Was macht… ein Gemeinderat?

Der Gemeinderat ist das leitende, planende und vollziehende Organ innerhalb der Gemeinde. Leitend ist er, weil er die Tätigkeiten der Gemeinde koordiniert und die Arbeit der Gemeindeverwaltung sowohl beaufsichtigt als auch organisiert.

Ruth Frischknecht
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Max Koch Alt Gemeindepräsident und alt Kantonsrat von Wolfhalden (Bild: apz)

Max Koch Alt Gemeindepräsident und alt Kantonsrat von Wolfhalden (Bild: apz)

Der Gemeinderat ist das leitende, planende und vollziehende Organ innerhalb der Gemeinde. Leitend ist er, weil er die Tätigkeiten der Gemeinde koordiniert und die Arbeit der Gemeindeverwaltung sowohl beaufsichtigt als auch organisiert. Planend ist die Behörde, weil sie Vorhaben der Gemeinde plant und Erlasse und Beschlüsse entwirft, die sie schliesslich auch vollzieht. Der Gemeinderat muss aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen. Was der Gemeinderat bestimmt, wird in der Regel auch so umgesetzt.

Vertretung des Stimmvolkes

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. «Da in Ausserrhoden aber Parlamente oder beschlussfähige Bürgerversammlungen mit wenigen Ausnahmen fehlen, wäre eine breite Vertretung des Stimmvolkes im Gemeinderat sinnvoll», sagt Max Koch, alt Gemeindepräsident von Wolfhalden. Herisau kennt als einzige Gemeinde im Kanton eine Legislative auf Gemeindeebene. Dort stimmt der Einwohnerrat über die Geschäfte des Gemeinderates ab. In Urnäsch und Schönengrund können Bürgerversammlungen über die Jahresrechnung direkt abstimmen. Zu welcher Partei die Mitglieder des Gemeinderats gehören, sei nicht bedeutsam – wichtig seien vielmehr die persönlichen Werte, so Koch.

Selbst- und Sozialkompetenz

«Wer sich um einen Gemeinderatssitz bewirbt, muss dazu bereit sein, viel Freizeit ins Amt zu investieren», sagt Koch. Was ein Gemeinderat nach ihm unbedingt mitbringen sollte, ist Selbst- und Sozialkompetenz. Selbstkompetenz sei wichtig, um die eigenen Kräfte einzuteilen und die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, um mit Kritik umgehen zu können und kollektive Entscheidungen – auch wenn sie nicht den persönlichen Überzeugungen entsprechen – mittragen zu können. Sozialkompetenz sei wichtig im Umgang mit dem Kollegium und den Einwohnerinnen und Einwohnern, sagt Koch. Denn bei der Arbeit im Gemeinderat gelte es oft, Kompromisse zu erarbeiten. Fachkompetenz sei weniger zentral, weil die Verwaltung einen grossen Teil des Wissens mitbringe, sagt der ehemalige Gemeindepräsident. Zudem sei es sinnvoll, für zwei oder mehr Legislaturperioden im Gemeinderat zu bleiben. Bis nämlich die Fachkompetenz aufgebaut sei, brauche es mehrere Jahre. Koch sagt: «Jemand, der drei Jahre im Gemeinderat bleibt, hat keine Zeit, etwas zu bewirken. Das ist mehr oder weniger schon reine Einarbeitungszeit.»

Max Koch erklärt dieser Tage die Aufgaben einzelner Behörden.

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