WALZENHAUSEN: Ayurveda-Boom vor 25 Jahren

Der 1992 eröffneten Ayurveda-Klinik war kein ­langer Erfolg vergönnt. Schon nach kurzer Zeit ging sie in Konkurs.

Peter Eggenberger
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In der Überbauung «Kreuz», Walzenhausen, wurde im Frühsommer 1992 die erste Ayurveda-Klinik ausserhalb Indiens eröffnet. Die dem altindischen Heilwissen verpflichtete Institution boomte und sorgte landesweit für Schlagzeilen. Regelmässig berichteten die Medien über den steilen Aufstieg der Einrichtung. So auch bald nach der Betriebsaufnahme: «Das Angebot der Ayurveda-Klinik in Walzenhausen erfreut sich einer starken Nachfrage. Im ersten halben Jahr seit der Eröffnung nahmen 500 Patienten die Dienste der Klinik in Anspruch. Die Zahl der Beschäftigten konnte auf 20 erhöht werden.»

Bereits 1993 sah sich die Klinik mit einer Reihe offener Forderungen seitens von Lieferanten konfrontiert. «Düstere Wolken über der Schweizer Ayurveda-Klinik», kommentierte die Presse im Frühling 1994 die unerfreulichen Ereignisse rund um den Walzenhauser Gesundheitsbetrieb. Bei gesamthaft 87 Betreibungen blieben der Klinik schliesslich nur noch der Konkurs und die Schliessung. 1996 wurde der kaufmännische Klinikleiter vom Ausserrhoder Obergericht wegen fahrlässigen Konkurses verurteilt.

1985 wurden im Walzenhauser Ortszentrum die beiden benachbarten Häuser «Kreuz» und «alte Kantonalbank» abgebrochen. Nach einer längeren Phase des Stillstands entstand gleichenorts im Auftrag der Ausserrhoder Kantonalbank die Überbauung «Kreuz», in deren östlicher Hälfte die Ayurveda-Klinik Einzug hielt. Heute dient der wuchtige, über eine Tiefgarage verfügende Gebäudekomplex «Kreuz» unter anderem der Praxis von Luzius Knöpfli. Der östliche Hausteil befindet sich im Eigentum der Rheinburg-Klinik, die hier ambulante Therapien und Weiterbildungskurse durchführt.

Peter Eggenberger

redaktion@appenzellerzeitung.ch