Der Bahnhof Herisau soll umgebaut werden. Benedict Vuilleumier vom Komitee Pro Bahnhof sagt, warum Anpassungen unausweichlich sind

Am 27. September stimmen die Herisauerinnen und Herisauer über einen neuen Bahnhofplatz mit Bushof ab. Benedict Vuilleumier, Leiter der Kerngruppe des Komitees Pro Bahnhof Herisau, nennt Beispiele mit grossem Handlungsbedarf.

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Der Bahnhof Herisau soll umgebaut werden. Unter anderem sollen die Gleise der Appenzeller Bahnen verschoben werden. Zudem muss der Bahnhof gemäss Behindertengleichstellungsgesetz angepasst werden.

Der Bahnhof Herisau soll umgebaut werden. Unter anderem sollen die Gleise der Appenzeller Bahnen verschoben werden. Zudem muss der Bahnhof gemäss Behindertengleichstellungsgesetz angepasst werden.

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Benedict Vuilleumier, Leiter der Kerngruppe des Komitees Pro Bahnhof Herisau

Benedict Vuilleumier, Leiter der Kerngruppe des Komitees Pro Bahnhof Herisau

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Grundsätzlicher Handlungsbedarf

«Viele der Anpassungen müssen sowieso gemacht werden», sagt Benedict Vuilleumier und spricht damit das Behindertengleichstellungsgesetz an. Dieses verlangt, dass bis Ende 2023 der ÖV den Bedürfnissen der behinderten und altersbedingt eingeschränkten Reisenden entsprechen muss. Vuilleumier weist darauf hin, dass die Gelder für die Kreiselverschiebung zweckgebundene Gelder sind. «Wenn sie nicht für das Projekt in Herisau aufgewendet werden, fliessen sie in andere Strasseninfrastrukturprojekte.» Der Kanton hat aber bereits angekündigt, dass eine Strassensanierung am Bahnhof unumgänglich ist und auch bei einem Nein zum Kreisel Kosten von bis zu 8 Millionen Franken entstehen.

Unsichere Fussgängerverbindungen

Die Wege sind unübersichtlich. Ein Fussgängerstreifen beispielsweise befindet sich zwischen einem Parkplatz für PKW und jenem für Busse. Der für die heutige Grösse der Busse und die gestiegene Anzahl der Linien überstrapazierte Bushof führt zu gefährlichen Situationen für die Buschauffeure und Fussgänger. Wegen Platzmangels halten die Busse und Postautos teilweise mitten auf der Strasse. Nicht selten sieht man Pendler, wie sie nach dem Aussteigen lossprinten und dabei die Fussgängerstreifen ausser Acht lassen. Das Trottoir entlang der Schalterhalle gleicht einem Flickwerk und ist zur Strasse hin abfallend. Die Anlieferung zum Avec erfolgt auf der Strasse und trägt ebenfalls zur unübersichtlichen Lage bei. Vuilleumier sagt:

«Mit dem neuen Bahnhof werden die Wege für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlicher und sicherer.»

Zugang zu den Unterführungen

Von den zahlreichen Zugängen zu den beiden Unterführungen sind nur zwei rollstuhlgängig oder für Kinderwagen und Rollatoren erbaut. Die dortigen Rampen scheinen allerdings nicht geeignet. «Eine ist so steil, dass Rollstuhlfahrer teilweise rückwärts hinauffahren müssen», so Vuilleumier. Eine der Treppen der Appenzeller Bahnen wiederum ist ein Provisorium und ebenfalls zu steil erbaut.

Kreisel und Individualverkehr

Der Kreisel wurde zeitgleich mit dem Bahnhof vor rund 100 Jahren erbaut und entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. «Er ist zu klein für Busse und Lastwagen.» Lastwagen, welche anliefern, müssen teilweise zurücksetzen und nochmals einlenken, um den Kreisel passieren zu können – mit entsprechenden Folgen für die Sicherheit und den Verkehr.