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Was meine Katze liebt

Brosmete
Esther Ferrari

Die Katze miaut. Was fehlt ihr? Wie kann ich ihr helfen? Noch nie hat sie sich von jemandem streicheln lassen. Wild geboren lebt sie bei mir im Stall. Ins Haus kommt sie nie. Vor Jahren habe ich sie auf Anraten einer Vertreterin des Tierschutzes mit einer Falle eingefangen, um sie sterilisieren zu lassen. Seither gehört sie zu mir, lebt von Mäusen, die sie auf der Wiese fängt, und von dem empfohlenen Trockenfutter, das ich ihr gebe. Allerdings geht sie nur heimlich zum Futtertopf. Kaum kommt ihr jemand näher als vier Meter, fängt sie an zu fauchen oder reisst aus. Versuche, verschiedener Bekannten und Familienangehörigen, sie handzahm zu machen, misslingen kläglich. Nur zwischen ihr und einer meiner Töchter muss es ­etwas wie eine Seelenverwandtschaft geben. Es kann vorkommen, dass die Katze weit oben im Wald beim Mausen ist, und plötzlich in einem wilden Tempo die Wiese herunterrennt. Bestimmt kommt dann kurz darauf «Pägel» allein oder mit ihrem Mann angefahren. Kennt das Tier das Auto? Es scheint so. Aber auch wenn meine Tochter mit der Bahn kommt, steht bei ihrer Ankunft die Katze in der Nähe, und streicht ihr, immer mit etwas Abstand, um die Beine und miaut. Miau, miau! Es ist ein echtes ­Begrüssungsritual. So viel Nähe lässt meine Katze sonst bei niemandem zu. Wo liegt das Geheimnis? Was hat meine Tochter an sich, dass ich und alle andern, die sie gelegentlich füttern, nicht haben? Einmal war die Katze für ein paar Tage verschwunden. Ich hatte schon Angst, sie sei überfahren worden. Der Futtertopf blieb unberührt. Erst später habe ich gemerkt, dass es während der Zeit war, da «Pägel» in den ­Ferien weilte. «Miau, miau!» Der Ruf tönt wieder einmal so kläglich, als würde die Katze an einem grossen Schmerz leiden. Oder ist es ein Zeichen der Freude? Durchs Fenster sehe ich meine Tochter auf dem Boden sitzen. Ein paar Meter weiter leckt die Katze aus einem Aludöschen «extra delikates Katzenfutter».

Esther Ferrari

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