Was 2019 in Innerrhoden zu bewegen vermag

Nachdem kürzlich in einem Ausblick die Schwerpunkte Ausserrhodens für 2019 aufgelistet waren, folgt nun ein Überblick zu Innerrhoden: Der Kanton braucht eine Nachfolge im Landammannamt. Bei den bewilligten Hochbauprojekten fahren noch keine Bagger auf.

Roger Fuchs
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2019 wird weder beim neuen Hallenbad noch beim AVZ Plus der Spatenstich erfolgen.

2019 wird weder beim neuen Hallenbad noch beim AVZ Plus der Spatenstich erfolgen.

Anders als in Ausserrhoden kommt es in Innerrhoden alljährlich an der Landsgemeinde zu einer Art Gesamterneuerungswahlen. Schliesslich müssen stets sämtliche Mitglieder der Standeskommission und des Kantonsgerichts bestätigt werden. Besonders interessant wird 2019 in Innerrhoden aufgrund folgender Begebenheiten:

Suche nach einer Person für das Landammannamt
Landammann Daniel Fässler hat auf die Landsgemeinde vom
28. April seine Demission bekannt gegeben. Der 58-Jährige war 2008 zum Landammann gewählt worden. In dieser Funktion stand er in den vergangenen zehn Jahren dem Volkswirtschaftsdepartement AI vor. Noch gibt es keine offiziellen Kandidaturen. Appenzell Innerrhoden ist bekannt dafür, dass solches in der Regel erst wenige Wochen vor der Landsgemeinde geschieht. Es darf mit Spannung verfolgt werden, ob allenfalls interne Rochaden ins Auge gefasst werden.

Weitere Millionen für Verwaltungsgebäude
Nach der Zusage der Landsgemeinde zu einem neuen Hallenbad und zum Ambulanten Versorgungszentrum Plus ist die infrastrukturelle Erneuerung im Kanton noch nicht zu Ende. Heuer will man beim Volk einen Rahmenkredit von 19,8 Millionen Franken für ein neues Verwaltungsgebäude an der Marktgasse 14 und 16 abholen.

Hallenbad und «AVZ+»: Noch wird nicht gebaut
Sowohl für das bewilligte Hallenbad als auch das Ambulante Versorgungszentrum Plus (AVZ+) fahren 2019 noch keine Bagger auf. Beim «AVZ+» soll bis im vierten Quartal ein Bauprojekt mit Kostenvoranschlag vorliegen. Beim Hallenbad soll dies bereits im September der Fall sein, so dass im vierten Quartal die Baueingabe erfolgen kann, wie beim Baudepartement zu erfahren ist.

Diskussion um Windparkstandort geht weiter
Die Standeskommission hat noch vor Jahresende entschieden, dass im kantonalen Richtplan auf die Festsetzung des Gebiets Honegg-Oberfeld im Bezirk Oberegg als Windkraftstandort verzichtet wird. Damit kann dort kein Windpark realisiert werden. Zwischenzeitlich wurde ein Bericht an die Mitglieder des Grossen Rates verschickt, der dann an der Februarsession diskutiert werden soll. Doch weil das Parlament den Entscheid der Regierung nicht umstossen kann, fragen sich einige Mitglieder des Grossen Rates, was sie hier noch diskutieren sollen. Ergo dürfte es interessant sein, wie an der Session mit dem Bericht umgegangen wird.

SP AI lanciert Initiativen im Multipack
An der Landsgemeinde steht die nächste Initiative der Innerrhoder SP zur Abstimmung an. Innerrhoden soll sich mit Ausserrhoden und St. Gallen zur Versorgungsregion Säntis zusammenschliessen. Der Grosse Rat lehnt das Anliegen ohne Gegenvorschlag ab. Dieser Tage nun macht die Partei die Erarbeitung der nächsten Initiative publik. Diese hat das Proporzsystem bei den Grossratswahlen zum Ziel, wie es auf der Website heisst. Die Initiative «Wohnen für alle» wurde 2015 wuchtig abgelehnt.

Neue Anlage für Sportler wird eröffnet
Bis im Spätsommer dieses Jahres will man die zwölf Millionen Franken teure Sportanlage im Gebiet Schaies direkt neben dem Freibad etappenweise ihrer Bestimmung übergeben. Im Mai 2016 hatten sämtliche Bezirke des inneren Landes den wegweisenden Entscheid gefällt, um gemeinsam die Sportstätten zu realisieren. Entstehen werden ein meisterschafts-taugliches Fussballfeld mit Einspielwiese, drei Aussen-Tennisplätze, zwei Beachvolleyball-Felder, drei Squashboxen, Aikido- und Judo-Dojo, eine überdachte Seilziehanlage sowie gemeinsame Garderoben und ein Bistro. Unter den Tennisplätzen entstehen überdachte Parkplätze.

Der neue Aescher-Wirt auf dem Prüfstand
Ab Sommer wirtet das Team der Firma Pfefferbeere von Gallus Knechtle im berühmten Berggasthaus Äscher. Es werden weit über den Kanton hinaus die Augen auf den neuen Pächter, der für kulinarische Experimente bekannt ist, gerichtet sein. Wie kommt er mit den Massen und der Infrastruktur zurecht? Die Stiftung hat bauliche Verbesserungen angekündigt.