Wasserauen
Neues Autoregime in Innerrhoden: Wie komme ich jetzt am besten in den Alpstein?

In Wasserauen gibt es immer mehr Wanderfreudige und immer weniger Parkplätze. Was Besucherinnen und Besucher des Appenzellerlandes jetzt beachten sollten.

Karin Erni
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Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Die Wiesenparkplätze rechts im Bild sind bereits verschwunden., die restlichen werden reduziert.

Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Die Wiesenparkplätze rechts im Bild sind bereits verschwunden., die restlichen werden reduziert.

Bild: Coralie Wenger

Der Seealpsee ist seit Jahren ein Besuchermagnet. Während Corona hat der Zustrom von Wanderern und Ausflüglern im Alpstein nochmals zugenommen. Letztes Jahr kam es im Schwendetal an mehreren Tagen zu unschönen Situationen, weil Autos wegen fehlender Parkplätze in Wasserauen illegal an verschiedensten Standorten abgestellt wurden.

Die Innerrhoder Standeskommission sucht aktuell nach Lösungen, um den Autoverkehr zu kanalisieren und die Wanderer vermehrt auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bringen. Einige Massnahmen wurden bereits realisiert.

Warum muss man an gewissen Tagen sein Auto bereits in Schwende abstellen?

Gemäss dem Innerrhoder Landammann Roland Dähler stellt ein Landwirt in Wasserauen seine Wiese nicht mehr für Parkplätze zur Verfügung. Diese waren jeweils an stark frequentierten Tagen genutzt worden, wenn alle regulären Parkplätze besetzt waren. Somit stehen für Besucher von Seealpsee und Ebenalp aktuell 400 bis 500 Plätze weniger zur Verfügung. Ersatz wurde bei einem Landwirt in Schwende gefunden. Hier können Fahrzeuge abgestellt und die restliche Strecke zu Fuss oder mit dem Zug zurückgelegt werden.

Wo kostet das Parkieren im Alpstein?

In Wasserauen besteht bereits seit 2019 eine allgemeine Gebührenpflicht. Bei der Kronbergbahn im Jakobsbad zahlen Autofahrer seit zwei Jahren ebenfalls fürs Parkieren. Auch in Brülisau wird demnächst die Parkplatzbewirtschaftung bei sämtlichen Parkplätzen im Dorf eingeführt.

Wo können Wanderer noch gratis parkieren?

Weiterhin kostenlos ist das Parkieren beispielsweise im Lehmen, beim Hohen Hirschberg und in Ausserrhoden auf der Schwägalp und in Urnäsch.

Gibt es weitere Lösungen?

Parkplätze in Wiesen sind gemäss Roland Dähler nur Notlösungen, da sie nach längeren Regenperioden aufgeweicht und nicht mehr nutzbar sind. Ziel sei, dass die Wanderer vermehrt den öffentlichen Verkehr nutzen. Autofahrer sollen an der Haupteinfallsachse bei Enggenhütten und Meistersrüte künftig schon früher über die aktuelle Situation informiert und auf freie Parkplätze umgeleitet werden. Nachgedacht wird über ein Leitsystem mit elektronischen Anzeigetafeln. Auch ein Park-&-Ride-System beim Bahnhof Gossau ist in Prüfung.

Wie komme ich mit dem ÖV am besten in den Alpstein?

Die Appenzeller Bahnen transportieren Reisende ab Gossau und St.Gallen ins Wandergebiet. Weil Passagiere aus St.Gallen in Appenzell beim Umsteigen längere Wartezeiten haben, gibt es am Wochenende und an nationalen Feiertagen einen Postauto-Shuttle-Betrieb ab der Haltestelle Hirschberg. Er fährt zwischen 9 und 13 Uhr im Halbstundentakt. Es handelt sich um einen Testbetrieb, der noch bis Ende Oktober angeboten wird.

Wie sieht die Zukunft im Schwendetal aus?

Der kantonale Nutzungsplan, der derzeit erarbeitet wird, sieht in Wasserauen aufgrund der Gewässerschutzzone ein verkleinertes Parkplatzangebot vor. Nachgedacht werden muss gemäss Landammann Roland Dähler sicher auch über den Bau eines Parkhauses. Konkrete Pläne bestünden derzeit aber nicht.