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WALZENHAUSEN: Der Jüngste stellt sich

Michael Litscher steht vor der Wahl zum Gemeindepräsidenten. Handlungsbedarf sieht der 33-Jährige bei der Raumplanung und dem politischen Klima. Der Kandidat überzeugt nicht alle.
Jesko Calderara
Michael Litscher gehört seit 2015 dem Gemeinderat Walzenhausen an. (Bild: Jesko Calderara)

Michael Litscher gehört seit 2015 dem Gemeinderat Walzenhausen an. (Bild: Jesko Calderara)

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

Nach zwei Jahren im Gemeinderat will Michael Litscher an die Spitze der Gemeinde Walzenhausen. Mit dem 33-Jährigen kandidiert der Jüngste aus dem Gremium am 24. September als Nachfolger von Hansruedi Bänziger. Dieser gibt sein Amt Ende Monat ab. «Die politische Arbeit ist faszinierend», sagt Litscher. Ihn schlägt die überparteiliche Findungskommission vor. Vor allem möge er die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Menschen. Einzig über die langwierigen Prozesse in der Politik ärgert sich Litscher hie und da. Wie das öffentliche Gemeinwesen funktioniert, erlebt der studierte Oberstufenlehrer auch in seiner jetzigen Tätigkeit als Schulleiter in Steinach.

Im Gemeinderat ist Litscher für das Ressort Wasser/Land und Forstwirtschaft zuständig. In diesem Zusammenhang beschäftigt er sich zurzeit mit der Sanierung des Werkhofs. Diese Vorlage kommt am 26. November zur Abstimmung. Zudem leitet der gebürtige Bernecker, der seit 2010 mit seiner Familie in Walzenhausen lebt, die Arbeitsgruppe zur Reorganisation der Gemeindestrukturen. Zu diesem Thema sind die Meinungen im Dorf geteilt. Kernpunkt ist die Aufstockung des Gemeindepräsidiums zum Vollamt. Vorgesehen ist zudem, den Gemeinderat von sieben auf fünf Mitglieder zu verkleinern. Diese Massnahmen sollen zu Beginn der Amtsdauer 2019 bis 2023 eingeführt werden. Aufgrund des anstehenden Wechsels wird das Pensum des Gemeindepräsidenten vorzeitig erhöht. Dadurch habe dieser eine grössere Präsenz in der Gemeinde und mehr Zeit, um Projekte zu erarbeiten, sagt Litscher. Ohne diese Anpassung hätte er sich nicht zur Verfügung gestellt.

Kritik am Vorgehen bei der Reorganisation

Der Prozess zur Vorbereitung der anstehenden Wahlen sorgte in Walzenhausen für Unmut (siehe Zweittext). Auch die fehlende Auswahl führte an der öffentlichen Versammlung zu Kritik. Die Einschätzungen zur Person des Gemeindepräsidentenkandidaten fallen unterschiedlich aus. Nur lobende Worte für ihren leitenden Angestellten findet die Steinacher Schulpräsidentin Cornelia Letti. Sie beschreibt Litscher als «ausgeglichene» und «herzliche» Person. «Er ist ein Teamplayer, der aber auch weiss, wann klare Führung gefragt ist.»

Letti streicht darüber hinaus die Verdienste ihres (noch) Schulleiters hervor. Dieser habe die Abläufe in der Schule optimiert und mit den Lehrkräften den Lehrplan 21 eingeführt. Einen «guten Eindruck» von Litscher hatte ursprünglich auch Ruedi Tobler. Unterdessen musste der Präsident der SP Ortssektion Walzenhausen seine Meinung allerdings revidieren. Offenbar habe er sich massiv getäuscht, sagt Tobler. Er stört sich vor allem an der Vorgehensweise beim Projekt Reorganisation. «Ich hätte mir eine breite Diskussion darüber gewünscht.» Tobler ist nicht überzeugt, dass Walzenhausen mit seinen 2000 Einwohnern einen Gemeindepräsidenten im Vollamt benötigt. Um diese Frage seriös zu klären, hätte man bis 2019 mit einer Übergangslösung arbeiten können, sagt der SP-Präsident.

Kaum Handlungsspielraum beim Hotel

Bei einer Wahl möchte Litscher den Hebel in der Raumplanung ansetzen. So muss Walzenhausen mehrere Hektaren Bauland auszonen. Hier gebe es einige ungeklärte Probleme, etwa jenes der Entschädigung. Der Gemeinderat ist dabei, ein Strategiepapier zur Dorfentwicklung auszuarbeiten. Eine Rolle spielt dabei das Bauprojekt der Bauland Erschliessungs AG im Gebiet Nord. Eine neue Nutzung wünscht sich der Familienvater für das geschlossene Hotel Walzenhausen. Bei diesem Thema hätten die Behörden aber nur wenig Spielraum. «Wir können einzig vermitteln und Kontakte zu Investoren ermöglichen.»

Nur vage äussert sich Litscher zum geplanten Asyldurchgangszentrum Sonneblick. Er habe Verständnis für die Pflicht des Kantons, Asylsuchende unterbringen zu müssen. Dabei dürften die Anliegen der Anwohner allerdings nicht vergessen werden. Zumal diese Kompromissbereitschaft zeigten, gibt der Parteilose zu bedenken. «Wir müssen im Gespräch eine faire Lösung für alle Beteiligten finden.»

Handlungsbedarf sieht Litscher noch in einem anderen Bereich. Walzenhausen habe zuletzt immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Deshalb will er mithelfen, das politische Klima in der Gemeinde zu verbessern. Dazu braucht es laut Litscher eine offene und transparente Kommunikation.

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