Warum Kiffen schwach macht

EBNAT-KAPPEL. Was passiert, wenn Kinder und Jugendliche regelmässig Cannabis rauchen? Nicht alle bekommen später ADHS oder werden schizophren.

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EBNAT-KAPPEL. Was passiert, wenn Kinder und Jugendliche regelmässig Cannabis rauchen? Nicht alle bekommen später ADHS oder werden schizophren. Aber sie bleiben vielleicht für immer kindlich, unverantwortlich und lau, sie werden zu irgendwie ganz netten, ungefährlichen, aber bedeutungslosen, impulsschwachen und letztlich uninteressanten Erwachsenen. Doch: Unsere Jugendlichen hören Musik von Künstlern, die klar und bekennenderweise unter dem Einfluss von Gras komponieren und musizieren. Die Idole der Kinder und jungen Erwachsenen, die erfolgreichsten Rapper und Hiphopper der Gegenwart sind Kiffer, Stoner, User. Und machen Geld wie Heu, leben wie Könige und heiraten Models. Wie geht das zusammen?

Sebastian Lorenz ist Psychiater und Psychotherapeut und kein prinzipieller Cannabis-Gegner. Am Vorabend weltweiter Freigabetendenzen für Cannabisprodukte orientiert er im Rahmen der Kodex-Veranstaltung am Freitag, 18. März, um 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche Kappel, warum sie unbedingt warten sollten mit der Erfahrung, die das Rauchen oder Essen von THC-haltigen Produkten bringt. Auf der Grundlage der neusten Hirnforschung stellt Sebastian Lorenz dar, was im Gehirn und speziell im allerjüngsten, vordersten Teil der Stirnhirnrinde passiert, wenn alles gut geht und auch wenn die langsame und fragile Entwicklung unserer höchsten Hirnzentren durch Unfälle oder Substanzen wie THC beeinträchtigt wird. Wer zu früh regelmässig Cannabis konsumiert, bleibt für immer in unguter Weise ein Kind und landet auf Dauer im Abseits der Gesellschaft, in einem selbstgebauten Gefängnis aus Desinteresse, Untätigkeit und Unfähigkeit oder sogar im Knast. Zu diesem Referat sind alle Interessierten eingeladen, der Eintritt ist frei. (pd)