WALZENHAUSEN: Traum in Worte gefasst

Nora Brägger liest erstmals aus ihrem Débutroman «Das Rascheln des Präriegrases». Ihr Werk begeistert die Gäste in der Bibliothek.

Isabelle Kürsteiner
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Das Leben der Lakota-Indianer liegt der Autorin Nora Brägger am Herzen. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Das Leben der Lakota-Indianer liegt der Autorin Nora Brägger am Herzen. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Isabelle Kürsteiner

redaktion

@appenzellerzeitung.ch

Zum 20-jährigen Bestehen der Bibliothek Walzenhausen sind verschiedene Höhepunkte vorgesehen. Eine Premiere feierte am Montagabend Nora Brägger. Die junge Autorin mit Jahrgang 1996 ist in Speicher aufgewachsen. Ihr Erstlingsroman «Das Rascheln des Präriegrases» war ihre Maturaarbeit. Derzeit besucht sie den gestalterischen Vorkurs in Biel. Danach folgt dort das Studium in Literatur.

Susi Jankovics vom Bibliotheksteam begrüsste mit rund dreissig Personen eine stattliche Anzahl Zuhörerinnen und Zuhörer zur Lesung. Danach las Nora Brägger aus ihrem Roman, der in den USA in einem Indianerreservat spielt. Dort soll die 17-jährige Schweizer Rebellin Samira auf andere Gedanken kommen. Sie erfährt hautnah den Überlebenskampf der Lakota-Indianer und deren Balanceversuch zwischen Tradition und Moderne.

Zuerst der Traum, dann der Roman

Nach der Lesung folgte die Fragestunde. Die Zuhörerschaft war begeistert. Der Roman sei auch für junge und ältere Erwachsene zu empfehlen. Nora Brägger erzählte: «Das Buch ist aus einem Traum entstanden, den ich aufgeschrieben habe.» Darin sei eine Frau mit einem Pferd über weites Land geritten, inmitten einer Verfolgungsjagd. Mit Pferden kennt sich die Appenzellerin aus. Sie ritt selber während neun Jahren regelmässig. Über das Leben der Indianer war sie wegen verschiedener Biografien ihres Vaters schon orientiert. Danach kam die intensive Recherche per Internet. «Ich habe geschrieben, was aus mir herauskam», erklärte die junge Autorin. Es folgte die Suche nach einem Verlag. Dann das Überarbeiten gemäss Tipps des Lektorats: Kürzung des Werks. Um achtzig Seiten.

Seit dem 6. März ist das Buch auf dem Markt. Noch verfügt Nora Brägger nur über Rückmeldungen aus dem Bekannten- und Freundeskreis. In Walzenhausen staunte ein Ehepaar, welches das Reservat kennt, über die genaue Schilderung des Lebens der Indianer. Nora Brägger ist bisher nie dort gewesen. Sie erklärten, dass sich das Reservat in unmittelbarer Nähe der derzeit so umstrittenen Pipeline befände. Nora Bräggers Anliegen ist die Entwicklung von mehr Verständnis für das Leben der Indianer und dass junge Mädchen ihren Weg gehen. Träume verfolgen, auch wenn es schwierig wird. «Nicht aufgeben und weitermachen» ist ihr Credo.

Hinweis

Am Freitag, 12. Mai, liest Nora Brägger um 9 Uhr in der Bibliothek Speicher-Trogen.

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