Walzenhausen
Trotz «widriger Umstände»: Initiative gegen geplante Mobilfunkantennen ist zu Stande gekommen

Gegen die Antennenstandorte auf den gemeindeeigenen Gebäuden wehren sich die Einwohner von Walzenhausen vehement. Nun muss der Gemeinderat reagieren.

Karin Erni
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Auf dem Vereinslokal hinter dem Spielplatz Lachen soll eine Handyantenne zu stehen kommen.

Auf dem Vereinslokal hinter dem Spielplatz Lachen soll eine Handyantenne zu stehen kommen.

Bild: PD

Das Thema Mobilfunk bewegt in Walzenhausen: Nebst zahlreichen Einsprachen gegen Bauvorhaben wurde kurz vor Weihnachten eine Volksinitiative gestartet, die innert kürzester Zeit die geforderten 50 Unterschriften erreichte. Diese Woche will das Initiativkomitee «Kein Mobilfunk auf öffentlichem Grund» über 150 Unterschriften an die Gemeinde Walzenhausen übergeben.

Die Einwohner wehren sich so gegen die geplanten Mobilfunkantennen auf den gemeindeeigenen Gebäuden, Trafostation oberer Leuchen und Vereinslokal Lachen. Das Unterschriftensammeln sei wetter- und pandemiebedingt unter widrigen Umständen erfolgt, teilt das Initiativkomitee mit. «Das grosse Medienecho führte jedoch dazu, dass viele Bürgerinnen und Bürger von der Volksinitiative erfuhren und die Stimmensammlung aktiv unterstützen.»

«Bevölkerung wurde nicht einbezogen»

Das Initiativkomitee fühlt sich in seiner politischen Arbeit gegen die von der Gemeinde geplanten Mobilfunkantennen bestätigt. Gleichzeitig will es mit der vorgesehenen Änderung der Gemeindeordnung eine gesetzliche Grundlage für einen künftig verträglichen Ausbau des Mobilfunknetzes in Walzenhausen legen.

Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger störe sich an der Standortwahl direkt beim beliebten Kinderspielplatz und in unmittelbarer Nähe zu den Wohnquartieren, wollen die Initianten in Gesprächen herausgefunden haben. Zudem sei die Einwohnerschaft zu wenig in die Entscheide einbezogen worden, finden die Initianten: «Während der Gemeinderat an der Orientierungsversammlung vom 1. Oktober 2019 eine ‹bewegte Diskussion› führte (siehe Treffpunkt Dezember 2019), war der Beschluss für die beiden Standorte bereits gefällt.»

Einsprachen gegen weitere Mobilfunkanlagen

Viele Einwohner seien ganz grundsätzlich aus gesundheitlichen Gründen gegen die unnötige Ausdehnung des Mobilfunknetzes in der Nähe von Wohngebieten, schreiben die Initianten weiter. Zeitgleich würden nämlich zahlreiche Baueinsprachen gegen ein neues Bauvorhaben des Mobilnetzanbieters Sunrise für eine neue Mobilfunkanlage auf dem Betriebsgelände der Firma Herrmann AG im Gebiet «Nord» laufen. Dort setze der Strahlradius der geplanten Sunrise-Anlage von rund 640 Metern den bereits von der Swisscom gut erschlossenen Dorfkern von Walzenhausen einer unnötigen weiteren Belastung aus.

Aufgrund des Zustandekommens der Initiative erhofft sich das Initiativkomitee, dass der Gemeinderat auf seine Entscheide betreffend der geplanten Mobilfunkanlagen zurückkommt und von deren Realisierung absieht, um den Einwohnerinnen und Einwohnern ein immissionsarmes Lebensumfeld möglichst frei von gesundheitlich nach wie vor unbekannten Risiken zu ermöglichen. Die Übergabe der Initiativbögen findet am Donnerstag, dem 18. Februar, um 14.30 Uhr im Gemeindegebäude statt.