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WATTWIL: Borak tanzt nicht einfach

Das Neujahrskonzert des Konzertzyklus Pro Wattwil beeindruckt mit Stimmgewalt, exaktem Zusammenspiel und hochkonzentrierter Fussfertigkeit.
Sascha Erni
Als Special Guest zeigt der Stepptänzer Daniel Borak mehr als nur viel Körpereinsatz. (Bilder: Sascha Erni)

Als Special Guest zeigt der Stepptänzer Daniel Borak mehr als nur viel Körpereinsatz. (Bilder: Sascha Erni)

«Ich wünsche Ihnen ein gesundes, zufriedenes, vielleicht sogar ein glückliches neues Jahr.» Mit diesen Worten eröffnete Tobias Claudy, Präsident des Vereins Konzertzyklus Pro Wattwil, am Sonntag das Neujahrskonzert im ausverkauften Thurpark. Die Big Band Kanti Wattwil (BBKW) hatte unter der Leitung von Martin Winiger ein abwechslungsreiches Programm gestaltet und beschränkte sich dabei nicht auf Altbewährtes. Als Schul-Band wechseln Mitglieder ständig, und tatsächlich hatten an diesem Sonntag einige Musikerinnen und Musiker ihre Feuertaufe bestanden, wie Winiger sagte – den ersten Auftritt überhaupt also, und somit ein guter Grund für einfache Stücke? Nein. Denn ein klassisches Big-Band-Programm wäre bei den eingeladenen Solisten nur schwierig umzusetzen gewesen.

Virtuose Tanzperformance mit Witz

«Step into the New Year» – das Motto des diesjährigen Neujahrskonzerts war wörtlich gemeint. Einer der beiden Solisten war nämlich der Steppkünstler Daniel Borak. «Vielleicht der beste Tapdancer der Gegenwart», stellte Winiger das Ausnahmetalent vor. Und tatsächlich, Borak tanzte nicht einfach. Er verwendete seine komplizierten Tapdance-Schritte als Perkussionsinstrument, «spielte» seine Füsse mit unglaublicher Leichtigkeit. Bei «Computer» von Bob Mintzer lieferte er sich einen improvisatorischen Kampf mit dem Schlagzeuger Oliver Rutz, was verdientermassen zu den ersten Bravo-Rufen aus dem Publikum führte. Borak zeigte sich gewitzt und locker, aber immer hochkonzentriert und musikalisch. Seine Körperbeherrschung liess die Zuschauer staunen, während das professionell-hohe Niveau der BBKW gekonnt den Rahmen für die Eskapaden des Solisten lieferte. Zu verdanken ist das grandiose Zusammenspiel auch Jan Geiger, der als Coach die Rhythmsection betreut hatte.

Ein Wiegenlied, das unter die Haut geht

Wenn Borak mit Körperlichkeit überzeugte, so tat dies die Schweizer Jazzsängerin Yumi Ito mit Stimmgewalt. Itos Stimme ist beeindruckend. Ihr riesiger Tonumfang ist das eine, aber wie sauber und gleichzeitig emotional die junge Sängerin selbst die schwierigsten Passagen zum Besten gab? Das hört man nicht alle Tage. Dem Publikum lagen die Jazz-Standards wie «Almost Like Being in Love» vielleicht näher, aber erst bei Itos Eigenkomposition «Komori Uta» zeigte sich wirklich ihre enorme Ausdrucksstärke. Das Bigband-Arrangement von Stefan Merkl gab dem ursprünglich für Piano und Stimme geschriebenen «Wiegenlied» eine komplexe Wucht, die Sängerin und Zuschauer an ihre emotionalen Grenzen brachte. Nicht nur Ito, auch die BBKW meisterte die fast 10-minütige Tour de Force mit Bravour. Bereits im Januar eines der ganz grossen Highlights des Toggenburger Musikjahrs 2018.

Nach eineinhalb Stunden und zwei Zugaben bewegten sich die Gäste zufrieden zum Apéro Riche in die Kantonsschule Wattwil. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen gelungenen Abend, der tatsächlich auch glücklich gemacht hat. Das Jahr darf so weitergehen.

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