. Gallen Ost, St. Gallen West, Balgach, Amriswil, Arbon und Wattwil werden eingeladen, ihre Prüfung der erwähnten elf Leistungsstufen abzulegen. 2. Wir aus Wattwil waren für unsere Prüfungen bisher immer auf Reisen, nun möchten wir einmal Gastgeber sein. 3. Selbstverständlich geht es auch darum, den Menschen im Toggenburg näherzubringen, was wir machen.

Mit wie vielen Prüflingen rechnen Sie?

Es dürften etwa 200 Schülerinnen und Schüler ihre Prüfung ablegen. Weil immer viele Angehörige mit dabei sind, rechnen wir mit rund 800 Personen. Der Anlass ist öffentlich, auch die Bevölkerung der Region ist willkommen.

Skema-Prüfung Ostschweiz Samstag, 20. Mai, 10 bis 17 Uhr Grüenau-Turnhalle, Wattwil www.skema.ch