WALZENHAUSEN: Musik liegt in der Luft

Projektwochen in der Stiftung Waldheim schaffen gemeinsame Erlebnisse und schöne Begegnungen. Sie fordern und fördern Ressourcen der Bewohner.

Isabelle Kürsteiner
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Während der Projektwoche im Wohnheim Krone in Walzenhausen gab es vieles zu erleben. Der Tag wurde mit einem Tänzchen eröffnet. Ganz rechts Wohnheimleiter Dietmar Penz. (Bild: IKS)

Während der Projektwoche im Wohnheim Krone in Walzenhausen gab es vieles zu erleben. Der Tag wurde mit einem Tänzchen eröffnet. Ganz rechts Wohnheimleiter Dietmar Penz. (Bild: IKS)

Isabelle Kürsteiner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

«Projektwochen sind Abwechslungen zum Alltag. In dieser Zeit sind die Bewohner gemeinsam unterwegs. Das schafft ‹Aha›-­Effekte. Weitere Ressourcen werden gefördert und gefordert. ­Später können die Erkenntnisse in den Ateliers weiterverfolgt werden», erklärt Werner Brunner, Ge­schäftsleiter der Stiftung Waldheim. Ein Augenschein im Wohnheim Krone in Walzenhausen zeigt im Besonderen die Lebensfreude auf. Aber auch den Mut zum Experimentieren.

«Musik liegt in der Luft» war das diesjährige Thema im Wohnheim Krone. Während das Atelierteam insbesondere den Vormittag organisierte, oblag das Programm des Nachmittags jeweils einer Wohngruppe. So trafen sich morgens alle zum Auftakt zu Musik aus der «Jukebox». Es wurde getanzt, gelacht, gescherzt. Wer ein bisschen Distanz brauchte, sass auf dem Sofa oder kam ­später dazu. Im Saal begrüsste Atelierleiterin Franziska Koller. Sie liess den vergangenen Tag ­Revue ­passieren. Dann sangen alle das Lied «Bella Musica». ­Einige der Bewohner kannten die darin vorkommenden Musik­instrumente.

Jeder Bewohner erhält eine Arbeit

Nach der Einstimmung im Saal folgte der Wechsel zum kreativen Arbeiten im Zelt, wo ein Klangbaum erstellt, Klangringe geknüpft und ein Klangbild gemalt wurde. Der Ort des Schaffens konnte von den Bewohnern frei gewählt werden. Mit Hilfe von Betreuenden und dem Atelierteam gab es für alle eine Einsatzmöglichkeit. Hier war von den Assistierenden neben Fach­wissen Ideenreichtum gefragt. Dank grosser Flexibilität und Fantasie konnten die Wünsche der Bewohner erfüllt werden. Jede und jeder hatte eine Arbeit oder ein Ämtli. Vom Klangbaum mussten zuerst die Blätter entfernt werden, um die mit Glöckchen versehenen Bänder aufzuhängen. Hier war ein Spezialist am Werk. Mit Genauigkeit und Konzentration schnitt er Blatt für Blatt weg. In grosser Zufriedenheit. An den ­Tischen entstand ein grosses Bild, in einer Ecke wurden Noten für die Tischdekoration gepresst. Auch die Klangbänder galt es zu kreieren: mit gepressten ­Kaffeekapseln und bepflanzten Schneckenhäusern. Wer sich vom gestrigen Tag erholen musste, fand sich beim Klangteppich im Saal ein. Auf Matten liegend oder im Stuhl sitzend wurde die Geschichte vom Hirtenjungen Manolo beinahe aufgesaugt, denn sie war mit diversen Rhythmus- und Musikinstrumenten unterlegt.

Sommerfest mit Livemusik

Eines Nachmittags fanden sich die Bewohner in den 70er-Jahren zurückversetzt. Via deutscher Hits wurden Erinnerungen wachgerufen. Mitsingen und Tanzen standen im Mittelpunkt. Anderntags galt es Fotos aus alten Zeiten auszusuchen, um die dortige Frisur nachzugestalten. Ein allseitiges Vergnügen. Neben Frisieren und Schminken konnten auch die ­Nägel lackiert werden. Dann trafen sich alle an der Bar zum alkoholfreien Drink. Krönender Abschluss der Projektwoche in der Krone ist jeweils das Sommerfest am Samstag für Bewohner, Familienangehörige und das Krone-Team. Umrahmt wurde der Anlass musikalisch von Leo Inauen aus Bazenheid. Wohnheimleiter Dietmar Penz blickte auf ein ereignisreiches und spannendes Jahr zurück. Er freute sich über die Umgestaltung des Innenhofes in eine rollstuhlgerechte Begegnungszone. Eine Neuheit in der «Krone» ist das Piano-Kaffee mit Live-Klaviermusik. Hierzu passte die Projektwoche zum Thema «Musik liegt in der Luft» bestens. Dietmar Penz grosser und spezieller Dank galt dem Mitarbeiter-Team, welches Tag für Tag und Nacht für Nacht sein Bestes für die Bewohner gebe. Ein besonderes Dankeschön ging an Sponsor Matthias Müller für die gross­zügige Unterstützung.