Wattwil als Zentrum definiert

Das Raumkonzept weist im Toggenburg Entwicklungsräume für die vier Bereiche «Wohnen und Mobilität», «Wirtschaft und Arbeit», «Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Landschaft und Energie» sowie «Tourismus, Erholung und Kultur» aus.

Matthias Giger
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EBNAT-KAPPEL. Toggenburg.ch, der Verein, der sich mit der Entwicklung des Toggenburgs befasst, hat am Donnerstagabend das Raumkonzept vorgestellt. Der Einladung zur öffentlichen Veranstaltung sind hauptsächlich Vertreter und Vertreterinnen der Gemeindebehörden und von Toggenburg Tourismus gefolgt.

Das Konzept zeigt auf, wo Raum für die Entwicklung der Bereiche Wirtschaft, Wohnraum, Verkehr, Tourismus und Kultur zur Verfügung steht. Seit gestern und noch bis zum 31. Oktober läuft die Vernehmlassung des Entwurfes. Innerhalb dieser Frist können Vertreterinnen und Vertreter des Tourismus, der Gemeinden, weiterer Interessengemeinschaften sowie interessierte Privatpersonen Stellung nehmen.

Drei Schwerpunkte gesetzt

Bernhard Graf, Leiter der Fachgruppe Raumentwicklung von Toggenburg.ch betonte die Wichtigkeit dieser Vernehmlassung: «Das Raumkonzept ist so stark, wie es von den Gemeinden, interessierten Personen, Institutionen und Vereinen des Toggenburgs gemacht wird.» Im Dezember wird der Vorstand von Toggenburg.ch das Konzept verabschieden.

Bernhard Graf benannte drei Schwerpunkte, die ins Raumkonzept des Kantons eingeflossen sind. Als ersten Schwerpunkt nannte er, dass Wattwil und Lichtensteig als Mittelzentrum definiert worden ist. Dies sei wichtig, da Mittelzentren einen höheren Status haben, was ihnen mehr Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Zudem habe man als zweiten Schwerpunkt festgehalten, dass das Toggenburg nebst dem Mittelzentrum auch über klassische Dörfer sowie typische Streusiedlungen verfügt. Als dritten Schwerpunkt habe Toggenburg.ch das Toggenburg als Tourismusregion definiert. «Uns ist dies zwar klar, trotzdem musste man es festhalten, damit es auch jenen klar wird, die das Toggenburg nicht bis ins letzte Detail kennen», sagte er.

Vier Handlungsfelder vorgestellt

Den Mitgliedern der Fachgruppe Raumentwicklung von Toggenburg.ch ist je ein Handlungsfeld zugewiesen worden. Die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild benannte drei Schlüsselprojekte im Bereich «Wohnen und Mobilität»: Das regionale Bauzonen-Management, die ÖV-Verbindung Wattwil-Rapperswil-Zürich mit dem Anliegen, dass man nicht mehr in Rapperswil umsteigen muss, sowie die Modellentwicklung für Sanierungen und Ersatz bestehender Bausubstanz.

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner wies als die wichtigsten beiden Schlüsselprojekte im Handlungsfeld «Wirtschaft und Arbeit» die Imagekampagne «Toggenburg hoch drei» sowie die bauliche Sanierung und den Ausbau der Kantonsschule und des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg aus. Die Imagekampagne umfasst eine Website, die für den Wohnort und Arbeitsplatz Toggenburg wirbt.

Bernhard Graf hielt die wichtigsten vier Projekte im Handlungsfeld «Land- und Forstwirtschaft, Landschaft und Energie» fest. Diese umfassen den Naturpark Neckertal, die Optimierung der Nutzung von Holz zur Energiegewinnung, die Förderung des Agrotourismus sowie kommunale und teilregionale Energiekonzepte. Daniel Blatter, Geschäftsleiter von Toggenburg.ch vertrat Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann im Handlungsfeld «Tourismus, Erholung und Kultur». Er nannte die Schaffung einer Infrastruktur für Mountainbiker, die Planung und Suche eines Investoren für ein Leithotel im oberen Toggenburg sowie das Projekt des schweizweit ersten Baumwipfelpfades in Oberhelfenschwil oder Mogelsberg als wichtigste Schlüsselprojekte.

Der Entwurf des Raumkonzepts kann unter www.toggenburg.ch abgerufen werden.