Wasser wird teurer

Die Dorfergemeinde Herisau erhöht die Wassergrundgebühr massiv. Ebenfalls genehmigen die 46 anwesenden Korporationsmitglieder den Neubau des Reservoirs Stuel. In der Verwaltung gibt es zwei Wechsel.

Patrick Baumann
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Fredi Züst übernimmt neu das Präsidium der Dorferkorporation. Mischa Fuhrer wurde in die Verwaltung gewählt. (Bild: pab)

Fredi Züst übernimmt neu das Präsidium der Dorferkorporation. Mischa Fuhrer wurde in die Verwaltung gewählt. (Bild: pab)

HERISAU. Zentrales Thema an der Dorfergemeinde 2016 im Casino Herisau war die Erhöhung der Wassergrundgebühr. Die Verwaltung beantragte den 46 anwesenden Korporationsmitgliedern eine Anhebung um 50 Prozent, auf neu sechs Franken anstatt wie bisher vier Franken pro Wasserzähler-Kubikmeter. Begründet wurde dieser Schritt mit Investitionen, die in den kommenden 15 bis 20 Jahren anstehen. «Um die Versorgungssicherheit und gute Wasserqualität langfristig gewährleisten zu können, muss die Infrastruktur der Herisauer Wasserversorgung erneuert werden», sagte Vizepräsident Fidel Cavelti. «Ohne eine Preiserhöhung sind diese Investitionen in der Höhe von 40 Millionen Franken nicht möglich.»

Frage nach Gerechtigkeit

Ein Mitglied der Korporation kritisierte, dass eine Anhebung der fixen Grundgebühr, im Gegensatz zu einer Erhöhung des Konsumpreises, dem Verursacherprinzip widerspreche. Grosse Bezüger würden durch diese Preispolitik geschützt. Ein weiterer Votant ergänzte, dass eine Erhöhung der Grundgebühr auch aus Sicht des Umweltschutzes wenig Sinn mache, da eine Erhöhung des Konsumpreises grössere Anreize zum Wassersparen schaffen würde. Die Verwaltung begründete ihren Vorschlag mit der Tatsache, dass der Grossteil der Infrastrukturkosten fix ist. Das heisst, sie sind unabhängig von der verkauften Wassermenge. Hinzu käme, dass eine Finanzierung über den variablen Konsumpreis, aufgrund des abnehmenden Wasserkonsums, zunehmend schwieriger sei. Trotz einiger Diskussionen stimmten 41 der 46 anwesenden Korporationsmitglieder dem Antrag zu. Mit der Annahme des Antrags entfällt die bisherige Kompetenz der Verwaltung, den Konsumpreis um bis zu 2.45 Franken erhöhen zu können.

Ersatzbau Reservoir Stuel

Das zweite zentrale Thema der diesjährigen Dorfergemeinde betraf den Neubau des Reservoirs Stuel. Die Dorfergemeinde hat auch diesem Geschäft zugestimmt und einen Kredit von 3,85 Millionen Franken gesprochen. Der Neubau soll ungefähr 150 Meter südlich des heutigen Standorts realisiert werden. Damit die Druckverhältnisse optimiert werden können, wird das Reservoir 23 Meter höher gelegt. Das Speichervolumen des neuen Reservoirs wird auf 2 500 Kubikmeter erhöht. Die Kostenschätzung für das Projekt beläuft sich auf rund 3,5 Millionen Franken. Von der Assekuranz AR kann mit einem Beitrag von 19 Prozent gerechnet werden. Der Neubau ersetzt das Reservoir Stuel und das Reservoir Ramsen. Mit dem Bau des Reservoirs soll im Sommer 2016 begonnen werden. Ein Jahr später soll das Reservoir in Betrieb gehen.

Besser als budgetiert

Die Rechnung 2015 schloss mit einem Verlust von 63 000 Franken. «Das ist deutlich positiver als budgetiert», sagt der Kaufmännische Leiter, Urban Lengwiler. Das bessere Ergebnis sei auf den um rund 590 000 Franken höheren Betriebsertrag zurückzuführen. «Weiter wirkten sich ein tieferer Personal- und Betriebsaufwand sowie ein ausserordentlicher Liegenschaftsverkauf positiv auf das Ergebnis aus.»

Wechsel an der Spitze

Heinz Hochuli hat auf die Dorfergemeinde 2016 seinen Rücktritt erklärt. Hochuli wurde im Jahr 2000 in die Verwaltung der Dorferkorporation gewählt. Seit 2005 wirkte er als Präsident. In seine Amtszeit fielen die Einsetzung einer neuen Geschäftsleitung und der Verkauf der Gaswerk AG. Zudem war er massgeblich an der Erarbeitung der Generellen Wasserversorgungsplanung (GWP) beteiligt. Im Zuge der GWP wurde das Reservoir Rondelle fertiggestellt und im vergangenen Jahr in Betrieb genommen. Als Nachfolger von Heinz Hochuli wurde Fredi Züst, langjähriges Mitglied und Aktuar der Verwaltung, gewählt. Als neues Verwaltungsmitglied konnte Michael Fuhrer gewonnen werden. Beide wurden von den anwesenden Korporationsmitgliedern ohne Gegenstimme gewählt.