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WASSERBALL: Harte Kämpfe im kalten Wasser

Die Badi in Wattwil wurde nicht nur zum Schwimmen benutzt. In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren gab es eine Wasserball-Mannschaft. Diese nahm es mit den Temperaturen nicht immer genau, wenn es ums Spielen ging.
Sabine Schmid
Die Wattwiler Wasserballspieler posieren in den 1970er-Jahren für ein Mannschaftsbild. (Bilder: PD)

Die Wattwiler Wasserballspieler posieren in den 1970er-Jahren für ein Mannschaftsbild. (Bilder: PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Wattwil und Wasserball? Seit ­dieser Verbindung sind schon über 30 Jahre vergangen, doch noch immer erinnern sich die ehemaligen Spieler gerne zurück. Ein Treffen war auch diesen Monat geplant. Dann wurden die Fotoalben durchgeblättert und alte Geschichten aufgewärmt. Ini­tiiert wurde die Wasserballmannschaft von Ruedi Burkhalter und Ernst Giger, die in Arbon respektive Schaffhausen Wasserball gespielt hatten. Ersterer war Bademeister in Wattwil – somit war klar, unter welchem Namen und wo die Mannschaft spielen würde. Bert Fabel, ein hollän­discher Wasserballspieler, der bei der Firma Heberlein arbeitete, wurde Spielertrainer. «Fast alle von uns waren Wettkampfschwimmer», erinnert sich Peter Kroll. Er selber zählt sich aber nicht zu diesen. «Mir kam jedoch zugute, dass ich lange Arme hatte, sodass ich Goalie wurde». Seinen fixen Platz in der Mannschaft ­erhielt er durch Zufall: «Unser Stammgoalie bekam einen Ball unglücklich an die Hand und brach sich einen Finger». Peter Kroll nutzte seine Chance. Im ersten Spiel gegen Schaffhausen wehrte er zwei Penaltys ab, Wattwil gewann das Spiel mit 3:2.

Sieg gegen den haushohen Favoriten

Die Bedingungen im Toggenburg waren für Wasserball, verglichen mit den Verhältnissen bei den Gegnern, nicht optimal. Schnelles Schwimmen ist ein Vorteil. Doch die Wattwiler hatten nur das Freibad zur Verfügung. Zweimal in der Woche plus ein frei­williges Training am Sonntagmorgen reichten nicht aus. Trainingsmöglichkeiten im Winter gab es auch in Winterthur, das war aber mit viel Aufwand verbunden. Als Favorit ging Wattwil selten in ein Spiel, vor allem weil die Toggenburger gegen namhafte Mannschaften wie Frauenfeld, Kreuzlingen, Bissone oder Lugano spielten. «Umso grösser war unser Stolz, als wir in Nyon den Georges-Perrin-Cup gewannen. Nyon, klar die beste Mannschaft und eine Spielklasse höher, wurde Letzter», erzählt Peter Kroll. Vorteilhaft am Training im Freibad war, dass die Wattwiler an kühle Temperaturen gewohnt waren. «Die Spielregeln besagten, dass das Wasser mindestens 18 Grad warm sein müsse», erinnert sich Peter Kroll. War es kälter, haben die Wattwiler die Temperaturanzeige nach oben korrigiert. Doch sie waren nicht die Einzigen, die mit dem Wetter zu kämpfen hatten. «Einmal im Drei Weihern in St. Gallen hat man wegen des ­Nebels nicht von einem Tor zum andern gesehen.»

Die Auswärtsspiele, an welche die Toggenburger oftmals ihre Familien mitnahmen, arteten nicht selten zu Festen aus. Der Zusammenhalt unter den Wasserball-Spielern war gross, wie viele Fotos aus der damaligen Zeit belegen. Die Spieler, die gleichzeitig dem Schwimmclub Wattwil angehörten, taten sich auch als aktiver Dorfverein hervor. In den 1970er-Jahren organisierten sie mehrmals einen Silvesterball.

Von Handball und Fussball abgelöst

Die Blütezeit hatte Wasserball, als zwei Wattwiler Mannschaften bei der Meisterschaft teilnahmen. «Viele von uns haben damals auch Fussball gespielt», sagt ­Peter Kroll. Das sei kein Problem gewesen, da sich die Saisons nicht überschnitten haben. Schliesslich fehlte vielen dennoch die Zeit, das Interesse an Wasserball liess nach. Als dann eine Handball-Mannschaft aufgestellt wurde, wechselten vier Spieler vom ­Wasser auf den Hallenboden. So bleiben heute nur noch die Erinnerungen an die Wasserballer von Wattwil.

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