Waschbär angefahren und getötet

EBNAT-KAPPEL. Bisher waren im Toggenburg keine Waschbären nachgewiesen. In der Nacht auf Dienstag ist ein solches Tier auf der Umfahrungsstrasse Ebnat-Kappel überfahren worden. Es dürfte sich dabei aber um ein Einzeltier gehandelt haben.

Sabine Schmid
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Der bisher einzige im Toggenburg nachgewiesene Waschbär ist von einem Auto erfasst und getötet worden. (Bild: Sabine Schmid)

Der bisher einzige im Toggenburg nachgewiesene Waschbär ist von einem Auto erfasst und getötet worden. (Bild: Sabine Schmid)

Dass es im Toggenburg Waschbären gebe, hat Wildhüter Urs Büchler schon mehrmals gehört. Jemand will solche Tiere schon gesehen haben, doch ein eindeutiger Nachweis blieb bisher aus. Nun wurde ein Waschbär im Toggenburg gesichtet. Ein Autofahrer hat das Tier in der Nacht auf Dienstag auf der Umfahrungsstrasse Ebnat-Kappel angefahren. Nach der entsprechenden Meldung an die Kantonspolizei wurde ein Jäger auf die Unfallstelle beordert. Er fand den Kadaver des Waschbären.

Waschbär ist eingewandert

Wildhüter Urs Büchler glaubt, dass der Waschbär aus einer privaten Haltung ausgebrochen sein könnte oder eventuell aus einem angrenzenden Gebiet eingewandert ist. In den vergangenen 30 Jahren wurden in der Schweiz immer wieder Tiere mit der für sie typischen schwarzen Augenbinde und dem auffälligen Schwanz gesehen. Sie stammen vermutlich aus Pelzzuchten im Ausland. Dennoch erstaunt der Fundort den Toggenburger Wildhüter, denn Waschbären leben gerne in der Nähe von Gewässern. Heimisch sind die Tiere in unseren Breitengraden jedoch nicht. «Beim Waschbären handelt es sich um einen Neozoon, um ein Tier also, das bei uns in freier Wildbahn nicht heimisch ist», erklärt er. «In der Schweiz wurden noch keine erfolgreichen Fortpflanzungen von Waschbären nachgewiesen», sagt der Wildhüter.

Waschbär kommt ins Museum

Die Behörden der Schweizer Kantone sind bestrebt, dass der Waschbär sich hier nicht ausbreiten kann. Das bedeutet, dass sie nicht geschont werden. «Die Ausbreitung des Waschbären ist nicht erwünscht, weil er als Raubtier einen negativen Einfluss auf einheimische Wildtiere und Vögel haben kann», sagt Urs Büchler. Der Toggenburger Wildhüter wird den Kadaver des getöteten Waschbären ins Naturmuseum St. Gallen geben. Dort wird das Tier – wie andere geschützte oder seltene Tiere – präpariert und unter Umständen ausgestellt.