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WATTWIL: Alles geht von der Dorfkorporation zur Thurwerke AG über

Die Dorfkorporation Wattwil plant eine administrative Reorganisation. Das passt nicht allen Korporationsbürgern. Dies führte an der Jahresversammlung zu einer heftigen Diskussion.
Sascha Erni
Kontroverse Diskussion: Verwaltungsratspräsident Thomas Grob führte durch die Korporationsversammlung. (Bild: Sascha Erni)

Kontroverse Diskussion: Verwaltungsratspräsident Thomas Grob führte durch die Korporationsversammlung. (Bild: Sascha Erni)

Am Mittwoch entschieden 36 anwesende Stimmbürger für total 3383 Stimmberechtigte der Dorfkorporation Wattwil. Thomas Grob, Verwaltungsratspräsident der Dorfkorporation und der Thurwerke AG, ging nach einer Übersicht der erreichten Meilensteine entsprechend zügig durch die Traktandenliste. Der Aktuar der Dorfkorporation und Bereichsleiter Finanzen der Thurwerke, Andreas Niedermann, führte durch die Jahresrechnung. Aus der für 2017 budgetierten Investitionssumme von 1,88 Millionen Franken entsprangen fast 459'000 Franken Netto-Investitionen: Die Summe erstrecke sich über mehrere Jahre, erklärte Niedermann, entsprechend finden sich im Voranschlag 2018 geplante Ausgaben von 1,96 Millionen Franken. «Auch dieses Jahr werden wir davon nicht alles brauchen», sagte er. Die Korporationsversammlung nahm Bericht und Jahresrechnung 2017 einstimmig an, beim Voranschlag 2018 gab es zwei Enthaltungen.

An der Versammlung stand auch die Vergabe des Stimm-Mandats für die Generalversammlung der Thurwerke AG auf dem Programm (vgl. Toggenburger Tagblatt vom 31. März 2017). Das Mandat wurde an Peter Schmid, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, erteilt. Mit 29 Stimmen bejahten die Bürger die Dividendenauszahlung in Höhe von 70'000 Franken an die Dorfkorporation, mit 32 Stimmen bei vier Enthaltungen erteilten sie dem Verwaltungsrat der Thurwerke AG die volle Entlastung. Die Audisa AG wurde mit 33 Stimmen bei 3 Enthaltungen als Revisionsstelle der Thurwerke AG bestätigt.

Administrative Reorganisation wird durchgeführt

Dass der Abend sich trotz zügiger Abstimmungen bis nach 22 Uhr erstrecken sollte, lag an der geplanten administrativen Reorganisation der Dorfkorporation. Denn der Verwaltungsrat will alle administrativen und finanziellen Prozesse in die Thurwerke AG überführen sowie sämtliche Anlagen und Liegenschaften übertragen. Neben den Immobilien betrifft dies besonders die Wasserversorgung. Der Verwaltungsrat erhofft sich davon eine wesentlich einfachere Rechnungslegung und gesteigerte Transparenz. Da die Thurwerke AG sich zu 100 Prozent im Besitz der Dorfkorporation befindet, gingen durch die Übertragung keine Werte verloren und auch die direkte Einflussnahme auf die Geschäftsentwicklung sei weiterhin gewährleistet – «wie bereits heute mit dem Umweg des Stimm-Mandats», erklärte Thomas Grob.

Fast ein Drittel aller Anwesenden äusserte sich hingegen kritisch. Die Bürger hätten nach dieser Übertragung keinen Einblick in Budget oder Businessplan der Thurwerke AG und könnten nicht mehr über Sachgeschäfte bestimmen, war ein oft gehörter Einwurf. Der Verwaltungsrat konnte die Bedenken mit Erklärungen und Praxisbeispielen nur teilweise entkräften; das Gutachten zur administrativen Reorganisation wurde dann mit 23 zu 12 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Thomas Grob bedankte sich für die kontrovers geführte Diskussion, die dann auch die Fragerunde und den abschliessenden Apéro bestimmen sollte.

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