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WATTWIL: Authentisches, historisches Erlebnis

In der Barockkirche des Klosters St. Maria der Engel war alles vereinigt, was Liebhaber gepflegter Barockmusik sich wünschen. Solist und Ensemble ernteten eine stehende Ovation.
Peter Küpfer
In Vierergruppen mass man sich in verschiedenen lustigen Disziplinen. (Bilder: Silvia Bollhalder)

In Vierergruppen mass man sich in verschiedenen lustigen Disziplinen. (Bilder: Silvia Bollhalder)

Peter Küpfer

redaktion@toggenburgmedien.ch

Gerade stressfrei werden die letzten Tage vor dem alljährlichen Klösterli-Konzert des organisierenden Konzertzyklus Pro Wattwil wohl kaum gewesen sein.

Wie Hermann Ostendarp bei seiner Begrüssung mitteilte, mussten sie auf die Mitwirkung von Solistin Christiane Dick (Blockflöte) krankheitshalber verzichten. An ihre Stelle trat kein Geringerer als Maurice Steger, von der Kritik als «Magier der Flöte» oder auch «Paganini der Blockflöte» bezeichnet. Dass diese Kennzeichnungen nicht aus der Luft gegriffen sind, erwies das anspruchsvolle Programm. Das drei Mal mit dem Solisten auftretende Ensemble nahm sein dynamisches Spiel mit Genuss auf und antwortete auf demselben Niveau.

«Les musiciens du roy» ist auf authentisch gespielte alte Musik spezialisiert und spielt auf historischen Instrumenten. Es war ein Erlebnis mitzuverfolgen, wie sich die Auftretenden gegenseitig zu einem hochinspirierten Konzert anregten.

Doppelte Präsenz in höchsten Tönen

Das zeigte sich schon gleich zu Beginn mit Telemanns Suite in a-Moll für Altblockflöte, zwei Violinen und Basso continuo. Sie liess an innerem Glanz keine Wünsche offen. Glasklar die oft rasanten Läufe in der Ouvertüre und Les Plaisirs, melancholisch das getragene Air à l’italien, mächtig der triumphierende Schlusssatz. Immer mehr verschmolz das präzise und sensible Zusammenspiel zu einem auch rhythmisch mitreissenden Dialog mit dem ausstrahlungsstarken, mitreissenden Solisten. Das charakterisierte auch die anderen beiden der Flöte gewidmeten Werke, zunächst Corellis Kammersonate Nr. 10, op. 2, für zwei Blockflöten und Basso continuo. Hier wechselte Yvonne Ritter von ihrem prächtigen Cembalo zur Blockflöte, so dass dieses jubilierende Instrument nun in doppelter Präsenz in höchsten Tönen schwelgen konnte, vor dem kunstvoll gewirkten Klangteppich der beiden Violinen (Heidi-Maria Mekkonen und Olivia Schenkel) und dem Basso continuo von Christian Hieronymi. Sein Barockcello hatte seine herrlich-warme Klangfarbe in einem für es komponierten Werk aus der Feder von Francesco Geminiani schon vorher entfaltet. Solist Christian Hieronymi überzeugte durch ein seelenvoll-dynamisches Spiel, aufgenommen und verstärkt durch ein hellwaches Cembalo (Yvonne Ritter).

In Händels majestätischer Triosonate in G-Dur, op. 5, für zwei Violinen und Basso continuo, zeigte sich noch einmal die hohe Qualität des Zusammenspiels des vor zehn Jahren gegründeten Barockensembles. Dazu trug das ausgefeilte Zusammenwirken der beiden solistischen Violinen so gut bei wie der rhythmisch raffinierte «Boden», den die beiden tiefen Instrumente legten. Die Kombination des wärmer gefärbten Cellos mit dem dynamisch vorwärtsdrängenden Cembalo gab der Sonate viel Spannung und Rasse.

Jubilierend wie Tausend Singvögel

Den krönenden Abschluss des Programms bildete Giuseppe Sammartinis Konzert in F-Dur für Blockflöte, zwei Violinen und Basso continuo. Es vereinigte alle hohen Qualitäten, welche das Konzert kennzeichneten: im ersten Satz jubelnd und quinquilierend wie Tausend Singvögel, im Mittelsatz getragen-melancholisch, im virtuosen Schlusssatz triumphal strahlend. Auf so etwas konnte es nur eine Antwort geben: prasselnden, anhaltenden Applaus. Das war auch der Fall. Sehr bald erhoben sich da und dort die ersten Applaudierenden, bald folgte ihnen das Publikum bis in die hintersten Reihen.

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