Was nie gesagt wird

Die Schweizer Eishockeymeisterschaft ist zu Ende. Gewiss, es ist nicht immer leicht, verschwitzt, ermüdet, vielleicht enttäuscht, das Geschehene oder eben nicht Geschehene erschöpfend und sinnstiftend zu kommentieren.

Lukas Pfiffner
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Bild: Lukas Pfiffner

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Die Schweizer Eishockeymeisterschaft ist zu Ende. Gewiss, es ist nicht immer leicht, verschwitzt, ermüdet, vielleicht enttäuscht, das Geschehene oder eben nicht Geschehene erschöpfend und sinnstiftend zu kommentieren. Trotzdem fällt auf, dass sich die offiziellen Statements nach den Partien ähneln – sei es bei den Profis in den obersten Ligen, sei es bei den Feierabendspielern in einer unteren Klasse.

Es sei deshalb heute zur Abwechslung einmal zusammengetragen, was die Spieler nie sagen. Nur manchmal denken. «Das nächste Spiel ist das leichteste.» «Ich habe den Match praktisch alleine entschieden.» «Dass jeder jeden schlagen kann, stimmt überhaupt nicht.» «Wir sind dorthin gegangen, wo es nicht wehtut.» «Wir schauen nicht auf uns, sondern immer nur auf die anderen.» «Der Trainer hat uns schlecht auf den Gegner eingestellt.» «Wir müssen die grossen Sachen gut machen.» «Die Mannschaften liegen leistungsmässig sehr weit auseinander; die Liga ist total unausgeglichen.» «Kleine Fehler werden nicht bestraft.» «Wir haben gegen die im Prinzip keine Chance.» «Wer die Tore für unsere Mannschaft schiesst, ist wichtig.» «Wir sind gegen alle Favorit.» «Ich habe nur für mich gekämpft.» «Nach dem Rückstand war es einfach.» «Unser Goalie ist schuld an der Niederlage.» «Bei uns spielt es keine Rolle, ob sich jeder auf seinen Job fokussiert.» «Die Schiedsrichter waren prima.» «Wir haben viele schlaue Strafen genommen.» «Wir schauen zurück, nicht nach vorn.» «Gegen die ist es hier nie schwierig.»

So weit die (unvollständige) Liste des nie Gesagten. Gut, findet im Mai noch die Weltmeisterschaft in Tschechien statt. Diese bietet die letzten Chancen, die Sammlung der unausgesprochenen Eishockey-Weisheiten abzubauen, was die Saison 2014/15 betrifft. Wir bleiben dran und hören zu.