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WATTWIL: Als der Klosterberg abzurutschen drohte

Nach dem Bergsturz von Goldingen 1816 wurde auch im Bunt ein Hangrutsch befürchtet. Doch er blieb aus, und die Bedrohung geriet später in Vergessenheit.
Christelle Wick
Skizze von Joseph Anton Würth aus Lichtensteig: Die rotgewellten Linien zeigen Erdspalten im Hang und in der Landstrasse. Im Gebiet C befinden sich mehrere offene und unterirdische Quellen. Bei D ist bereits früher ein Bergrutsch passiert (Quelle: Staatsarchiv St. Gallen). (Bild: PD)

Skizze von Joseph Anton Würth aus Lichtensteig: Die rotgewellten Linien zeigen Erdspalten im Hang und in der Landstrasse. Im Gebiet C befinden sich mehrere offene und unterirdische Quellen. Bei D ist bereits früher ein Bergrutsch passiert (Quelle: Staatsarchiv St. Gallen). (Bild: PD)

Christelle Wick

redaktion

@toggenburgmedien.ch

Am 3. Juli 1816 rutscht in Goldingen ein 300 Meter breites Gesteinspaket zu Tal und reisst mehrere Gebäude, Vieh und 18 Menschen mit. Nasskaltes Wetter und ausgiebiger Regen haben die Katastrophe ausgelöst. Die Wattwiler Behörden fürchten, am Klosterberg oberhalb des Weilers Bunt könne sich ein solches Unglück wiederholen. Gott sei Dank passiert nichts.

Im Bunt werden Textilien produziert und Lungenkranke behandelt. Im «Jahr ohne Sommer» schwillt die Thur wegen des Dauerregens bedenklich an und zerstört ein Wuhr. Die weiter oben liegende Landtrasse nach Lichtensteig sackt plötzlich ab. Im Hang über den Häusern öffnen sich Erdspalten. Das Gefahrenpotenzial sei zu untersuchen, befindet der Wattwiler Gemeinderat im April 1817. Die Hungersnot steht aber auf ihrem «Höchststand», die Behörden haben alle Hände voll zu tun und so wird die Expertise bis 1819 verschoben. Gutachter Hans Conrad Escher, der Erbauer des Linthwerks, empfiehlt teure seitliche Ableitung der Wasserzuflüsse und ein Verbot der Urbarmachung. Denn nach der schrecklichen Hungersnot werden auch an Steilhängen Kartoffeln zur Ernährungssicherung angebaut.

Lichtensteig will nicht zahlen

Die Gemeinde Wattwil will die Anrainer und das Marktstädtchen Lichtensteig an den Kosten beteiligen. Statthalter Johann Heinrich Steger reagiert wirsch. Amtsschreiber Franz Joseph Anton Würth und ein Bergverständiger begehen den Klosterberg und kommen zum Schluss, dass keine akute Gefahr herrsche und billige Holzrinnen zur Ableitung des Wassers genügen. Den ausführlichen Bericht sendet Statthalter Steger zusammen mit einer Skizze von Joseph Anton Würth an die Regierung und zerpflückt darin Eschers Gutachten. Sie werden Recht behalten: Ab 1820 verbessert sich das Klima. Der drohende Bergsturz gerät in Vergessenheit.

Die Toggenburger Vereinigung für Heimatkunde und das Toggenburger Museum organisieren am Samstag, 17. Juni, eine Exkursion zu «Hunger, Bergsturz und vulkanische Sedimente» zum Bergrutsch in Goldingen. Treffpunkt: 8.30 Uhr beim Atzmännig, Talstation Schutt. Anreise: Uznach ab 7.49 Uhr mit Bus 630 nach Atzmännig, Schutt an 8.26 Uh). Nach einem Vortrag von Historiker Dr. phil. Alois Stadler folgt der Aufstieg (350 Höhenmeter/drei Kilometer) zum Anriss des Bergsturzes, Mittagessen. Verpflegung aus dem Rucksack oder im Gasthaus. Rückfahrt mit Sessellift oder Wanderung Rotstein–Tweral­­-spitz–Chrüzegg–Engkrinnen, ­ 200 Höhenmeter Aufstieg: 550 Höhenmeter Abstieg, insgesamt acht Kilometer, Heimreise.

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