Wann Massnahmen möglich sind

REGION. Bei psychisch schwer gestörten Straftätern können die Gerichte laut Strafgesetz stationäre Behandlungen anordnen. Bedingung ist, dass die Delikte im Zusammenhang mit der psychischen Störung stehen und dass man erwarten darf, dass die Behandlung das Risiko eines Rückfalls verringert.

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REGION. Bei psychisch schwer gestörten Straftätern können die Gerichte laut Strafgesetz stationäre Behandlungen anordnen. Bedingung ist, dass die Delikte im Zusammenhang mit der psychischen Störung stehen und dass man erwarten darf, dass die Behandlung das Risiko eines Rückfalls verringert. Eine solche Massnahme dauert in der Regel maximal fünf Jahre. Sie kann einmal um höchstens fünf Jahre verlängert werden. Die Verlängerung ist möglich, wenn die bedingte Entlassung noch nicht vertretbar ist und wenn die Behandlung die Rückfallgefahr senkt. Der Massnahmenvollzug hat eigentlich Priorität gegenüber dem Strafvollzug. Wenn Fluchtgefahr besteht, wird die Massnahme in geschlossenen Einrichtungen vollzogen.

Der Ostschweizer, dessen Fall am Mittwoch vor dem Kreisgericht Toggenburg in Lichtensteig verhandelt wird, hat vor 2002 mit der damals sechs- und siebenjährigen Tochter mindestens einmal pro Woche den Beischlaf vollzogen oder auf sie onaniert. Er hat das manchmal in Anwesenheit der schlafenden Mutter getan. In den 90er-Jahren hat der Mann wegen des Missbrauchs der Stieftochter schon eine Strafe von zweieinviertel Jahren erhalten. (mkn)

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