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WATTWIL: Der lange Weg der Integration

Über 400 Flüchtlinge leben in Toggenburger Gemeinden. Jeden Tag sind sie, unterstützt durch die Ämter und Freiwillige, um Integration bemüht. Mathias Müller erklärte am Dienstag in Wattwil, wie dies konkret geschieht.
Sabine Schmid
Die geringe Schulbildung der Flüchtlinge erschwert oftmals deren Bemühungen, Deutsch zu lernen. (Bild: Donato Caspari)

Die geringe Schulbildung der Flüchtlinge erschwert oftmals deren Bemühungen, Deutsch zu lernen. (Bild: Donato Caspari)

WATTWIL. Das Thema Flüchtlinge stand im Fokus einer Veranstaltung am Dienstagabend in der Aula Grüenau in Wattwil. Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig, zeigte beispielhaft auf, wie ein Flüchtling in einer Toggenburger Gemeinde lebt und wie er bei der Integration unterstützt wird. Anschliessend stellten sich der B'treff in Bütschwil und das Tischlein deck dich vor, zwei Institutionen, die sich um Flüchtlinge und Armutsbetroffene kümmern. In einem dritten Teil des gutbesuchten Anlasses stellten Freiwillige ihre Angebote für Migranten vor.

Keine Masse von Flüchtlingen

Mathias Müller hielt fest, dass wir im Toggenburg nicht mit einer Masse von Flüchtlingen konfrontiert seien. In den Gemeinden leben derzeit knapp über 400 Flüchtlinge, Lichtensteig hat 18 Personen aufgenommen. Das System im Kanton St. Gallen sei fair für die Gemeinden, findet Mathias Müller. Sich von der Aufnahmepflicht freizukaufen, wie das in anderen Kantonen möglich sei, könne eine St. Galler Gemeinde nicht.

Um die Flüchtlinge unterzubringen, hat die Gemeinde Lichtensteig mehrere Wohnungen gemietet. Das Zusammenleben der Flüchtlinge untereinander, aber auch mit den Nachbarn, funktioniere gut. Dies führte Mathias Müller aber auch auf eine gute Betreuung seitens der Gemeinde und von Freiwilligen zurück.

Spracherwerb ist das A und O

Wenn ein Flüchtling vom kantonalen Durchgangsheim nach Lichtensteig zügelt, nimmt ihn das Sozialamt in Empfang. Die Zeit während des Asylverfahrens sei schwierig, sagte Mathias Müller. Die Flüchtlinge hätten keine Beschäftigung und mit 450 Franken monatlich nicht sehr grossen Spielraum. Sobald der Flüchtling den Status eines vorläufig Aufgenommenen bekommt, gibt es mehr Sozialhilfe, und die Bemühungen um Integration werden verstärkt. Zum einen muss der Flüchtling schnell Deutsch lernen, zum anderen werden seine Fähigkeiten abgeklärt, so dass er in die Arbeitswelt integriert werden kann. Gerade der Spracherwerb gestalte sich oftmals aber als schwierig. «Viele Flüchtlinge sind nur wenige Jahre zur Schule gegangen, und darum können sie kaum lesen und schreiben», erklärte Mathias Müller.

Integration mit Hindernissen

Bei der beruflichen Integration warten weitere Hürden auf die Flüchtlinge. Es gebe wenig Arbeitsplätze für Flüchtlinge, sagte Mathias Müller. Hier seien die Arbeitgeber gefordert. Aber auch seitens der Behörden müsse noch einiges gemacht werden. Denn es sei nicht einfach, eine Arbeitsbewilligung für einen Flüchtling zu bekommen. Mathias Müller glaubt, dass durch ein höheres Tempo im Asylverfahren die Integration der Flüchtlinge früher beginnen kann, was für alle Beteiligten positiv ist. Die Sozialhilfe sei als «Hilfe zu Selbsthilfe» zu betrachten, sagte der Lichtensteiger Stadtpräsident weiter. Darum müsse den Flüchtlingen auch etwas zugetraut werden, und sie sollten die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. ? SEITE 35

Mathias Müller Stadtpräsident von Lichtensteig (Bild: Sabine Schmid)

Mathias Müller Stadtpräsident von Lichtensteig (Bild: Sabine Schmid)

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