Was wird verschwiegen?

Theo Frey, Held 789,
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Nachdem der Gemeinderat Walzenhausen beim Rücktritt von Hansruedi Bänziger am Dienstag, 7. Februar, noch gross- mündig versprochen hat, «die Bevölkerung schnellstmöglich in den Prozess der Reorganisation ein(zu)binden», will er heute schlicht nichts mehr davon wissen. Er ver­weigert selbst die Einsicht in die Unterlagen im Zusammenhang mit der Projektgruppe zu den neuen Gemeindeführungsstrukturen, die für die Erhöhung des Gemeindepräsidenten­pensums auf 100 Prozent herhalten müssen. Eigentlich wenig erstaunlich, wenn man in Betracht zieht, dass sich der neue Gemeindepräsident und der Verantwortliche für den «Projektauftrag» aus der Studienzeit bestens kennen. Umso mehr gibt die Auskunft des Verantwortlichen für den angeblichen «Projektauftrag» (der nie schriftlich formuliert wurde) bei der FHS in St. Gallen zu denken: «Bezüglich der studentischen Seminararbeiten war dies so, dass ich Studierendenteams beauftragt hatte, sich Gedanken zur Neuorganisation zu machen. Dies war aber kein massgeschneiderter Auftrag, wie wir ihn beispielsweise in den Praxisprojekten umsetzen, sondern es war vielmehr die Absicht, verschiedene Ansichten und Gedanken aus orga­nisatorischer und prozessualer Sicht zu erfassen, um gedanklich auf das Vorhaben einzustimmen. Die Arbeiten haben wir dem Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Sie bieten aber zu wenig fundierte Substanz (Studierende sind erst im 3. Semester), um veröffentlicht zu werden.» Auf Grund einer solchen Schülerarbeit sollen die Walzenhauser nun die Erhöhung des Pensums für das Gemeindepräsidium von 40 auf 100 Prozent schlucken, dies ohne die Gemeindeordnung entsprechend anzupassen, wie dies der Rechtsdienst des Kantons Appenzell Ausserrhoden bereits am 8. März der Gemeinde Walzenhausen auf eine entsprechende Anfrage mitteilte.

Theo Frey, Held 789,

9428 Walzenhausen

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