Was 2016 im Appenzellerland geschieht

Januar Beat Heftis Suche nach neuen Anschiebern ist von Erfolg gekrönt. ATV-Präsident Bruno Eisenhut und dessen Amtsvorgänger Peter Abegglen bilden ab sofort mit Beat Hefti und Alex Baumann den «AR-Bob». Über das ungewöhnliche Startritual des Quartetts staunen nicht nur die Jamaikaner.

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Januar

Beat Heftis Suche nach neuen Anschiebern ist von Erfolg gekrönt. ATV-Präsident Bruno Eisenhut und dessen Amtsvorgänger Peter Abegglen bilden ab sofort mit Beat Hefti und Alex Baumann den «AR-Bob». Über das ungewöhnliche Startritual des Quartetts staunen nicht nur die Jamaikaner. Bevor die Appenzeller lossprinten, singen sie nämlich jeweils ein Zäuerli. Blick titelt: «Kuh Runnings».

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Hanspeter Latour wird neuer Coach der Ausserrhoder FDP. Er war Fussballtrainer und machte später im Fernsehen als Problemlöser Karriere. Sein Unterhaltungswert ist so hoch, dass Tele Ostschweiz die Delegiertenversammlung künftig live übertragen will. An die neuen Gegebenheiten in der Politik muss sich Latour allerdings noch gewöhnen. Während der Kantonsratssitzung gestikuliert er wie wild auf der Bank, weil er einen Wechsel vornehmen will. Als ihn Kantonsratspräsidentin Ursula Rütsche massregelt, entgegnet er: «Du bisch en Gränni.»

Februar

Das Monsterkonzert am Guggen-Tröffe in Herisau muss kurzfristig verlegt werden. Die Pfarrleute von Herisau stört es, dass dieses Konzert auf dem Platz vor der Kirche stattfindet. Ihre Begründung: Ein Monsterkonzert sei nicht der ursprüngliche Sinn der Fasnacht. Sie drohen mit einer Demonstration auf der Kirchentreppe.

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Die TV-Sendung «Giacobbo/Müller» befindet sich im Quotentief. Deshalb reagiert der Sender und ersetzt Begleitmusiker Dani Ziegler durch die schönste Musikerin im Land: Maya Stieger. Die Einschaltquoten schnellen in die Höhe.

März

Die Innerrhoderin Mirena Küng gewinnt die Abfahrt am Ski-Weltcup-Finale in St. Moritz. An der Siegerehrung gibt sie bekannt, dass sie auf Unterstützung Altbekannter zählen konnte. Die Gruberin Sonja Nef habe sie mental unterstützt, die Herisauerin Uschi Bommer habe ihr mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung als Sportartikelverkäuferin die Skischuhe perfekt geschnürt und «Ski Nef» alias Walter Nef aus Urnäsch habe ihr den richtigen Toko-Skiwachs auf die Latten geschmiert.

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Gemeinderat Markus Bänziger baut in Eigenregie einen Tunnel von Teufen nach St. Gallen. So kann er gewissen Parteifreunden aus dem Weg gehen.

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Polizeiaktion im Eisigeli: Als der Schnee schmilzt, entdecken Passanten eine herrenlose Kiste. Das Sonderkommando der Ausserrhoder Kantonspolizei riegelt das Gelände weiträumig ab. Die angerückten Sprengstoffspezialisten finden in der Kiste aber lediglich Kufen vor. Diese können niemandem zugeordnet werden. Ein Nachbar mit kräftigen Oberarmen bietet an, die Kufen im Alteisen zu entsorgen. Dieses Angebot wird dankend angenommen.

April

Ständerat Andrea Caroni legt auf der Rüti in Herisau einen Rebberg an. Schon manch ein Weinbauer sei zu Höherem berufen worden.

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Die SVP Ausserrhoden lässt die Katze aus dem Sack. Ihr neuer Präsident wird CVP-Legende Max Nadig. Er müsse seine politische Gesinnung nicht ändern, wohl aber die SVP-internen Skeptiker gegenüber der Expo 2027 umstimmen, sagt die Parteileitung bei der Präsentation des neuen SVP-Präsidenten. Nebst Nadig sei auch alt Nationalrat Christoph Mörgeli als Nachfolger von Edgar Bischof zur Diskussion gestanden. Die Partei will Mörgeli jetzt als Geschäftsführer der Expo 2027 installieren. Er habe unerwartet viel freie Zeit für dieses Amt, heisst es seitens der SVP.

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Mountainbikerin Jolanda Neff verlegt ihren Wohnort von Thal nach Heiden. Um sich optimal auf die Olympischen Spiele in Rio vorzubereiten, wolle sie in der Höhenluft von Heiden wohnen, begründet sie den Wohnortswechsel. Man munkelt, dass der einheimische Max Frischknecht für den Zuzug des Sport-Promis verantwortlich sei. Jolanda Neff habe nämlich bei ihrem Besuch an der Tour-de-Suisse-Zielankunft in Heiden – organisiert durch Max Frischknecht – bestimmt, dass sie nach Heiden ziehen wolle.

Mai

An der Mai-Sitzung des Kantonsrats fehlt Regierungsrat Alfred Stricker. Zusammen mit Bundesrat Guy Parmelin besucht er stattdessen die Bauern auf ihren Alpen im und um den Alpstein. Guy Parmelin sucht so die Nähe zur Ostschweiz. Hauptthema der beiden Regierungsmitglieder: die Landwirtschaft.

Juni

Mick Jagger verpflichtet Walter Grob als neuen Manager. «Walter passt zu den Rolling Stones. Er weiss, wie man Säle füllt», lobt Jagger. Als Grob als Gemeindepräsident abtritt, läuten in Teufen die Kirchenglocken «Satisfaction».

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Es ist fast so etwas wie der Nobelpreis, bloss einige Nummern kleiner. Engagierte Bürgerinnen und Bürger von Rehetobel planen fortan jährlich die «Friedenspfeife des Jahres» zu verleihen. Erster Preisträger ist Ueli Graf, der bis Ende Mai Gemeindepräsident war.

Juli

Die Gemeinden im Appenzeller Hinterland überlegen sich eine Fusion ihrer jeweiligen Feuerwehren. Bei der Pressekonferenz heisst es, dass diese Idee schon länger herumschwirre. Bisher sei der Funken aber noch nicht gesprungen. Die Suche nach einem zentralen Feuerwehrdepot beginnt. Hundwil sei wegen seinem grossen Depot in der Favoritenrolle, sagen die Gemeindepräsidenten.

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Damit hat niemand gerechnet: Alt Bundesrätin Ruth Metzler ersetzt eine Ex-Miss-Schweiz und wird neue Botschafterin eines Telekomanbieters. Die Innerrhoderin wirbt fortan in TV-Spots für schnelle Internetverbindungen, nachdem sie in ihrem nigelnagelneuen Haus diesbezüglich ziemlich Probleme hat.

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Prestigeerfolg für Appenzell Ausserrhoden und die Ostschweiz. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verlegt den Hauptsitz von Genf nach Heiden, wo IKRK-Gründer Henry Dunant seinen Lebensabend verbrachte. Als Standort dient der Organisation die ehemalige Pension Nord. Freilich wird unter der Regie von Stararchitekten ein Neubau angestrebt.

August

Das Höhentraining von Jolanda Neff trägt Früchte. Sie gewinnt in Rio Gold im Mountainbike und im Strassenrennen. Als Gratulanten entsendet der Gemeinderat Heiden alt Gemeindepräsident Norbert Näf. Dieser sei sich gewohnt, dem Sieger zu gratulieren.

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In Waldstatt wird das neue Gemeindehaus eingeweiht. Der Volksmund redet allenthalben vom neuen Waldstätter-Palast. Man habe fortan aber wirklich keinen Franken mehr übrig, erklärt Gemeindepräsident Andreas Gantenbein. Der Waldstatt-Lauf wird in der diesjährigen Ausgabe als Sponsorenlauf für das neue Gemeindehaus durchgeführt. Er heisst einmalig: Palast-Lauf.

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Nationalrat David Zuberbühler ist mit seinem Zubi-Mobil in Bern angekommen und legt mit der politischen Arbeit los. Das Gefährt macht sich gut auf dem Bundesplatz.

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Papst Franziskus besucht überraschend das Appenzellerland. Allerdings reist er nicht ins katholische Innerrhoden, sondern ins reformierte Herisau. Der bescheidene Oberhirte bedankt sich bei Gemeindepräsident Renzo Andreani für den unerwarteten Geldsegen, entrichtet die Gemeinde doch neu jährlich einen stolzen Batzen an die Pfarrei. Franziskus parliert: «Da Wär nöd nötig gsii.»

September

Sensationsfund: Kantonsrat und Hobbypaläontologe Dölf Biasotto findet zwischen Teufen und Speicher den letzten FDP-Wähler im Kanton. Statt ins Museum kommt dieser sofort in die Obhut der Parteileitung. Dort herrscht anfangs noch etwas Unklarheit, wer sich um den Fund kümmern soll. Erschwerend kommt hinzu, dass von den Freisinnigen niemand versteht, was der Alte brabbelt. Wenn er unablässig «Mehr Freiheit, weniger Staat» wiederholt, meinen alle, er rede in Zungen.

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Revolution in St. Gallen. Die Brauerei Locher löst Schützengarten als Sponsor des FCSG ab. Manche sagen, die vielen Niederlagen würden jetzt noch bitterer schmecken.

Oktober

Hollywood dreht im Alpstein. Die Rolle als Äscher-Wirt übernimmt Aston Kutcher. Den Titelsong «Das Seealpsee-Lied» singt der britische Popstar Adele. Als er im Hotel zufällig auf «Giacobbo/Müller» stösst, ersetzt Regisseur Ridley Scott Hauptdarstellerin Angelina Jolie kurzerhand durch die bezaubernde Maya Stieger. Diese schafft daraufhin den Durchbruch in Hollywood, wo sie auf einen alten Bekannten trifft: Philipp Langenegger. Dieser hat eine Rolle in einer Serie ergattert und tourt ausserdem mit der Narregmend durch Los Angeles. In den USA ist diese Präsidentschaftskandidat Donald Trump gewidmet.

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Der SC Herisau will in die NHL. «Eigentlich wollten wir als Farmteam in die NLB. Da die meisten Eigengewächse bereits in Nordamerika sind, machen wir besser gleich den logischen Schritt und expandieren in die Staaten», sagt SCH-Präsident Markus Bachschmied im Interview mit der Glückspost. Als Trainer verpflichten die Appenzeller einen alten Bekannten: Arno Del Curto. Der Bündner betreute den SC Herisau schon einmal, damals allerdings noch in der heimischen NLB. Aufs NHL-Abenteuer freut er sich. Er verspricht den internationalen Medien im Café Fiore «grait pärformänz».

November

Der Appenzeller Verlag präsentiert die neuen Bücher. Schwerpunkt bilden in diesem Jahr Werke von Politikern. Jakob Brunnschweiler stellt «Das Landammann-Prinzip» vor; Matthias Weishaupt «Das Handbuch der Harmonie»; Bundesrat Ueli Maurer seine Biographie «Kei Luscht»; Magdalena Martullo-Blocher «You Dreamer», Kantonsrat Koni Meier «Ich & das Wetter» und Nationalrat David Zuberbühler «Politeia».

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Das Treffen der Kulturleute ist in diesem Jahr dem Thema Tanz gewidmet. Nachdem Regierungsrat Alfred Stricker 2015 einen Text formidabel vorgelesen hat, wird dieses Mal Marianne Koller gebeten vorzutanzen. Erst wollte sie den sterbenden Schwan zum Besten geben. Dann entschloss sie sich aber doch, mit Finanzdirektor Köbi Frei zusammen, den Hierig aufzuführen.

Dezember

Nachdem die Stadt St. Gallen der Aktion «Jeder Rappen zählt» konsequent die kalte Schulter zeigt, schlagen Nik Hartmann & Co. ihre Zelte in der Agglo auf. Als Austragungsort haben sie Trogen auserkoren. Denn der Landsgemeindeplatz biete eine einmalige Kulisse. Bloss mit dem Belag sind die Radioleute nicht zufrieden. Für eine landesweite Sendung müsse der Untergrund schon etwas repräsentativer sein, finden sie. Deshalb asphaltieren sie den Platz in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Prompt werden sie von der Gemeinde höflich darauf hingewiesen, nach Abschluss der Aktion den Platz wieder in den Ursprungszustand zu setzen. Die Vorführung erntet begeisterten Applaus.

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Erstmals wird der Landsgemeinde-Stuhl in Appenzell im Dezember montiert. Er dient als Bühne für die Silvesterchläuse. Dadurch geniessen die vielen Schaulustigen eine bessere Sicht auf die Chläuse als in den Ausserrhoder Gemeinden, wo sich jeweils riesige Menschentrauben um die Schuppel bilden. Da kann man bloss gratulieren: Wölzgott innovativ.

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