Wasserrad und Badehäuschen

Die angehenden Zimmerleute des BWZT mussten sich auch dieses Jahr wieder einer anspruchsvollen Herausforderung stellen. Die Aufgabe war, ein Modell oder eine Kleinbaute zu bauen. Die Arbeiten sind ab heute im BWZT zu besichtigen.

Michael Hug
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WATTWIL. Die Ausstellung auf der Terrasse und in der Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums ist ziemlich imposant. Maximal 20 Quadratmeter darf ein Objekt beziehungsweise Gebäude an Grundfläche haben – diesen Spielraum nutzten einige der 52 Drittjahrstifte bis zum letzten aus. So entstanden eine ganze Reihe Gartenhäuser, Festhüttchen, ein Umzugswagen oder – die Idee eines Glarner Lehrlings – ein Badehäuschen. «Der Lehrling wird es bei sich zu Hause aufstellen und wohl häufig benutzen», lacht Bruno Schlegel, der Fachlehrer, der die Lernenden und ihre Arbeiten betreut hat. In der Aula sind die «kleineren» Arbeiten ausgestellt: Modelle von Dachstöcken, ein Himmelbett, ein Hundehaus und ein voll funktionsfähiges Wasserrad.

Einzige Berufsschule

«Wir sind die einzige Berufsschule in der Schweiz, die diese Projekte von den Lernenden des dritten Lehrjahres verlangt», sagt Sepp Fust, Fachgruppenleiter Zimmerleute. «Wir meinen, dass die Lernenden, die ja alle vor der Lehrabschlussprüfung stehen, sonst nicht zu einer Gelegenheit kämen, so eine Arbeit von A bis Z durchzuplanen und dann zu erstellen. Der Alltag verlangt anderes von ihnen, und an der Abschlussprüfung sind die fachlichen Anforderungen für alle die gleichen, die Kreativität wird nicht gefordert.» Ganz anders sei es bei diesen Modellen und Objekten, so Fust weiter; der Lernende könne selber wählen, was er machen wolle. Das erhöhe die Motivation und erleichtere es, die Sache auch durchzuziehen.

Einfach wird es nicht

Denn einfach werde es nicht, meint Schlegel, der Lehrperson für Zimmerleute im Teilzeitpensum ist und selbst eine Zimmerei führt: «Oft unterschätzt man die selbstgestellte Aufgabe und muss dann eine Reihe von Schwierigkeiten ganz alleine bewältigen.» Der Startschuss für die Arbeiten erfolgte im Herbst des vergangenen Jahres. Selbständig und in der Freizeit mussten die Lernenden ihr Objekt aufzeichnen, durchplanen, das Holz beschaffen und verarbeiten. «Mancher wird erst auf den letzten Moment fertig», sagt Schlegel, aber auch das gehöre zur Aufgabe: «Den Termin einhalten.» Die Arbeiten werden benotet, so Sepp Fust, und die Note zähle – zu einem kleinen Teil – für die Lehrabschlussprüfung. «Die meisten Lernenden sind stolz auf ihre Arbeit und stellen sie bei sich zu Hause auf oder nutzen sie. Andere verkaufen ihr Objekt und ziehen einen Erlös daraus.» Bruno Schlegel sagt auch, dass heuer ein besonderer Jahrgang am Werk gewesen sei: «Das sind die besten und schönsten Arbeiten, die ich bis jetzt gesehen habe!»

Die Arbeiten der Zimmerleute im 3. Lehrjahr sind vom 17. bis 26. März im BWZT zu besichtigen, und zwar von Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr und Samstag/Sonntag von 10 bis 17 Uhr.